HGM Wissensblog

Der Seekrieg in der Adria 1866

1. Österreich und „seine“ Kriegsmarine

Obwohl bereits im 14. Jahrhundert erste Küstenlandstriche der Adria in habsburgischen Besitz gelangten und damit die Basis für die Entwicklung einer eigenständigen Seefahrt gelegt schien, blieb der sich nur langsam entwickelnde Seehandel vor allem auf die Eigeninitiative der Küstenbewohner beschränkt. Der Schutz der Handelsfahrzeuge insbesondere gegen türkische und maurische Freibeuter oblag gleichfalls der Zivilbevölkerung und kam über die Bildung einer Küstenmiliz und die Bewaffnung einiger Handelsschiffe nicht hinaus. Während des 16. Jahrhunderts scheiterten maritime Bestrebungen dann auch aufgrund der Dominanz der Republiken Venedig und Ragusa, die nur allzu genau darauf achteten, dass ihnen aus den habsburgischen Küstenlandstrichen keine kommerzielle bzw. militärische Konkurrenz entstehen würde. Lediglich für die Abwehr von Seeräubern wurden gemeinsame Schiffskontingente gebildet, wobei Venedig das schwimmende Material, das erbländische Küstengebiet die Besatzungen zu stellen hatte.1 Anfang des 17. Jahrhunderts sollte es dann trotzdem zum offenen Konflikt mit der Lagunenrepublik kommen, zumal vor allem aus dem osmanischen Reichsgebiet an die kroatische Küste geflüchtete Christen („Uskoken“) sich durch Übergriffe auf die Handelsschiffahrt eine Lebensgrundlage zu schaffen suchten. Die Beeinträchtigung des Seehandels betraf insbesondere venezianische Kauffahrer, welche durch die in und um Zengg (heute Senj) siedelnden Uskoken ständig bedroht wurden. Nachdem eine von Venedig gewünschte Absiedelung der Uskoken seitens des Kaisers abgelehnt wurde, kam es 1615 sogar zum Krieg, der letztlich aufgrund der Ereignisse in Mitteleuropa im Jahre 1618 im Rahmen eines Verhandlungsfriedens – die Uskoken wurden an die Karlstädter Militärgrenze abgesiedelt – beendet wurde.2

Während des Dreißigjährigen Krieges findet sich im Jahre 1628 eine Bestallung des Herzogs von Friedland (Wallenstein) als „General-Capitain des oceanischen und baltischen Meeres und der aufhabenden Armada“, welche auf das Vorhandensein einer katholischen Kriegsmarine hindeutet.3 Schiffe und Mannschaften dürften weitgehend von norddeutschen Küsten gestellt worden sein, eine stärkere Inanspruchnahme der habsburgischen Erblande ist eher unwahrscheinlich. Über das tatsächliche Schicksal bzw. die Stärke dieser kaiserlichen Flotte in der Ostsee ist jedoch nur wenig bekannt, doch gilt als gesichert, dass es wiederholt zu Gefechten mit schwedischen Schiffen gekommen ist.

An der Gründung einer ständigen eigenen Kriegsmarine waren das Reich und die in kontinentalen Maßstäben denkende Habsburgerdynastie nach Ende des Dreißigjährigen Krieges jedoch vorerst nicht interessiert, umso mehr, als das politische und militärische Schwergewicht der Habsburger Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts aufgrund der immer wieder aufbrechenden Konflikte mit dem Osmanischen Reich vor allem auf Ost- und Südosteuropa ausgerichtet war. Dass man allerdings bereit war, die Schifffahrt – sofern sie für militärische Landoperationen nützlich schien – zu fördern, manifestierte sich in der Schaffung einer beachtlichen, vorerst nach ungarischem („Nassadisten“), dann nach türkischem Vorbild entwickelten Donauflottille. Diese aus Tschaiken und Kanonenbarken bestehende Flotte hatte ihre Existenz vor allem dem Vorhandensein einer osmanischen Flussstreitmacht zu verdanken, der ein kaiserliches Gegengewicht entgegengestellt werden sollte. Die durchaus positiven militärischen Erfahrungen wurden jedoch von den hohen Anschaffungs- und Folgekosten – neben dem Bau gestaltete sich vor allem die Instandhaltung als überaus kostenintensiv – überdeckt, sodass der entscheidende Impuls, dem Landheer zusätzlich auch eine kaiserliche Hochseemarine zur Seite zu stellen, nicht erfolgte.

Erst mit der Gründung der „Privilegierten Orientalischen Compagnie“ und der „k.k. Ostendischen Handelsgesellschaft“ zur geregelten Abwicklung des Handels mit der Levante, Indien, Afrika und China war von Kaiser Karl VI. auch die Aufstellung einer eigenen „k.k. Kriegsflotte“ vorgesehen worden. Ihre Aufgabe bestand bzw. hätte im Schutz der Handelsschifffahrt bestanden, doch blieb ihre Stärke aufgrund finanzieller Schwierigkeiten auf wenige bewaffnete Kauffahrer beschränkt, welche die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen konnten. Mit der Auflösung der beiden Handelsgesellschaften verschwand die ohnehin nur symbolisch existierende k.k. Kriegsflotte auch von der Adria.

Mit dem Regierungsantritt Kaiser Josephs II. wurde dem Monarchen seitens des Grafen Kaunitz empfohlen, zum Schutz der k.k. Handelsschifffahrt im Mittelmeer eine eigene Kriegsmarine vorzusehen. Die entstehenden Kosten sollten durch den erhöhten Gewinn des Seehandels kompensiert werden. Doch der Kaiser zweifelte sowohl an der Einbringung der notwendigen Finanzmittel als auch an der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit einer eigenen Kriegsflotte. Dennoch sollten sich k.k. Kriegsschiffe bereits wenige Jahre später als absolut notwendig erweisen. Als Holland österreichischen Handelsschiffen die Benützung der Schelde verwehrte, sollten zwei angekaufte Kutter, „Le Juste“ und „Le Ferme“ (je 20 Kanonen) die Blockade öffnen. 1784 kam es jedoch zu einem raschen Friedensschluss, so dass die beiden Kutter vor Ort nicht mehr benötigt wurden und nach Triest segeln konnten.4 Sie bildeten schließlich den Kern des von Kaiser Joseph II. ab dem Jahr 1786 angestrebten Vorhabens, eine eigenständige maritime Komponente innerhalb der Streitkräfte aufzubauen. Dieses Vorhaben litt neuerlich an chronischen finanziellen Problemen, teilweise durch den kostspieligen Türkenkrieg von 1788/89 ausgelöst, obwohl durch die Einbindung des Triestiner Marinearsenals zumindest eine leistungsfähige logistische Basis für den Bau bzw. die Ausrüstung und Armierung von Kriegsschiffen (v.a. Kanonenbooten) zur Verfügung stand.

Infolge der Beendigung des Krieges mit dem Osmanischen Reich trat aber ein gegenteiliger Effekt ein, zumal – so die Argumentation des für die Aufbringung der finanziellen Mittel verantwortlichen Triestiner Gouvernements – dadurch auch die Gefährdung durch türkische „Barbaresken“  bedeutend gesunken und der Bedarf an teuren Kriegsschiffen nicht mehr gegeben wäre. Der neue Kaiser, Leopold II., schloss sich entgegen der Einschätzung des Hofkriegsrates dieser Meinung an und ordnete die Verkleinerung der Flotte an, denen vor allem die beiden Kutter zum Opfer fielen; sie wurden weit unter Wert verkauft.5

Diese oftmals auch als „Triestiner Marine“ bezeichnete erheblich verkleinerte Flotte spielte, trotz nachmaliger Verstärkung durch bewaffnete Handelsschiffe, in den Kriegen gegen Frankreich keine herausragende Rolle. Erst durch den Frieden von Campo Formio 1797 ergaben sich für den Ausbau der Flotte größere Möglichkeiten, da im Rahmen des vereinbarten Gebietsabtausches Venetien und Dalmatien in den Besitz der Habsburger gelangten. Ein positiver Nebeneffekt der Eingliederung Venetiens manifestierte sich in der Übernahme zahlreicher ausgerüsteter bzw. in Bau befindlicher venezianischer Kriegsschiffe. Diese Einheiten bildeten schließlich die „österreichisch-venezianische Kriegsmarine“. Obwohl ihre Stärke im Vergleich zu den Flotten Englands und Frankreichs bescheiden wirken musste, stellte sie, insbesondere in der Adria, einen nicht zu unterschätzenden militärischen Faktor dar.

Die Niederlagen Österreichs in den Kriegen von 1805 und 1809 bedeuteten nicht nur den Verlust der eben erst erworbenen Küstenländer, sondern auch der ursprünglichen im Besitz der Habsburger befindlichen Küstengebiete. Ohne Meereszugang war auch das Schicksal der österreichischen Kriegsmarine vorgegeben. Das Gros der Einheiten fiel an Frankreich.

Der Wiener Kongress von 1815, der für Österreich im Groben die Wiederherstellung des „Status quo ante“ inklusive der Erwerbungen von 1797 bedeutete, machte das junge Kaisertum endgültig zu einem Mittelmeerstaat. Damit stellte sich auch die Frage nach einer Neugründung bzw. Wiederherstellung einer eigenen Kriegsmarine. Der erste Schritt schien mit der Übernahme zahlreicher Beutefahrzeuge bereits getan – mehr noch, die beachtliche Anzahl ausgerüsteter Kriegsschiffe verschaffte Österreich sogar die maritime Vormachtstellung im Mittelmeer. Die finanzielle Krise des Staates, die eine Kürzung des Militäretats zur Folge hatte, musste die Flotte umso härter treffen, als das Landheer, im Mittelpunkt jeglicher militärischer Überlegungen stehend, bevorzugt mit den ohnehin nur geringen Mitteln beteilt wurde. Ein Großteil der Flotte konnte nicht erhalten werden und wurde daher zum Abbruch verkauft oder verrottete in den Häfen. Die wenigen in Dienst gestellten Einheiten fanden im militärischen Nachschubsdienst in Dalmatien oder bei der Bekämpfung von Seeräubern in der Adria und Levante Verwendung.

Die nationale Identität der Flotte orientierte sich begreiflicherweise an den eingeschifften Mannschaften, die mit Masse den italienischsprachigen Küstenlandstrichen der Monarchie entstammten. Daher von einer „österreichischen Marine“ zu sprechen, wäre kaum zutreffend, vielmehr entsprach sie in Bezug auf ihre Tradition und Reglements einer venezianischen und hinsichtlich ihrer Nationalität einer italienischen Flotte. Dass sich dieser Umstand als problematisch erweisen konnte, zeigte sich in den Revolutionskämpfen von 1848/49, als sich die Hälfte der Marine auf die Seite des aufständischen Venedigs stellte. Nach der Niederschlagung der Erhebungen, in deren Verlauf es auch zu zahlreichen Seegefechten zwischen den loyal gebliebenen und aufständischen Flottenteilen kam, erfolgte eine starke Reduzierung des italienischen Elements, in deren Vordergrund die nationale Durchmischung der Besatzungen stand, welche aber auch Symbolwirkung hatte; die bis dahin gebräuchlichen italienischen Schiffsnamen wurden ins Deutsche übersetzt. Erst ab diesem Zeitpunkt kann auch de facto von einer österreichischen Kriegsmarine gesprochen werden. Von der sich nunmehr langsam entwickelnden österreichischen maritimen Identität blieb man in Wiener Militärkreisen dennoch unbeeindruckt. Die zugewiesenen Geldmittel reichten gerade für die Erhaltung der bestehenden Einheiten, an einen weiteren Ausbau war nicht zu denken. Der militärische Nutzen, den man sich vom Besitz der Flotte erhoffte, wurde lediglich in Verbindung mit militärischen Operationen der Landarmee gesehen. Insbesondere galt es, zum Schutz der rückwärtigen Verbindungen einer möglicherweise in Oberitalien stehenden kaiserlichen Armee, die Küsten Venetiens, Triests und Istriens gegen feindliche Anlandungen zu schützen – eine Funktion, welche die Flotte im Krieg gegen Sardinien und Frankreich 1859 mit nur drei Fregatten und zwei Korvetten vollkommen erfüllte. Dennoch blieb die Frage des Küstenschutzes in Venetien und Dalmatien besonders virulent. Das Marineoberkommando wurde seit 1854 von Erzherzog Ferdinand Max, einem Bruder des Kaisers, wahrgenommen. Unter seiner Ägide war 1862 das k.k. Marineministerium gegründet worden, das man schließlich 1865 als Marinesektion in das Kriegsministerium eingliederte. Während der aktiven Dienstzeit Erzherzog Ferdinand Max´ wurde, um eine Schmälerung seines Kompetenzbereiches zu verhindern, keine Veränderung an der Spitzengliederung von Heer und Flotte vorgenommen, doch wurde nach dem Ausscheiden des Erzherzogs durch Annahme der mexikanischen Kaiserwürde im Jahre 1864 insbesondere durch den Generalstabschef und Kommandanten der in Italien stehenden k.k. 2. Armee, Feldzeugmeister Ludwig von Benedek und seinem Nachfolger Feldmarschall-Leutnant Henikstein, die Vormachtstellung des Heeres über die Flotte in operativ-militärischen Angelegenheiten deutlich gemacht. Die Flotte hätte sich demnach vor allem dem Küsten- und Flankenschutz gegen etwaige feindliche Anlandungen zu widmen und somit sich also ausschließlich defensiv zu verhalten gehabt.6 Erst der deutsch-dänische Krieg von 1864, als zur Verstärkung der schwachen preußischen Seestreitkräfte österreichische Kriegsschiffe in die Nordsee entsandt wurden, brachte den ersten selbständigen Einsatz einer k.k. Eskader und zeigte die operativen Möglichkeiten einer schlagkräftigen Flotte auf.

2. Der Krieg Österreichs gegen Preußen und Italien

Der Krieg von 1866 stellte Österreich in militärischer Hinsicht nicht nur vor das Dilemma eines Zweifrontenkrieges, sondern hatte auch in seiner politischen Vorgeschichte zwei unterschiedliche Ansatzpunkte. Zum einen ging es im Konflikt mit Preußen um die endgültige Klärung der deutschen Frage, zum anderen blickte das junge Königreich Italien nur allzu begierig auf die noch verbliebenen italienischsprachigen Gebiete der Habsburgermonarchie. Insbesondere die Erwerbung Venetiens stand im Mittelpunkt der italienischen Aspirationen.

Die unterschiedlichen Ansichten hinsichtlich der künftigen Stellung der im Krieg von 1864 gemeinsam „befreiten“ Herzogtümer Schleswig und Holstein7 entzündete letztlich den Krieg mit Preußen. Durch den vom preußischen Ministerpräsidenten Bismarck erreichten Bündnisvertrag mit Italien vom 8.April, in dem sich Preußen verpflichtete, binnen drei Monaten den Krieg gegen Österreich bei sonstiger Sistierung jeglicher Verbindlichkeiten zu beginnen, wurde die österreichische Armeeführung mit der Tatsache konfrontiert, auf zwei unabhängigen Kriegsschauplätzen kämpfen zu müssen. Der Nordarmee oblag es in einer Stärke von sieben Korps und fünf Kavalleriedivisionen den Krieg gegen Preußen zu führen – sie bildete damit das militärische Schwergewicht. Dagegen hatte die kaiserliche Südarmee – lediglich drei Korps stark – unter Erzherzog Albrecht gemeinsam mit der Flotte defensiv zu bleiben. Gestützt auf das Festungsviereck Verona – Mantua – Legnago – Peschiera sollte Venetien verteidigt werden.8

Der Kriegsverlauf entwickelte sich bekanntlich im Norden sehr unglücklich und mündete schließlich in die Katastrophe von Königgrätz. Der Südarmee hingegen gelang es, durch geschicktes Manövrieren gegenüber dem quantitativ weit überlegenen Gegner die eigene Operationsfähigkeit zu erhalten und ihm in der Feldschlacht bei Custoz(z)a am 24. Juni sogar eine Niederlage beizubringen. Die letztlich auf dem nördlichen Kriegsschauplatz einsetzende Krise nötigte die Armeeführung jedoch, Truppen zugunsten der Nordarmee abzuziehen, sodass ab dem 9. Juli Venetien geräumt werden musste. Damit hatten sich die strategischen Vorgaben, unter deren Berücksichtigung der Einsatz der Flotte geplant worden war, nämlich Deckung des Rückens der in Italien stehenden Armee, vollkommen gewandelt. Das gemeinsame Wirksamwerden von Land- und Marinestreitkräften war spätestens ab Mitte Juli 1866 nicht mehr möglich.

3. Die österreichische Kriegsmarine bei Kriegsbeginn

Am 18. April ergingen im Rahmen einer „Allerhöchsten Entschließung“ die ersten Direktiven hinsichtlich der beabsichtigten Verwendung der k.k. Kriegsmarine im bevorstehenden Krieg mit Italien.9

Dies bedeutete nunmehr definitiv, dass innerhalb der Armeeführung der militärische Einsatz der Flotte für wahrscheinlich gehalten wurde, und schuf endgültige Klarheit hinsichtlich der einzuleitenden Vorbereitungsmaßnahmen. Im Grunde folgten die Direktiven aus Wien den Vorschlägen der Marinetruppen- und Flotteninspektion, kamen jedoch im Vergleich zu der bereits überall spürbaren Kriegsstimmung relativ spät. Sie enthielten organisatorische Anweisungen, vor allem welche Einheiten der Kriegsmarine in die operative Eskader eingereiht werden sollten: An Panzerschiffen die Fregatten „Don Juan d`Austria“, „Kaiser Max“, „Prinz Eugen“, „Drache“ und „Salamander“, daneben die Holzschraubenfregatten „Novara“, „Schwarzenberg“, „Radetzky“, „Donau“ und „Adria“, die Schraubenkorvette „Erzherzog Friedrich“ und die Schraubenkanonenboote „Dalmat“, „Hum“, „Velebich“, „Reka“, „Streiter“, „Seehund“ und „Wall“ sowie die Raddampfer „Elisabeth“, „Greif“, „Lucia“, „Andreas Hofer“ und „Triest“. Für den Kundschafts- und Verbindungsdienst wurden neben den oben erwähnten Raddampfern noch zusätzliche Zivilfahrzeuge angemietet, meist schnell laufende Dampfer, die als „Avisos“ der Flotte zur Verfügung stehen sollten.10 In dieser Flottenliste fehlten jedoch die größten vorhandenen Einheiten, die Panzerfregatten „Erzherzog Ferdinand Max“ und „Habsburg“ sowie das Linienschiff „Kaiser“, welche im abgerüsteten Zustand bzw. noch nicht fertiggestellt in den Häfen von Triest und Pola lagen. Ersteren waren gerade die Maschinenanlagen und Teile der Panzerung montiert worden; Bemastung und Takelage, vor allem jedoch die Bewaffnung – die bestellten Kruppgeschütze waren, nicht wie meist in der österreichischen Marineliteratur dargestellt, aus politischen, sondern technisch-konstruktiven Gründen11 (noch) nicht ausgeliefert worden -, fehlten noch.12 „Kaiser“, das einzige Linienschiff der Flotte (zwei Batteriedecks, 92 Kanonen) war erst kürzlich für seeuntüchtig erklärt worden und erwartete seinen Umbau zum Blockschiff oder Wohnhulk.13 Obwohl die Tatsache, dass die Marinesektion innerhalb des Kriegsministeriums trotz der sich bereits abzeichnenden politischen Krise offensichtlich kein gesteigertes Interesse an der Indienststellung bzw. Vollendung dieser Einheiten gezeigt hatte, schon allein verwunderlich stimmen musste, konnte auch die durch eine „Allerhöchste Entschließung“ als operative Eskader bezeichnete Flotte keinesfalls als solche genannt werden. Ein Großteil der Einheiten war in die erste oder zweite Reserve versetzt und noch nicht ausgerüstet, viele Einheiten befanden sich fernab heimischer Gewässer und mussten erst zurückgerufen werden.

Die k.k. Kriegsmarine entsprach im Frühjahr 1866 dem Bild einer typischen Friedensflotte, die mit sparsamsten Mitteln den Friedensdienst aufrechtzuerhalten suchte. Konteradmiral Tegetthoff, der Kommandant der Friedenseskader, wurde am 18. April zum Kommandanten der Flotte ernannt. Er kommentierte den Zustand der Flotte im März 1866 folgendermaßen: „… und ich traf in Pola ein, um trotz des Kriegsgeschreies aller in- und ausländischen Blätter das Hafen-Admiralat und das Arsenal in einem gemüthlichen Friedensschlummer wiederzufinden, den zu stören einige von Wien eingetroffene Weisungen von halb verschwommener kriegerischer Färbung nicht vermocht hatten.“14

Tegetthoff sah sich nun mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Die Überlegung, seine quantitative Unterlegenheit durch eine raschere Operationsbereitschaft auszugleichen, blieb illusorisch, nachdem die triste materielle Situation nicht einmal die rechtzeitige Indienststellung aller Einheiten garantierte. Andererseits schlossen die teilweise sehr weiten Rückwege der telegraphisch zurückbeorderten Schiffe ohnehin eine rasche Konzentrierung aus. Weiters traten noch organisatorische Schwierigkeiten hinzu, welche wiederum auf das maritime Unverständnis der Armeeführung zurückzuführen waren. Entgegen den Vorschlägen der Flotteninspektion gestand man Tegetthoff nicht die Selbständigkeit eines Armeekommandanten zu, sondern unterstellte seine Eskader unter das Kommando der Südarmee, ein Umstand, der den flexiblen Einsatz der Marine von vornherein stark beeinträchtigte und entgegen den Erfahrungen des Jahres 1864 noch die Konzeption des klassischen Küstenschutzes zum Ausdruck brachte. Obwohl mit der Bestellung des kriegserfahrenen Tegetthoff zum Eskaderkommandanten die negativen Auswirkungen stark abgeschwächt wurden, machte man damit mehr als deutlich, dass die Adria lediglich als Nebenkriegsschauplatz betrachtet wurde.15 Dennoch gelang es vorerst, von dieser Situation sogar zu profitieren, nachdem die am 21. April angeordnete Versetzung der Südarmee auf den Kriegsstand auch die Kriegsmarine miteinschloss, die ihre Stände somit rechtzeitig zu den Ausrüstungsarbeiten der Schiffe durch die Einberufung der Reservisten und Beurlaubten komplettieren konnte. Es darf bezweifelt werden, ob dies auch erreicht worden wäre, wenn dafür eine separate Weisung der Marinesektion notwendig gewesen wäre.

Als Operationsbasis und Sammelpunkt der nach und nach eintreffenden bzw. ausgerüsteten Kriegsschiffe wurde der nördlich von Pola gelegene Kanal von Fasana festgelegt. Die Wahl dieser Lokation entsprach den militärischen Vorgaben der Südarmee am besten, da im Falle eines italienischen Flottenvorstoßes auf die venezianische Küste, Triest oder Istrien, die k.k. Eskader den Angreifer stets im Rücken bedrohte.16 Der Gegner musste also, um an den erwähnten Küstenabschnitten tätig zu werden, die vor Fasana liegende Flotte unter allen Umständen unschädlich machen. Der Schutz der Küste Dalmatiens wurde hingegen vernachlässigt und blieb auf die wenigen befestigten Punkte Budua, Cattaro, Castelnuovo, Ragusa, Sebenico, Clissa, Knin, Zara, Lissa, Porto Re und Zengg17 beschränkt. Das rechtzeitige Eintreffen der Flotte für den Fall eines italienischen Anlandungsversuches schien aufgrund der weiten Distanzen nicht gewährleistet. Die dem Kanal von Fasana im Westen vorgelagerte Insel Brioni schützte die vor Anker liegende Flotte gegen Feindeinsicht, gleichzeitig stellten die Geschütze des dort angelegten Forts zumindest einen gewissen Schutz dar, der aufgrund des veralteten Artilleriematerials aber eher als moralischer bewertet werden musste. Die Eskader hatte sich vor allem selbst zu schützen, indem die Panzerfregatten der nördlichen Einfahrt am nächsten ankerten und so jeden vermeintlichen Eindringling sofort unter zusammengefasstes Feuer nehmen konnten.

Den schweren Panzerfregatten sollte in der kommenden Auseinandersetzung ohnehin die Hauptlast des Kampfes zufallen, waren sie doch als einzige in der Lage, durch schwere Panzerplatten geschützt, auch schwerem Artilleriefeuer zu widerstehen. Die modernen „Panzer“ waren ein Ergebnis der Erfahrungen des Krimkrieges, während dessen Verlauf auf französischer Seite sogenannte „schwimmende Batterien“ zum Einsatz kamen. Im Grunde wurden die Elemente Artillerie, Panzerschutz und Bewegungsfähigkeit vereinigt, um im Kampf gegen Küstenforts die größtmögliche Feuerkraft zum Einsatz zu bringen. Die ersten beiden als gepanzerte Hochseekriegsschiffe konzipierten Einheiten waren die französische „Gloire“18 und der englische „Warrior“, welche beide 1860 vom Stapel liefen und endgültig das Ende der Holzkriegsschiffära einleiteten.19 Obwohl sich die neuen Konstruktionen nicht immer als besonders seetüchtig erwiesen, galten sie als das effektivste Kampfmittel der modernen Seeschlacht. Diesem Trend entsprechend, war auch in Österreich und Italien daran gegangen worden, die alten Holzkriegsschiffe nach und nach durch neue Panzerfregatten zu ersetzen. Die beiden ersten, vom Obersten Schiffsbauingenieur Joseph von Romako entworfenen, österreichischen Panzerfregatten („Drache“ und „Salamander“) waren noch sehr einfach konstruiert und verkörperten im Grunde mit Eisenplatten verstärkte Holzfregatten. Die gleichfalls 1861 auf Kiel gelegten Panzerfregatten II. Klasse entsprachen einer vergrößerten Version des ersten Typs, erwiesen sich aber als extrem seeuntüchtig, sodass sie nach Kriegsende (1867) bereits umgebaut werden mussten („Kaiser Max“, „Prinz Eugen“, „Don Juan d`Austria“). Erst die gleichfalls von Romako entworfenen Panzerfregatten III. Klasse („Erzherzog Ferdinand Max“ und „Habsburg“) genügten hinsichtlich ihrer Armierung und Bewaffnung dem europäischen Standard.20

Aber gerade diese modernsten Einheiten lagen noch unfertig in Pola und mussten nun unter Zuhilfenahme zahlreicher Improvisationen notdürftig ausgerüstet werden. Am 10. Mai, rund zwei Monate vor dem Aufeinandertreffen der beiden Flotten vor Lissa, entschied Tegetthoff, dass er weder auf die beiden „Panzer“ noch auf das Linienschiff „Kaiser“ verzichten werde können, und beantragte deren Indienststellung. Notfalls sollten die beiden „Panzer“ als „Rammen“ zum Einsatz kommen. Die Fertigstellung der Panzerung gelang in der Rekordzeit von nur wenigen Wochen – anstatt der nicht gelieferten Krupp-Geschütze wurden österreichische 48 pfündige Kanonen montiert -, sodass „Ferdinand Max“ am 21. Juni und „Habsburg“ am 27. Juni vollkommen seeklar auf der Reede von Fasana eintreffen konnten. Gleichzeitig erwirkte Tegetthoff von der Marinesektion im Kriegsministerium die improvisierte Verstärkung der Holzkriegsschiffe. Dazu wurden zwischen den Stückpforten des Batteriedecks Ankerketten und um die Kesselräume Eisenschienen montiert, die zwar lediglich gegen schräg aufschlagende Projektile einen gewissen Schutz bieten konnten, jedoch von großem moralischen Wert waren.

Am 23. Juni, dem Tag des Beginns der Feindseligkeiten auf dem südlichen Kriegsschauplatz, lag die k.k. Eskader bis auf die Panzerfregatte „Habsburg“, das Linienschiff „Kaiser“, die Schraubenfregatte „Novara“ und vier kleinere Einheiten auf der Reede von Fasana vollständig versammelt. Die eintreffenden Einheiten begannen unverzüglich mit der intensiven Ausbildung der Mannschaften, wobei dem Artilleriedienst das größte Augenmerk zugewendet wurde. Die Erfahrungen des Seegefechtes bei Helgoland 1864 hatten gezeigt, dass die Konzentrierung des Batteriefeuers auf nahe Distanzen weitaus größeren Schaden anrichtete als das sonst gebräuchliche parallele (Einzel-)Feuer, das von den einzelnen Geschützvormeistern individuell geführt wurde. Vor allem wenn man es mit Panzerfregatten zu tun hatte, stellte sich die konzentrierte Feuerart als die effektivste heraus und konnte eine etwaige Unterlegenheit in Quantität und Kaliber ausgleichen. Die Marinesektion, die bei den Ausrüstungsvorhaben der einzelnen Einheiten durch übertriebene Sparmaßnahmen die Indienststellung der Flotte stark verlangsamt hatte, entsprach in diesem Fall überraschender Weise den Anträgen Tegetthoffs und genehmigte für die Übungen eine zusätzliche Munitionsdotation.21

4. Der Gegner

Die italienische Kriegsmarine von 1866 war aus der Vereinigung der sardischen mit der neapolitanischen Flotte 1859 entstanden und galt als Prestigeobjekt des jungen Königreiches. Die Geldmittel flossen reichlich, doch konnte die italienische Industrie mangels entsprechender Produktionsanlagen noch keine Eisenschiffe herstellen. Die Flotte, die nun in den Jahren 1860 bis 1866 förmlich aus dem Boden gestampft wurde, entstand in den renommiertesten Werften Englands, Frankreichs und in den USA. Die große Anzahl der nach den neuesten Erkenntnissen gefertigten Kriegsschiffe sollte den politischen Anspruch Italiens, die dominierende Macht in der Adria, später sogar des gesamten Mittelmeeres zu werden, militärisch untermauern. Diese Rüstungen konnten im Grunde genommen nur gegen Österreich gerichtet sein, welches die strategisch wichtigen Küstenlandstriche Venedigs, Triests und Istriens zu seinem Staatsgebiet zählte.

Dem Kommandanten der für den Krieg gegen Österreich bestimmten Operationsflotte, Admiral Conte di Persano, standen im Juli 1866 durch diese Rüstungsanstrengungen zwölf Panzer-, und dreizehn Holzfregatten sowie fünf Aviso- und drei Transportschiffe zur Verfügung. Darunter befand sich auch das auf einer englischen Werft nach den Erfahrungen des amerikanischen Bürgerkriegs gebaute erste Hochseeturmschiff, der „Affondatore“ („Versenker“). Ursprünglich als sogenannter „Widder“ mit einem neun Meter langen Sporn konstruiert, wurde die Bewaffnung durch zwei, jeweils in einem drehbaren Panzerturm gelagerte, 300 pfündige (22,8 cm) Armstrong-Kanonen ergänzt. Nach seiner Endausrüstung in Cherbourg verlegte der „Affondatore“ ab 20. Juni in die Adria und traf gerade noch rechtzeitig zur Seeschlacht vor Lissa bei der italienischen Flotte ein.22 Die Erwartungen in diesen auch als „Sporn-Monitor“ bezeichneten Schiffstyp lagen derartig hoch, dass er für fähig gehalten wurde, die österreichische Marine, welche in europäischen Marinekreisen als technisch rückständig eingeschätzt wurde, im Alleingang niederkämpfen zu können.23 Aber auch die übrigen Panzerschiffe brauchten den Vergleich mit englischen und französischen Kriegsschiffen nicht zu scheuen. Die Bewaffnung umfasste als Standardgeschütz gezogene 16 cm-Kanonen, die – wie etwa auf der „Rè d`Italia“ – noch durch zusätzliche 20 cm-Geschütze verstärkt wurden.24 Zu diesen in der Operationsflotte vereinigten Kriegsschiffen traten noch zusätzliche Einheiten, die in der Adria oder im Mittelmeer kreuzten und für einen späteren Einsatz bereitgehalten wurden. Somit unterstanden der Kriegsmarine insgesamt 38 Kriegsschiffe (inklusive Avisios) und 23 Transportschiffe (davon sieben armiert), wobei ihr Gesamtdeplacement 107.000 Tonnen betrug. Die Gesamtzahl der Geschütze belief sich auf 750, die Gesamtmaschinenleistung auf fast 18.000 PS. Die österreichische Eskader hingegen vereinigte unter Miteinbeziehung aller Avisos und angemieteter Hilfsdampfer lediglich 60.000 Tonnen Deplacement, 11.000 PS Maschinenleistung und 544 Rohre. Letztere waren jedoch zu 80% veraltete Glattrohrkanonen im Kaliber von 30 und 48 Pfund, welche sich aufgrund ihrer schlechteren ballistischen Eigenschaften vor allem hinsichtlich Reichweite und Wirkung den italienischen Geschützen unterlegen zeigten. Die italienischen Kriegsschiffe verfügten daher über den Vorteil, bereits auf große Distanzen den Feuerkampf eröffnen zu können.

Die maßgeblichen italienischen Weisungen für die Gliederung der Operationsflotte ergingen am 3. Mai und sahen die Bildung dreier Geschwader vor. Als Versammlungspunkt wurde der Flotte Ancona zugewiesen, welches aufgrund seiner leistungsfähigen Hafenanlagen und bereits aufgefüllten Materialdepots eine derartig große Anzahl von Schiffen auch versorgen konnte; als Zufluchtshäfen standen Manfredonia und Brindisi zur Verfügung. Zur Erhaltung der Operationsfähigkeit wurden allein in Ancona 27.000 Tonnen, in den beiden Zufluchthäfen jeweils 5000 Tonnen Kohle bereitgestellt. Sollte sich der Bedarf erhöhen, waren in den Depots zu Bari, Messina, Neapel und Genua ausreichende Reservebestände vorhanden.25 Auch in dieser Hinsicht zeigte sich die italienische Marine der österreichischen überlegen. Tegetthoff wurden am 19. Mai rund 31.000 Tonnen englische und 7000 Tonnen inländische Kohle, verteilt auf die Häfen Pola, Venedig, Zara, Kumbor, Lissa und Kleck, in Aussicht gestellt. Der errechnete Gesamtbedarf der Flotte lag bei Fahrten mit voller Kraft bei 1100 Tonnen pro Tag. Da nach Eröffnung der Feindseligkeiten mit einer weiteren Zufuhr englischer Kohle nicht mehr gerechnet werden konnte, sollten zumindest 30.000 Tonnen tatsächlich verfügbar sein. Eine Schätzung der vorhandenen Bestände am 9. Juni ergab lediglich 13.000 Tonnen englische Kohle. Die Marinesektion hielt diese Menge dennoch für ausreichend und wies auf die negativen ökonomischen Auswirkungen angekaufter und dann doch nicht benötigter Kohle hin. Sollte sich der Bedarf dennoch erhöhen, müsste qualitativ schlechtere inländische Kohle angekauft werden.26 Tegetthoff hatte, da die Marinesektion von dieser Haltung nicht abzubringen war, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Einzelkreuzungen, sofern sie nicht der Sicherung der Flotte dienten, hatten in Zukunft zu unterbleiben. Auch die taktischen Manöver, bei denen ständig Formationswechsel und Angriffsabläufe im Flottenverband geübt wurden (für alle Schiffe nach ihrem Eintreffen vor Fasana obligatorisch), litten unter der Kohlelimitierung und durften daher nur mehr mit halber Geschwindigkeit durchgeführt werden.

5. Der Angriff auf Lissa

Am 20. Juni erfolgte die Kriegserklärung Italiens, der Beginn der Feindseligkeiten wurde mit dem 23. Juni festgesetzt. Eine Rekognoszierung des gemieteten Dampfers „Stadium“ hatte noch keine feindlichen Flottenaktivitäten gemeldet, sodass Tegetthoff annehmen konnte, das Gros der gegnerischen Flotte hätte seine Operationsbasis noch nicht erreicht. Um den taktischen Vorteil, bei einem etwaigen Vorstoß noch auf kleinere feindliche Abteilungen zu treffen, auszunutzen, ansonsten aber zumindest ein persönliches Bild der Lage zu bekommen, überlegte Tegetthoff eine „scharfe“ Erkundung des Gegners. Da ihm mit Erlass vom 15. Mai27 bereits entsprechende Direktiven hinsichtlich des Verhaltens der Flotte für den bevorstehenden Krieg zugegangen waren, die davor warnten, eine Unternehmung zu beginnen, welche die Existenz der Flotte aufs Spiel setzen könnte, bedurfte es für diese Aktion einer Genehmigung seitens des Kommandos der Südarmee. Dabei kam der Flotte der erfolgreiche Verlauf der ersten Operationen der Südarmee – Siege österreichischer Truppen bei Verona und Custoz(z)a – zugute. Der k.k. Eskader wurde mit der Einschränkung, die Küste Venedigs „im Auge zu behalten“, freie Hand gewährt.28 Tegetthoff fasste sechs Panzerfregatten, vier Kanonenboote und zwei Raddampfer für diese Unternehmung zusammen, die nunmehr eine endgültige Klärung der Feindlage vor Ancona bringen sollte. Am 27. Juni traf der Flottenverband vor der Reede von Ancona ein und hielt zweieinhalb Seemeilen vor der Küste Position. Im Hafen von Ancona konstatierte Tegetthoff elf feindliche Panzerschiffe, vier Schraubenfregatten und zwei Avisodampfer, Rauchsäulen hinter den Hafenmauern verrieten das Vorhandensein weiterer Einheiten. Die italienische Flotte wurde vom plötzlichen Auftauchen Tegetthoffs vollkommen überrascht, zumal die quantitative und qualitative Unterlegenheit der Österreicher ja allgemein bekannt war. Insgesamt befanden sich 25 italienische Schiffe vor Ancona, wobei jedoch noch nicht alle ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht hatten. Die „Panzer“ „Principe di Carignano“, „Terribile“ und „Formidabile“ waren gerade dabei, Geschütze zu tauschen und neu zu montieren, auf „Rè di Portogallo“ hatte sich ein Teil der eingeschifften Kohle selbst entzündet und beschäftigte die Mannschaft mit Löscharbeiten, der Rest lag teilweise dampfunklar vertäut. Erst nach und nach setzten sich die ersten Einheiten in Bewegung, wobei es aufgrund des Gedränges zu einer Havarie zwischen „San Martino“ und „Maria Pia“ kam. Persano ließ Kiellinie formieren, erkannte jedoch, dass sich die k.k. Eskader augenscheinlich Richtung Norden zurückzog, und ließ von einer Verfolgung ab. Diese Begebenheit sollte, obwohl es zu keinen Gefechtshandlungen gekommen war, massive Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Krieges zur See haben. Das unbehelligte Agieren der feindlichen Flotte vor der eigenen Operationsbasis wurde von der italienischen Bevölkerung, aber auch von der Flotte selbst als eine moralische Niederlage empfunden. Die Erklärung Persanos, einige seine Schiffe wären nicht gefechtsklar gewesen, konnte die öffentliche Erregung kaum beruhigen. Noch dazu bekam man am 5. Juli von den österreichisch-französischen Geheimverhandlungen Kenntnis, deren Inhalt den öffentlichen Druck auf die Flotte und ihren Befehlshaber noch zusätzlich verstärkte – Österreich trug Frankreich für seine neutrale Stellung in diesem Krieg die Abtretung Venetiens an.29 Nachdem auch noch die Gefahr eines seperaten Waffenstillstands zwischen Österreich und Preußen gegeben war, und die italienischen Truppen bis dato ihre militärischen Ziele nicht erreicht hatten, sollte die Flotte die „Kastanien aus dem Feuer holen“. Marineminister Depretis ordnete nach Abschluss der Ausrüstungsarbeiten das unverzügliche Auslaufen der Flotte an, um sich nach der Ausschaltung der österreichischen Eskader an einem geeigneten Punkt der österreichischen Küste festzusetzen. Entsprechend dieser Ordre stach Persano am 8. Juli in See, kreuzte in der Mitte der Adria, hielt sich aber bewusst von der österreichischen Küste fern. Warum der Admiral trotz seiner quantitativen Übermacht nicht tätig werden wollte, kann nur so erklärt werden, dass ihm seine Überlegenheit um vier Panzerschiffe zu niedrig erschien, um Tegetthoff zu einer Entscheidungsschlacht an der österreichischen Küste herausfordern zu können. Vielleicht sollte aber auch nur das Eintreffen des „Affondatore“ abgewartet werden. Dennoch, am 13. Juli ankerte die Flotte wieder vor Ancona. Am 14. Juli fand nahe Ferrara unter dem Vorsitz des Königs ein Ministerrat unter Miteinbeziehung der höchsten militärischen Führungsebenen statt, die Persano für den Fall weiterer Untätigkeit die Enthebung vom Flottenkommando androhte.30 Die darauffolgende Besprechung zwischen Depretis und der Flottenführung am 15. Juli führte schließlich zu dem Entschluss, die am weitesten gegen Südwesten vorgeschobene Insel Dalmatiens – Lissa – anzugreifen, um sie entweder einzunehmen oder die österreichische Flotte zum Auslaufen zu zwingen.

Die Insel Lissa war während der Franzosenkriege von den Engländern besetzt und zu einer Flottenstation ausgebaut worden. Zum Schutz der Haupthäfen San Giorgio (Nordseite) und Comisa (Westseite) hatte man zahlreiche Befestigungen errichtet, die nach der Übernahme durch Österreich 1815 verstärkt und erweitert wurden. Insgesamt waren 1866 zwölf Werke bzw. ausgebaute Batterien vorhanden, deren artilleristische Bewaffnung aus 88 veralteten Geschützen bestand, die nur zu einem geringen Teil gegen moderne Panzerschiffe erfolgversprechend eingesetzt werden konnten.31 Zur Bedienung der Geschütze und Abwehr infanteristischer Anlandungsversuche standen dem Festungs- und Inselkommandanten, Oberst Urs de Margina, lediglich 1833 Mann zur Verfügung. Als Verbindungsmittel mit der dalmatinischen Küste diente ein Untersee-Telegraphenkabel über Lesina nach Zara. Der Besitz der Insel konnte für die italienische Marine einen strategischen Vorteil, insbesondere für weitere allfällige Operationen, bedeuten. Am 16. Juli stach die Flotte in einer Stärke von 19 Schiffen, darunter elf „Panzer“, in See und erschien nach der Erkundung der Insel durch einen Avisodampfer am 18. Juli vor der Insel. Die Absicht, mit dem Gros der Schiffe bei S. Giorgio tätig zu werden und gleichzeitig bei Comisa Truppen anzulanden, war aufgrund der Verteidigung Comisas nicht möglich. Stattdessen wurden drei Gruppen gebildet: Eine hatte unter dem Kommando des Konteradmirals Vacca die Befestigungen von Comisa anzugreifen und nach Ausschaltung der Küstenbatterien eine Landung vorzubereiten, die zweite sollte unter dem Kommando des Vizeadmirals Albini den kleinen Hafen von Manego unter Feuer nehmen, um danach Truppen auszuschiffen – Persano selbst kommandierte das Gros der Flotte vor S. Giorgio. Die Dispositionen wurden am Vormittag des 18. Juli eingenommen. Die Feuereröffnung der ersten beiden Gruppen erfolgte zwischen zehn und elf Uhr, dabei zeigte sich jedoch, dass die teilweise sehr hoch in den Felsen angelegten Batterien von den Schiffsgeschützen nicht erreicht werden konnten, sodass das Feuer eingestellt wurde. Albini versuchte nun die Landung in der Bucht von Karober. Vacca hatte sich auf Befehl Persanos an der Beschießung S. Giorgios zu beteiligen. Die in ihrer Reichweite und Schusswirkung weit unterlegenen Küstenbatterien erlitten während des fast sechsstündigen Bombardements schwere Beschädigungen, doch konnten die Versuche, mit Panzerschiffen die Hafeneinfahrt zu forcieren, verhindert werden. Um acht Uhr abends wurde das Feuer eingestellt und die Schiffe zogen sich aus dem Feuerbereich der Küstenbatterien zurück. Die Festungsartilleristen setzten über Nacht die meisten havarierten Geschütze wieder in Stand, so dass die Abwehrfähigkeit der Österreicher für den nächsten Tag weitgehend wiederhergestellt war.

Unterdessen waren italienischen Kanonenboote nach Lesina kommandiert worden, um die Telegraphenleitung nach Lissa zu unterbrechen. Dieses Vorhaben gelang zwar, doch konnte der Telegraphist unter Mitnahme des Apparates flüchten und meldete, an anderer Stelle wieder mit dem Kabel verbunden, seine Beobachtungen ständig nach Zara weiter.32

Für den 19. Juli änderte Persano seine Dispositionen. Da inzwischen weitere Verstärkungen eingetroffen waren, hatte sich die Stärke des Landungskorps auf 2600 Mann erhöht. Albini sollte nun mit den Holzkriegsschiffen die Landung bei Karober durchsetzen, die beiden Panzerschiffe „Terribile“ und „Varese“ hatten Comisa weiter zu beschießen, um die dortigen Batteriebesatzungen zu binden, die verbleibenden „Panzer“ in den Hafen von S. Giorgio einzudringen und die dortigen Batterien auszuschalten. Letzteres gelang, indem sich insgesamt vier Panzerschiffe vor die Hafenbatterien legten und diese unter konzentriertes Feuer nahmen. Unverständlicherweise zogen sich jedoch plötzlich drei „Panzer“ wieder zurück, der vierte musste, von allen noch verfügbaren Geschützen der Österreicher unter Feuer genommen, folgen.

Albinis Versuche, die Landungstruppen auszuschiffen, waren unterdessen gleichfalls gescheitert, weniger aufgrund der ohnehin nur schwachen Gegenwehr, sondern mangels entsprechender Entschlussfreudigkeit des Kommandanten. Persano befand sich am Abend des 19. Juli somit in einer peinlichen Lage, da er einerseits trotz augenscheinlicher Überlegenheit und entsprechender Zusagen an das Marineministerium Lissa immer noch nicht eingenommen hatte, andererseits mehrere Schiffe beschädigt worden waren und die Kohle- bzw. Munitionsvorräte ergänzt werden sollten. Wilhelm Knobloch schreibt in seiner Relation über die Kämpfe von Lissa,33 die Italiener hätten zwischen 35-40.000 Projektile auf die Befestigungsanlagen abgefeuert. Wenn diese Zahl auch etwas zu hoch gegriffen erscheint, so lag sie jedoch sicherlich um ein Vielfaches über den von österreichischer Seite abgegebenen 2667 Schüssen. Entschied sich der Admiral für die Rückkehr nach Ancona, würde er mit dem Vorwurf der Unfähigkeit konfrontiert werden, blieb er vor Lissa, war die Möglichkeit eines Eingreifens der k.k. Eskader sehr wahrscheinlich. Nachdem am Morgen des 20. Juli ein Dampfer mit zusätzlichen Landungstruppen eingetroffen war, entschied sich Persano, Lissa erneut anzugreifen und alles auf eine Karte zu setzen. Als um acht Uhr früh die einzelnen Einheiten ihre befohlenen Positionen um die noch ganz in Nebel gehüllte Insel Lissa eingenommen hatten, meldete der vorgeschobene Aviso „Esploratore“ eine Anzahl verdächtiger Schiffe – die k.k. Eskader war zum Entsatz von Lissa angetreten.34

6. Die Schlacht

Nach der Rückkehr der k.k. Eskader von ihrer Unternehmung gegen Ancona stieß das letzte noch verbleibende Panzerschiff, die Fregatte „Habsburg“, zur Flotte. Sofort wurden die taktischen Übungen und Manöver, die mit Genehmigung des Kommandos der Südarmee sogar bis auf die Sichtweite von Ancona ausgedehnt wurden, wieder aufgenommen. Dabei übte die Flotte, in drei taktische Divisionen aufgeteilt, neben Formationsänderungen und Gegenmarsch einzelner Gruppen vor allem den gleichzeitigen Kurswechsel aller Schiffe. Am 10. Juli war schließlich auch das letzte zur Operationsflotte bestimmte Schiff, der Raddampfer „Vulcan“, auf der Reede von Fasana eingetroffen. Der Gegner schien, so die Meldungen einzelner Küstenbeobachtungsstationen, mit ähnlichen Übungen beschäftigt zu sein, sonst gab es keinerlei Hinweise auf eine in Vorbereitung befindliche Aktion.

Da trafen ab dem 17/18. Juli plötzlich telegraphische Depeschen vom Inselkommando Lissa über das Erscheinen feindlicher Schiffe ein, die sich offensichtlich anschickten, einen Angriff auf die Insel einzuleiten. Die Meldungen wurden von Tegetthoff dahingehend interpretiert, dass der Gegner wohl durch Demonstration vor Lissa die k.k. Eskader vom eigentlichen Angriffsziel wegzulocken beabsichtigte. Die Hauptmacht würde, so vermutete der Flaggenstab, nachdem Venetien von den kaiserliche Truppen bereits geräumt worden war und sich italienische Truppen im stetigen Vormarsch Richtung Isonzo befanden, vor der Küste Istriens oder Triests tätig werden. Das Kommando der Südarmee teilte diese Ansicht und wies in einer Depesche besonders auf den Schutz dieser beiden Küstenabschnitte hin.35 Die strategische Ausgangssituation veränderte sich jedoch, als am Morgen des 19. Juli die Stärke des vor Lissa versammelten Geschwaders mit 22 Kriegsschiffen angegeben wurde, die darüber hinaus Landungstruppen mit sich führten. Ein Vergleich mit der von der italienischen Presse leichtsinniger Weise bereits vorzeitig veröffentlichten „Ordre de bataille“ der Operationsflotte ergab, dass die Italiener offensichtlich das Gros ihrer Schiffe bei Lissa zusammengezogen hatten. Tegetthoff ordnete daraufhin das sofortige Auslaufen der kaiserlichen Eskader an und teilte seinen Entschluss dem Hafenadmiralat Pola mit. Ein großer Teil der Schiffe hatte die Reede von Fasana bereits verlassen, als vom Kommando der Südarmee die nachträgliche Genehmigung „Auf Allerhöchsten Befehl ganz nach eigenem Ermessen handeln, wegen Demonstration gegen Lissa nicht auslaufen“ eintraf36; eine weitere Depesche, die nochmals auf die Sicherung Istriens und Triests hinwies, erreichte die Flotte nicht mehr.

Die k.k. Eskader dampfte in drei aufeinanderfolgenden Keillinien, voraus die Division der Panzerschiffe (Kommandant: Konteradmiral Wilhelm von Tegetthoff), dahinter die Holzkriegsschiffe (Kommandant: Kommodore Linienschiffskapitän Anton von Petz) und in dritter Linie die Kanonenboote (Kommandant: Fregattenkapitän Ludwig Eberle), Richtung Südosten und traf am Morgen des 20. Juli vor Lissa ein. Der anzuwendende Kampfplan war vom Flottenstab während des nächtlichen Anmarsches erörtert worden. Um den Italienern keine Gelegenheit zu geben, ihre quantitative Überlegenheit voll zur Geltung zu bringen, sollte die Schlachtordnung des Gegners vorerst durcheinandergebracht und dann in den Nahkampf, das sogenannte „Melèe“, übergegangen werden. Tegetthoff beabsichtigte, mit seiner „Panzer“-Division mitten in die sich eben in Kielwasserlinie – Marschrichtung Nordost – formierende italienische Flotte hineinzustoßen. Von seinem Flaggenschiff „Erzherzog Ferdinand Max“ ließ er das Signal „Den Feind anlaufen, um ihn zum Sinken zu bringen“ setzen und lief an der Spitze seiner Division auf die feindlichen Schiffe zu.

Inzwischen war es auf Seiten der Italiener zu einigen Missverständnissen und Unklarheiten gekommen: Die immer noch mit der Landung beschäftigten Holzkriegsschiffe waren aufgrund ihrer entfernten Position vorerst nicht in der Lage, unmittelbar einzugreifen, verblieben mangels Eigeninitiative Albinis jedoch sogar während der Einzelgefechte abseits der Kampfhandlungen. Da die beiden Panzerschiffe „Formidabile“ und „ Terribile“ gleichfalls außer Schussweite blieben, reduzierte sich Persanos Kampfkraft um rund 400 Geschütze und kostete ihn seine quantitative artilleristische Überlegenheit. Er selbst entschied sich, von seinem bisherigen Flaggschiff „Rè d`Italia“ auf den „Affondatore“ überzusetzen, der jedoch mangels einer Admirals- lediglich eine Vizeadmiralsflagge setzen konnte. Der für den Schiffswechsel Persanos notwendige Halt des „Rè d`Italia“ in der Kielwasserlinie vergrößerte dabei den Abstand zum weiterlaufenden Vorderschiff erheblich, dagegen hatte der dahinter laufende „Palestro“ seine zugewiesene Position noch gar nicht erreicht, sodass die anbefohlene Kielwasserlinie nur an der Spitze geschlossen, nach hinten jedoch weit auseinandergezogen wurde. Tegetthoff brach mit seinen Schiffen genau zwischen der Vorhut und dem „Rè d`Italia“ in die feindliche Linie ein und zersplitterte damit die italienische Schlachtaufstellung. Was sich in den darauffolgenden eineinhalb Stunden schließlich ereignete, ging als erste Seeschlacht moderner Panzerflotten in die Marinegeschichte ein, lief aber nicht in jener Weise ab, wie es internationale Marinetheoretiker vorhergesagt hatten. Statt des Aufeinandertreffens in Divisions- und Gruppenverbänden lösten sich diese auf oder bestanden nur mehr lose – die Schlacht selbst spielte sich als Summe unzähliger Einzelkämpfe ab, die durch die starke Rauchentwicklung der Schlote und Geschütze noch unübersichtlicher, ja geradezu chaotisch wirkten.

Die österreichischen Holzkriegsschiffe hatten nach Tegetthoffs Durchbruch Kielwasserlinie formiert, um die im Südwesten liegenden italienischen Holzschiffe anzugreifen, gerieten dabei aber in den Feuerbereich der am Ende der italienischen Schlachtlinie herandampfenden „Panzer“, die ihrerseits Kurs auf die Österreicher nahmen. „Affondatore“ suchte das vermeintliche österreichische Flottenflaggschiff „Kaiser“ zu rammen und brachte, nachdem dies misslungen war, seine schwere Artillerie zum Einsatz. Nach mehreren Treffern entwickelte sich die Lage für den „Kaiser“ zunehmend ungünstiger, bis es den nachfolgenden österreichischen Schiffen gelang, den „Affondatore“ abzudrängen. Kaum war diese Situation bewältigt, wurde Kommodore Petz mit dem auf Rammkurs heranlaufenden „Rè de Portogallo“ konfrontiert. Er wendete, ließ den „Kaiser“ auf Gegenkurs gehen und stieß mit voller Wucht, allerdings in sehr spitzem Winkel, gegen den Gegner. Dabei wurden beide Schiffe beschädigt – der Schaden auf dem „Kaiser“ erwies sich jedoch als weitaus schwerwiegender. Bugspriet und Fockmast waren gebrochen, der Schlot zertrümmert und auf Deck ein Brand ausgebrochen. Petz entschied sich, nachdem er von einem weiteren „Panzer“ angegriffen wurde und schon einige Treffer abbekommen hatte, das Schlachtfeld zu verlassen und San Giorgio auf Lissa anzulaufen.

Die „Panzer“-Division Tegetthoffs befand sich zum Zeitpunkt des Rückzuges des „Kaiser“ im dichten „Melèe“ mit den italienischen Panzerschiffen. Obwohl die Schiffsbatterien beider Seiten aus allen Rohren feuerten, blieb das Artilleriefeuer erstaunlicherweise ineffektiv. Die Italiener schossen zwar in rascher Folge, konnten aber ihre Geschütze auf nahe Distanzen nicht richtig handhaben und trafen nur sehr schlecht. Die österreichischen Geschütze hingegen feuerten in konzentrierten Lagen, erzielten dabei viele Treffer, doch zeigten die veralteten Rohre gegenüber der italienischen Panzerung die befürchtete geringe Wirkung.

„Erzherzog Ferdinand Max“ versuchte mehrmals, feindliche Schiffe zu rammen, traf jedoch immer wieder in zu spitzem Winkel auf, sodass es beim Gegner zu keinen nennenswerten Schäden kam. Bei einem dieser Versuche wurde „Palestro“ am Heck gestreift und die Takelage beschädigt. Die an der Besangaffel am Heck gehisste italienische Nationalflagge fiel mit Tauwerk und Teilen der Gaffel auf das Deck des „Erzherzog Ferdinand Max“. Steuermann Karkovich befestigte – auf einen diesbezüglichen Zuruf Tegetthoffs hin – die immer noch mit dem „Palestro“ verbundene Flagge an einem Belegklampen, so dass sie, als sich die beiden Schiffe wieder trennten, auf dem „Erzherzog Ferdinand Max“ zurückblieb.

Mitten im Gefecht erkannte Sterneck plötzlich ein von dichtem Rauch umgebenes feindliches Panzerschiff vor sich, welches ihn im allgemeinen Chaos offensichtlich zu spät bemerkte. Sofort ließ er den „Erzherzog Ferdinand Max“ auf volle Fahrt beschleunigen und rammte den Gegner frontal mittschiffs. Mit einer Geschwindigkeit von zehn bis elf Knoten bohrte sich der Rammbug tief in den feindlichen Schiffskörper – die Wucht war so enorm, dass der Gerammte in Stoßrichtung überkrängte. Sterneck ließ die Maschinen rückwärts laufen und löste sich von seinem Opfer. Durch die nun frei gewordene gewaltige Bresche strömten die Wassermassen in das Schiffsinnere und zogen das Panzerschiff innerhalb von drei Minuten in die Tiefe – der „Rè d`Italia“ war mit 391 Offizieren und Mannschaften gesunken.37

Der Eindruck des sinkenden Schiffes wirkte auf die Augenzeugen, sowohl Italiener als auch Österreicher, geradezu lähmend, so dass für einen Moment fast Totenstille herrschte. Erst nach wenigen Augenblicken der Fassungslosigkeit realisierten die Österreicher ihren Erfolg und bejubelten die Versenkung. Es wurde sofort der Befehl gegeben, die noch verwendungsfähigen Boote zu Wasser zu bringen, um die an der Sinkstelle treibenden Schiffbrüchigen aufzunehmen, doch wurde der „Erzherzog Ferdinand Max“ plötzlich selbst zum Gejagten. Einem auf Rammkurs herandampfenden „Panzer“ konnte durch eine abrupte Kursänderung gerade noch ausgewichen werden, wobei beide Schiffe derartig knapp aneinander vorbei glitten, dass die Bedienungsmannschaften ihre Setzer nicht in die Geschützmündungen einführen konnten. Das feindliche Schiff zündete in diesem Augenblick eine Breitseite, und es schien, als würde das österreichische Flaggenschiff das Schicksal des „Rè d`Italia“ teilen, doch statt brisanter Granaten drang nur Rauch durch die Stückpforten – der Gegner hatte offensichtlich seinen Ladevorgang nicht mehr beenden können und nur „blind“ geschossen.38

Inzwischen begleiteten die österreichischen Holzkriegsschiffe den „Kaiser“ bis San Giorgio und liefen dabei parallel zu den Holzschiffen Albinis, der sich in Kielwasserlinie Richtung Südost befand. Auf die Signale Persanos, der vom „Affondatore“ aus Albini zum Angriff gegen die österreichische Holzdivision aufforderte, glaubte dieser nicht reagieren zu müssen, da ihm der Schiffswechsel des Kommandierenden nicht bekannt war und „Affondatore“ ja keine Admiralsflagge gehisst hatte. Außerdem befanden sich Teile der österreichischen „Panzer“-Division im Anmarsch, wodurch ein Angriff auf die österreichischen Holzschiffe zu gefährlich erschien und er sich wieder zurückzog. Die italienischen Panzerschiffe hatten sich unterdessen im Norden gesammelt und stießen zur Unterstützung der Gruppe Albini Richtung Süden vor. Tegetthoff sammelte daraufhin gleichfalls seine Einheiten, versuchte, die bedrohten Schiffe gegen Nordwest abzuschirmen, und formierte nördlich des Hafens San Giorgio Kielwasserlinie Richtung Nordost, dahinter sollten in zweiter und dritter Linie die Holzkriegsschiffe und Kanonenboote Aufstellung nehmen. In einer Entfernung von ca. fünf Seemeilen hatte Persano gleichfalls drei Linien formiert, die parallel zu den Österreichern lagen. Genau dazwischen steuerte der während der Kämpfe in Brand geratene „Palestro“ südwärts und versuchte, in die Nähe der italienischen „Panzer“-Linie zu gelangen. Persano näherte sich dem brennenden Schiff und signalisierte an die Flotte, hinter dem „Affondatore“ Kielwasserlinie zu formieren und den Gegner anzugreifen. Zu diesem Zeitpunkt explodierten einige im Zwischendeck des „Palestro“ bereitgestellte Granaten und zündeten das unter Wasser gesetzte Munitionsmagazin – der „Panzer“ flog mit einem gewaltigen Knall in die Luft; von den 228 Mann Besatzung konnten nur 26 gerettet werden.

Die Entscheidung war damit endgültig gefallen und Persano entschied sich gegen die Empfehlungen seines Stabes zur Rückkehr nach Ancona. Von den zwölf Panzerschiffen der italienischen Flotte waren zwei versenkt worden, ein drittes bereits gefechtsunfähig nach Ancona abgegangen, zwei weitere meldeten Maschinenprobleme. Die quantitative Überlegenheit der Panzerschiffe war geschwunden, zumal auch der „Affondatore“ keineswegs den in ihn gesetzten Erwartungen entsprochen hatte. Die Flotte nahm Kurs auf Ancona und traf dort im Verlauf des 21. Juli ein. Tegetthoff nahm den Abzug der Italiener verwundert zur Kenntnis und ordnete seinerseits den Rückzug nach San Giorgio an – die Schlacht war gewonnen.

Am 21. Juli depeschierte der Kaiser nach Erhalt der Siegesnachricht an Tegetthoff: “Ich ernenne Sie zum Vize-Admiral. Den Offizieren und Mannschaften Meiner tapferen Flotte Meinen Dank. Ich erwarte Ihre Auszeichnungs-Anträge.“39

7. Historische Anmerkungen zu Romakos „Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa“ I und II

Folgt man der Biographie Anton Romakos, so war die Darstellung des fulminanten Sieges der österreichischen Kriegsmarine bei Lissa als Möglichkeit gesehen worden, am Kaiserhof Aufmerksamkeit zu erregen. Die Wahl gerade dieses Themas dürfte nicht zuletzt familiär eine gewisse Rolle gespielt haben, da durch den Bruder des Künstlers, Josef Romako, und seine Tätigkeit als Schiffskonstrukteur bereits ein allgemeiner Marinebezug bestand. Josef Romako hatte aber auch unmittelbar mit der Schlacht von Lissa selbst zu tun, schließlich waren die österreichischen Panzerfregatten der kaiserlichen Eskader ja seine Schöpfung gewesen und hatten sich gegenüber den nach englischen und französischen bzw. amerikanischen Entwürfen gebauten italienischen „Panzern“ glänzend bewährt. Nicht zuletzt spielte wohl auch die faszinierende Persönlichkeit Tegetthoffs eine große Rolle, der, obwohl bereits im April 1871 verstorben, immer noch eine ungeheure Popularität genoss, die weniger auf seine sehr effektive Tätigkeit als Marineoberkommandant zurückzuführen war, sondern begreiflicherweise unmittelbar mit den Ereignissen vom 20. Juli 1866 zu tun hatte. Die Schlacht von Lissa, in der Entschlusskraft, Mut und vor allem Kaltblütigkeit die materielle Überlegenheit des Gegners nicht nur aufwog, sondern besiegte, hatte neue Maßstäbe gesetzt – entsprach also der klassischen David-Goliath-Situation. Obwohl sicherlich die meisten Schiffskommandanten der vor Lissa operierenden k.k. Eskader mit jenen Eigenschaften charakterisiert hätten werden können, wurden sie – nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Meinung – in der Person Tegetthoffs vereinigt und noch stark überhöht.

Die erste Skizze zu diesem Thema, die Romako im Jahre 1877 anfertigte, scheint noch sehr stark von sehr subjektiven Aspekten des Künstlers, der – möglicherweise aufgrund eines Augenzeugenberichts – sich die Situation an Bord des „Erzherzog Ferdinand Max“ unmittelbar vor dem Rammstoß – wie dann skizziert – vorstellte, geprägt zu sein. Die historische Genauigkeit stand dabei offensichtlich weniger im Vordergrund, vielmehr wirken einzelne Elemente, wie etwa die im Hintergrund nur schemenhaft zu erkennenden Masten anderer Schiffe, geradezu drapiert und erwecken den Anschein, als würden sie eher aus optischen Gründen dort plaziert worden sein. Die Position Tegetthoffs und seines Stabes auf dem Achterdeckaufbau entspricht gleichfalls nicht den tatsächlichen Gegebenheiten, da für die Führung des Schiffes eine eigene, quer über das Deck reichende, Kommandobrücke vorgesehen worden war. Die Skizze spiegelt damit weitgehend die Phantasie des Künstlers wider, beeinflusst von der damaligen zeitgenössischen internationalen Marinemalerei und wohl bereits publizierten Schlachtberichten.

In seinem zwischen 1878 und 1880 entstandenen Gemälde (I) zur selben Thematik reduziert Romako die Schlachtszene schließlich unmittelbar auf die Vorgänge auf Kommandobrücke und Steuerstand, setzt Tegetthoff als ruhenden Pol in die Bildmitte, während die rund um ihn agierenden Personen, mit Ausnahme des links stehenden Sterneck, die ganze Dramatik des bevorstehenden Auftreffens auf den „Rè d`Italia“ vermitteln. Offensichtlich hat der Künstler hier zwei markante, zeitlich aber auseinanderliegende Episoden des „Erzherzog Ferdinand Max“ in einem Bild vereinigt. Hinter den vier das Steuerrad bedienenden Matrosen ist ein weiterer zu erkennen, der, die Kappe schwenkend und dem Stab zugewandt, offensichtlich Meldung erstattet. Nachdem er Tauwerk und Stoffteile über der Schulter trägt, könnte es sich um den Steuermann Karkovich handeln, der ja bekanntlich nach dem erfolglosen Rammversuch auf den „Palestro“ dessen Heckflagge erbeutet hatte und dafür mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille, der höchsten Auszeichnung für Mannschaftspersonen, ausgezeichnet wurde. Diese Tat war aber bereits längst vollendet, als der „Erzherzog Ferdinand Max“ seinen Angriff auf den „Rè d`Italia“ begann.

Den Rammstoß hat Romako offensichtlich genauer recherchiert, da er durch den sehr markanten, ja geradezu schockierten Gesichtsausdruck der Steuerleute auf ein Detail hinweist, dass doch militärhistorisches Fachwissen voraussetzt. Bei den Rammversuchen zuvor hatte Sterneck nämlich die Maschinen vor dem Aufprall immer stoppen lassen, um keine Beschädigungen am Bug zu riskieren, im Fall des „Rè d`Italia“ lief er jedoch mit voller Kraft in den Gegner hinein und fügte ihm dadurch die entscheidende Bresche zu, die das rasche Sinken des Panzerschiffes zur Folge hatte.

Hinsichtlich der übrigen Details wäre noch anzumerken, dass alle Offiziere mit Epauletten dargestellt wurden, die jedoch zur Gala- und Paradeadjustierung zählten und daher im Gefecht mit Sicherheit nicht getragen wurden. Auch entsprechen die am oberen linken Bildrand dargestellten Wanten gleichfalls nicht den tatsächlichen Gegebenheiten, da der„Erzherzog Ferdinand Max“ ja bekanntlich nur provisorisch ausgerüstet werden konnte und daher aus Zeitgründen auch nur die zur Signalgebung notwendige Takelage erhielt.

Das zweite (II), deutlich verkleinerte Ölbild „Tegetthoff in der Seeschlacht vor Lissa“ entstand um 1880/1882 und erscheint vom historischen Standpunkt gleichsam als „korrigierte“ Version des ersten Bildes. Sowohl Wanten als auch Epauletten sind verschwunden, die im Hintergrund erkennbaren Masten könnten auf die zum Zeitpunkt des Rammstoßes tatsächlich links hinter dem „Erzherzog Ferdinand Max“ laufende österreichische Schraubenfregatte „Novara“ hindeuten. Gleichfalls findet die Karkovich-Episode keine Berücksichtigung mehr.

Ein interessantes Detail ergibt sich hinsichtlich der dargestellten Offiziere. Der ganz rechts stehende Korvettenkapitän Attlmayer führte auf dem ersten Bild noch den gezogenen Säbel, während Linienschiffskapitän Sterneck, ganz links, einen eher passiven Eindruck machte. Nachdem Sterneck für den Rammstoss jedoch mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien Ordens ausgezeichnet wurde, erschien es Romako wohl passender, ihn mittels Säbel etwas martialischer und energischer aussehen zu lassen. Die Dramatik am Steuerrad der ersten Version wurde gleichfalls verändert, zumal die Steuermatrosen, insbesondere jener in der Mitte, weniger in Erwartung des Zusammenpralls angespannt als euphorisch und sich des Ergebnisses dieser Aktion voll bewusst dargestellt werden. Die links oberhalb des Steuerstandes krepierende Granate soll schließlich die Gefährlichkeit der Situation und den Wagemut der Entscheidung bei gleichzeitiger vollkommener Ruhe des Kommandierenden wohl noch zusätzlich unterstreichen. Tegetthoffs Darstellung hat sich nur insofern verändert, als er in Version Nr. I, seemännisch richtig, um das Schlingern des Schiffes auszugleichen, mit leicht eingedrehten Knien auf der Kommandobrücke positioniert wird. In der späteren Version verzichtet Romako auf diese Eigenheit, die wohl auch nicht wirklich attraktiv wirkte, indem er Tegetthoff klassisch breitbeinig darstellte.

Ein weiterer kleiner Fehler ist dem Künstler aber auch hinsichtlich des Hintergrunds unterlaufen. Nachdem die Kommandobrücke auf dem rückwärtigen Teil des Schiffes installiert war, musste der im Hintergrund dargestellte Schlot sich in Wahrheit vor der Brücke und dem Steuerstand befinden.

Dennoch sind beide Ausführungen von Romakos „Tegetthoff in der Schlacht bei Lissa“ für den Historiker von besonderem Interesse. Vor allem weil es bei der Flotte im Gegensatz zu den im selben Krieg kämpfenden Landarmeen zu keinen Photoaufnahmen kam, muss diesen Bildern neben ihrer kunsthistorischen Bedeutung auch ein quellenkundlicher Wert beigemessen werden, der sich als Bindeglied zwischen klassischer Schlachtenmalerei und moderner Kriegsdokumentation manifestiert.

1 Rechberger von Rechkron Josef Ritter, Geschichte der k.k. Kriegsmarine. I. Theil. Österreichs Seewesen in dem Zeitraume von 1500-1797, Wien 1882, S. 2-4

2 Ebda. S. 9

3 Ebda. S. 9

4 Ebda. S. 160 f.

5 Ebda. S. 222 f.

6 Regele Oskar, Feldzeugmeister Benedek. Der Weg nach Königgrätz, Wien 1960, S. 217-222

7 Im Frieden von Wien im Oktober 1864 trat Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich ab; die Verwaltung des Kondominiums führt bereits 1865 zu erheblichen Spannungen, die im Vertrag von Gastein (1865) vorerst beigelegt werden konnten.

8 Das Schicksal Venetiens, das in den militärischen Dispositionen beider Seiten aufgrund der politischen Vorgaben eine eminente Rolle zu spielen hatte, wurde letztlich doch auf dem Verhandlungstisch entschieden. Um ein Eingreifen Frankreichs nach der Niederlage der Nordarmee bei Königgrätz zu verhindern, sollte Venetien, noch bevor die endgültige militärische Entscheidung im Süden herbeigeführt worden war, an Napoleon III. abgetreten werden. Die Kriegsmarine kämpfte daher zu einem Zeitpunkt, zu dem die politische Entscheidung bereits definitiv vorlag.

9 Ferdinand Ritter von Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria im Jahre 1866. Seekriegsgeschichtliche Studie, Pola 1896, S.23

10 Filipuzzi Angelo, La Campagna del 1866 nei Documenti Militari Austriaci. Le Operazioni Navali, Padova 1966, S.20

11 Schupita Peter, Die Waffen der k.(u.)k. Kriegsmarine 1860-1918 im Bild, Wien 2006, S. 19f.

12 Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 3

13 Aichelburg Wladimir, Register der k.(u.)k. Kriegsschiffe. Von Abbondanza bis Zriny, Wien 2002, S. 247 f.

14 Adolf Beer (Hrsg.), Aus Wilhem von Tegetthoffs Nachlaß, Wien 1882, S. 43

15 Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 23

16 ebda. S. 32

17 Erich Gabriel, Der Seekrieg in der Adria. In: Gedenkschrift herausgegeben aus Anlaß einer Sonderausstellung über den Krieg vor hundert Jahren, Wien 1966, S. 57

18 Dislere P., Die Panzerschiffe, Wien 1874, S. 23

19 Attlmayer, Über maritime Kriegführung, Wien 1884, S. 123 ff

20 Roger Chesnau, Eugene M. Kolesnik, Kriegsschiffe der Welt 1860 – 1905. Bd. 3: Frankreich, Italien, Österreich-Ungarn und übrige Marinen, Koblenz 1985, S. 156 ff

21 Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 41

22 Kriegsschiffe der Welt, S. 110

23 Die Seeschlacht bei Lissa nach Berichten und Urtheilen der englischen Presse, Wien 1867, S. 173

24 Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, Anhang

25 ebda S. 82

26 ebda S. 44

27 ÖSTA/KA/Erlaß der Marinesektion Nr.794 von 1866 (n. v.)

28 Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 53

29 ebda S. 89

30 ebda S. 95

31 Wilhelm Knobloch, Die Kanoniere von Lissa. Zur Erinnerung an die heldenmüthige Vertheidigung der Insel Lissa durch die österreichische Artillerie am 18., 19. Und 20. Juli 1866, Pola 1896, S. 7 ff

32 Attlmayer, Über maritime Kriegführung, Wien 1884, S. 423 ff

33 Wilhelm Knobloch, Die Kanoniere von Lissa, S. 52 ff

34  Attlmayer, Maritime Kriegführung, S. 427

35  Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 76

36  ÖSTA/KA/Marine Fasz. VI, Rubrik 7, Depesche Nr. 1350

37  Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 158

38   Attlmayer, Maritime Kriegführung, S. 438 ff

39  Attlmayer, Der Krieg Österreichs in der Adria, S. 179

M. Christian Ortner

M. Christian Ortner

Direktor HR Mag. Dr. M. Christian Ortner, ObstdhmfD

Ich bin seit 1995 am Heeresgeschichtlichen Museum in Wien tätig, vorerst als Referats- und Sammlungsleiter „Militärtechnik“ (zuständig für Marine, Luftfahrt, Waffenwesen, Artillerie, Munitionswesen, Harnische, Festungswesen, Modelle, militärische Optik etc.) sowie in weiterer Folge als Leiter der Museums- und Sammlungsabteilung. Seit 2007 bin ich Direktor des HGM/MHI.

Einer meiner Forschungsschwerpunkte ist "Österreich-Ungarn 1848 bis 1918".

Zusätzlich bin ich Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Ordenskunde (ÖGO), der Österreichischen Gesellschaft für Heereskunde, des International Committee of Museums and Collections of Arms and Military History (ICOMAM), bin Mitglied der Österreichischen Kommission für Militärgeschichte (CAHM) und Stv. Vorsitzender des Militärhistorischen Beirats der Wissenschaftskommission beim BMLV.

Preisträger des Werner-Hahlweg Preises für Militärgeschichte 2008
Verleihung des Civil Servant of the Year 2012

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