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Die Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 – Ein operativer und taktischer Abriss

Der Ausgang des Krieges von 1866 hatte weitreichende und schwerwiegende Konsequenzen sowohl für die internationale Politik des „langen 19. Jahrhunderts“ und darüber hinaus bis zum Ersten Weltkrieg, als auch für die innere Verfassung und das Selbstverständnis der Habsburgermonarchie. Es waren aber wohl nicht nur die folgenschweren politischen Implikationen dieses Krieges, sondern vielmehr auch sein für die meisten Zeitgenossen überraschender militärischer Verlauf, die in den seither vergangenen 150 Jahren zu vielfacher, nicht nur geschichtswissenschaftlicher Befassung anregten. Trotz der Fülle der so zu diesem Thema entstandenen Literatur, der wohl abschließenden Klärung einiger Fragen, welche noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Diskussion wesentlich mitprägten und der Verschiebung der Schwerpunkte, dauern die Kontroversen um manche Aspekte, insbesondere die Gründe für die unerwartet deutliche Niederlage der k. k. Nordarmee gegen das preußische Heer, weiter an.

Eine überzeugende Gesamtdarstellung des Einsatzes der k. k. Nordarmee im Jahre 1866, die auf Basis intensiver Auswertung der archivalischen Überlieferung statt „lediglich“ vorhandener Literatur und unter Einhaltung gegenwärtiger wissenschaftlicher Standards verfasst wäre, liegt, trotz einer Studie, die vor 20 Jahren mit diesem Anspruch entstand, bis heute nicht vor.1 Auch im Rahmen dieses Beitrages kann nicht der Versuch unternommen werden, diesem Desiderat nachzukommen. Stattdessen soll zunächst ein kompakter, deskriptiver Abriss der militärischen Vorgänge am nördlichen Kriegsschauplatz bis zum 3. Juli 1866 geboten werden, um darauf aufbauend mögliche Ursachen für die Niederlage der k. k. Armee kritisch zu erörtern.

Die strategische-operative Ausgangsposition und der Aufmarsch

Nachdem zu Beginn des Jahres 1866 eine militärische Konfrontation zwischen Preußen und Österreich wieder wahrscheinlich geworden war, erfolgten auf einer am 28. Februar 1866 in Budapest unter Vorsitz von Kaiser Franz Joseph abgehaltenen Militärkonferenz erste wichtige Entschlüsse, die unter anderem den Generalstab mit der Ausarbeitung der Marschdispositionen beauftragten.2 Die nachfolgend von dem durch Generalstabschef Feldmarschallleutnant Alfred von Henikstein beauftragten Oberst August Neuber ausgearbeitete Grundkonzeption sah einen zurückgenommenen Aufmarsch der Nordarmee im Raum um Olmütz3 statt in Böhmen vor. Damit waren jene operativen Planungen verworfen worden, die bereits im Sommer 1865 auf Initiative Feldmarschall Erzherzog Albrechts und mit dessen und Feldmarschall Heinrich Freiherr von Heßʼ Beteiligung unter anderem von dem der Generaladjutantur des Kaisers zugeteilten Oberstleutnant Friedrich von Beck entwickelt worden waren.4 Diese hatten bereits einen Zweifrontenkrieg gegen Italien und Preußen antizipiert und eine Schwerpunktbildung gegenüber Letzterem, dem vermutlichen Hauptgegner, vorgesehen. Obwohl diese schwächer gedacht war als die tatsächliche Nordarmee im Jahr 1866, wäre anders als in den Planungen Heniksteins ein vorgeschobener Aufmarsch in Böhmen und ein rascher offensiver Vorstoß in Richtung Berlin beabsichtigt gewesen. Zudem war auch das Zusammenwirken mit den Truppen der verbündeten deutschen Mittelstaaten eingehender berücksichtigt worden, als dies später tatsächlich der Fall war. Ihnen wäre die Aufgabe zugedacht gewesen, die beiden westlichen preußischen Korps vom Hauptkriegsschauplatz abzudrängen.5 Davon dass eine österreichische Offensive auch Erfolg haben würde und innerhalb von zwei Monaten zur Niederwerfung der preußischen Armee führen würde, war Erzherzog Albrecht sogar noch im Februar 1866 überzeugt, was insofern von Bedeutung ist, als dieser zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgegangen sein dürfte, selbst an der Spitze der betreffenden Armee zu stehen.6

Es wurde später aber nicht er, sondern Feldzeugmeister Ludwig von Benedek zum Kommandanten der k. k. Nordarmee ernannt – eine Entscheidung Kaiser Franz Josephs, deren Motive bis heute nicht restlos belegbar sind, jedoch insbesondere darauf zurückzuführen sein dürften, dass Benedek vielen in der Armee, vor allem aber in der Öffentlichkeit, als bester General der k. k. Armee galt. Schließlich war er als einer von wenigen aus dem Krieg von 1859 mit gestärkter Reputation hervorgegangen und ab 1860 als Kommandant der Italienarmee und Generalstabschef zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der kaiserlichen Armee aufgestiegen. Wäre ihm nun Erzherzog Albrecht vorgezogen worden, hätte dies als nepotistische Begünstigung interpretiert und im Falle einer Niederlage gegen den Kaiser gewendet werden können. Benedek selbst jedenfalls übernahm nur widerstrebend dieses Kommando, zumal er sich für eine solch große Armee, wie sie die Nordarmee sein würde, nicht kompetent genug erachtete und zudem auf seine gänzliche Unkenntnis des nördlichen Kriegsschauplatzes verwies.7

Damit ergab sich die bemerkenswerte Konstellation, dass an der Spitze der österreichischen Hauptarmee 1866 zwei Männer standen, die sich selbst für ihre Funktionen nicht ausreichend qualifiziert hielten. Denn als Stabschef der Nordarmee wurde später Feldmarschallleutnant Henikstein eingesetzt, was insofern naheliegend war, als er seit 1864 an der Spitze des Generalstabes gestanden hatte. Doch schon damals hatte dieser Zweifel an seiner Qualifikation vorgebracht und diese später in Bezug auf seine Position in der Nordarmee wiederholt.8 Selbst der mit ihm befreundete Benedek war von seiner Eignung zum Generalstabschef offenbar nicht völlig überzeugt. Doch schien dies von nicht allzu großer Bedeutung zu sein, da Benedek schon in der Vergangenheit der Ansicht gewesen war, dass ein fähiger Armeekommandant seinen Stab unmittelbar führe und ein wirklicher Generalstabschef daher eine vermeidbare Zwischeninstanz sei.9 In der Tat dürfte Henikstein dazu aufgefordert worden sein, wenig Einfluss auf die Operationen zu nehmen, und sich dann auch daran gehalten haben, wie Benedek selbst noch am 2. Juli an den Kaiser schrieb.10 Umso wichtiger musste daher die Position des Leiters der Operationsabteilung werden, und diese Position schien mit Generalmajor Gideon Krismanić, der von Erzherzog Albrecht empfohlen worden war, ideal besetzt, versprach dieser doch Benedek bestmöglich zu ergänzen und dessen selbstidentifizierte Schwächen, mangelnde geografische Kenntnisse und unzulängliches militärwissenschaftliches Wissen auszugleichen. Schließlich hatte Krismanić nicht nur als Stabschef eines Korps unter Erzherzog Albrecht und später als Brigadekommandant gewirkt, sondern war auch Lehrer für Strategie an der Kriegsschule und vor allem an einer militärgeografischen Landesbeschreibung Böhmens und Mährens beteiligt gewesen.11 Bereits diese hatte Olmütz als zentrale defensive Position für einen Krieg gegen Preußen bestimmt. Diesem Gedanken folgte dann auch jene als Operationsplan bezeichnete Denkschrift, die von Krismanić ausgearbeitet worden war und die zur Basis für Aufmarsch und operative Auffassungen der Führung der Nordarmee werden sollte.12

Zwei wesentliche Faktoren beeinflussten die in diesem Elaborat zum Ausdruck kommende ausgesprochen defensive Haltung. Die diplomatische Vorgabe, keinesfalls selbst als für den Krieg verantwortlich zu erscheinen, verbat eine frühzeitige, offensive Mobilisierung, wie sie die Pläne der Gruppe um Erzherzog Albrecht vorausgesetzt hatten. Eine gegenüber Preußen verspätete Mobilisierung brachte bei einer vorgeschobenen Versammlung in Böhmen jedoch die Gefahr mit sich, dass die österreichische Nordarmee zerschlagen werden konnte, bevor sie noch ihre volle Schlagkraft entwickelt hatte. Denn für Preußen war unter anderem wegen der größeren Zahl an Bahnlinien ein rascherer Aufmarsch als für die k. k. Armee zu erwarten.13 Schließlich aber war Krismanić, wie erwähnt, von der überragenden militärgeografischen Bedeutung von Olmütz überzeugt, und dies vor dem Hintergrund eines kriegstheoretischen Verständnisses, welches die Kontrolle von Positionen überbetonte.14

Dass die Mobilisierung in Preußen erst einige Tage später als bei der k. k. Nordarmee begann und in etwa zur gleichen Zeit wie auf österreichischer Seite beendet war und dies so wie der ausgedehnte, gewagte Aufmarsch der preußischen Truppen durch den Kundschaftsdienst schon früh festgestellt worden war, konnten Krismanić und damit die Führung der k. k. Nordarmee zunächst nicht zu einer Änderung der eigenen Absichten bewegen.15 Krismanić hatte schließlich ohnehin schon in seinem Operationsplan den Aufmarsch der Preußen in zwei Kräftegruppierungen als Möglichkeit antizipiert und selbst die Schwierigkeiten eines Vormarsches der Preußen über Oberschlesien erwogen, sich schließlich jedoch davon überzeugt gezeigt, die „Aufgabe“ der Preußen, schnellstmöglich gegen Olmütz vorzustoßen, wäre so „wichtig und durch die Natur der Verhältnisse so klar vorgezeichnet, dass an ihrer Verfolgung seitens der preussischen Heeresführung nicht gezweifelt werden kann“. 16

Dabei bedingte das militärstrategische Umfeld für beide Seiten eine Zweifrontenkonstellation, die eine rasche Entscheidung gegen den Hauptgegner erstrebenswert erscheinen lassen musste.17 Österreich konnte sich auf Streitkräfte von 606.000 Mann, Preußen auf einen Gesamttruppenumfang von 660.000 Mann stützen.18 Die in ihrer überwiegenden Mehrzahl die Position Österreichs unterstützenden deutschen Mittelstaaten vermochten jedoch nominell substanzielle militärische Potenziale aufzubieten – das Königreiche Sachsen 32.000 Mann, die norddeutschen Truppen Kurhessens, Hessens und Hannovers etwa 31.000 Mann und die süddeutschen Staaten insgesamt bis zu etwa 100.000 Mann. Demgegenüber war jedoch Österreich durch das mit Preußen verbündete Italien, ebenfalls mit einem zweiten Gegner konfrontiert, der wesentlich stärker als die eigenen Verbündeten war und alleine für das reguläre Heer ohne Nationalgarde etwa 330.000 Soldaten mobilisieren konnte.19 Die preußische Militärführung unter Generalstabschef Helmut von Moltke zog aufgrund der verspäteten Mobilisierungsanordnung und dem damit verbundenen Verlust des erwarteten Zeitvorsprunges die Konsequenz, anders als geplant nicht zu versuchen, zuerst die deutschen Mittelstaaten niederzuwerfen, sondern sofort so viele Kräfte wie möglich gegen den Hauptgegner zu konzentrieren, um eine rasche Entscheidung zu erzwingen.20 Tatsächlich erwiesen sich die nur 48.000 für den Westen vorgesehenen Truppen als ausreichend, um den potenziell stärkeren, jedoch schlecht koordinierten Bundestruppen erfolgreich zu begegnen.21

Nachdem auch die k. k. Armee in Abstützung auf das „Festungsviereck“ in Venetien lediglich drei Korps für den norditalienischen Kriegsschauplatz vorsah, mit sieben Korps und fünf Kavalleriedivisionen das Schwergewicht jedoch ebenfalls auf den böhmischen Kriegsschauplatz verlegte,22 standen sich die gegnerischen Streitkräfte dort in etwa gleicher Stärke gegenüber. Zwar verfügte die k. k. Nordarmee nur über 238.209 Kombattanten, die in einer 1., 2. und Elb-Armee aufmarschierten preußischen Streitkräfte hingegen über 284.100 Kombattanten, doch ist bei letzterer Zahl ein für den Feldeinsatz vorgesehenes bis Königgrätz jedoch nie zum Einsatz gelangtes Reservekorps inbegriffen, welches 24.000 Mann stark war. Zusätzlich sind die 23.459 Mann des sächsischen Korps zu berücksichtigen, welches der Nordarmee unterstellt wurde.23 Auch hinsichtlich der Anzahl an Geschützen ist die zahlenmäßige Überlegenheit der preußischen Streitkräfte mit 846 zu 792 Geschützen insofern zu relativieren, als etwa 40 Prozent aller preußischen Kanonen solche mit glatten statt gezogenen Rohren waren. Deren ballistische Eigenschaften waren den neueren Geschützen jedoch so unterlegen, dass sie im Verlauf des Feldzuges kaum wirksam zur Verwendung gelangen konnten.24

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Der Aufmarsch- und Operationsraum des Feldzuges in Böhmen bis zum 3. Juli 1866 (Auszug aus: Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 1, Beilage „Übersichtskarte“)

Der Feldzug in Böhmen bis zur Schlacht bei Königgrätz

Beide Seiten hatten ihren Aufmarsch im Wesentlichen abgeschlossen, als Preußen in der Nacht von 15. auf den 16. Juni den Krieg zunächst gegen die deutschen Verbündeten des Habsburgerreiches eröffnete und damit auch in Sachsen einmarschierte.25 Trotz der guten Informationslage über den preußischen Gegner, der, solange seine Armeen voneinander zu weit entfernt waren, um sich gegenseitig zu unterstützten in einer prekären Lage war, lehnten Benedek und sein Stab einen Vormarsch nach Böhmen zunächst ab. Dies geschah unter Hinweis auf die vermeintliche Gefahr eines preußischen Vorstoßes von Oberschlesien aus sowie auf das Andauern eigener Vorbereitungen, obwohl im Wesentlichen nur die nachgelagerten Versorgungsstrukturen26 noch nicht vollständig verfügbar waren.27 Erst eine abermalige Entsendung des Oberstleutnant Beck der kaiserlichen Generaladjutantur nach Olmütz, der auf die Lage des Gegners und die damit verbundene operativen Vorteile eines Abmarsches nach Böhmen verwies, sowie darauf, dass gegenüber den eigenen Verbündeten, vor allem Sachsen, Entschlossenheit und Solidarität gezeigt werden müsse, konnte gemeinsam mit einem kaiserlichen Telegramm einen Meinungsumschwung im Stab Benedeks herbeiführen.28 Am 17. wurden die Marschbefehle ausgegeben. Teile der Nordarmee, wie die Geschützreserve, konnten jedoch erst Tage später, am 22. Juni, den Vormarsch beginnen – und damit zu einem Zeitpunkt, als auch preußische Truppen die Grenze zu Böhmen bereits überschritten und formal den Kriegszustand zwischen Preußen und Österreich festgestellt hatten.29 Ziel der preußischen Führung war es zunächst, die drei Armeen im Inneren Böhmens zu vereinen. Dazu stießen zuerst die Elb- und die 1. Armee von Sachsen und der Lausitz aus zur Iser vor. Ihnen gegenüber befanden sich lediglich das k. k. I. sowie das sächsische Korps unter dem gemeinsamen Befehl des sächsischen Kronprinzen Albert. Diese hatten zunächst den Auftrag, sich vor überlegenem Feind zurückzuziehen, wurden dann aber am 26. Juni angewiesen, unter allen Umständen Münchengrätz und Turnau zu halten.30 Hier kam es im Laufe des Tages und in der nachfolgenden Nacht zu den ersten Gefechten bei Hühnerwasser, Podol und Sichrow, in denen die österreichischen Truppen jeweils zum Rückzug gezwungen wurden.

Inzwischen begann auch die preußische 2. Armee in drei Marschkolonnen ihren Vormarsch über das Riesengebirge. An den beiden Flügeln kam es bei Trautenau und Nachod (Wysokow) am 27. Juni zu Kämpfen. Das k. k. VI. Korps wurde unter erheblichen Verlusten vom preußischen V. Korps bei Nachod geschlagen. In Trautenau hingegen ereignete sich das einzige für die Österreicher siegreiche Gefecht am böhmischen Kriegsschauplatz. Dass sich das X. Korps unter Feldmarschallleutnant Karl Wilhelm Freiherr von Gablenz gegen das preußische I. Korps durchsetzen konnte, lag hier aber weniger an der guten Führung der österreichischen Truppen, sondern vielmehr an den Versäumnissen des preußischen Korpskommandanten General Adolf von Bonin. Dies zeigt sich etwa daran, dass die siegreichen kaiserlich königlichen Truppen beinahe dreimal so hohe Verluste wie die unterlegenen Preußen erlitten.31 Die Führung der k. k. Nordarmee hielt zunächst am Gedanken einer Offensive gegen die preußische 1. Armee fest, gestattete dem sächsischen und k. k. I. Korps aber, bei verzögernder Kampfführung, den Rückzug in Richtung Jičin, welches als Standort des Hauptquartiers für den 30. Juni in Aussicht genommen war.32 Das Ausmaß der neuerlichen Niederlagen einzelner k. k. Korps bei Skalitz und Neu-Rognitz (Soor) am 28. Juni bewirkten bei Benedek und seinem Stab jedoch einen Meinungsumschwung, der sich in der nunmehrigen Absicht ausdrückte, den Gegner im Raum Josefstadt – Miletin in einer günstigen Verteidigungsstellung zu erwarten.33 Der vom Morgen des 29. Juni stammende Befehl an die Gruppe unter dem Kronprinzen Albrecht, sich rasch in Richtung Hauptarmee abzusetzen, ohne sich auf größere Gefechte einzulassen, traf erst am Abend desselben Tages dort ein. Der daraufhin unternommene Versuch, das bei gänzlich anderer Befehlslage begonnene Gefecht von Jičin abzubrechen, verwandelte dieses in eine neuerliche Niederlage. Da die beiden betroffenen Korps aus Sicht des Kommandos der Nordarmee nun vorläufig gefechtsunfähig waren, die eigene linke Flanke gegenüber der preußischen 1. Armee somit massiv geschwächt war und dadurch die Gefahr drohte, von den eigenen Verbindungslinien abgeschnitten zu werden, erteilte Benedek am 30. Juni den Befehl des Rückzuges auf Königgrätz.34

Zu diesem Zeitpunkt waren bis auf zwei bereits alle Korps der Nordarmee in Kämpfe verwickelt gewesen und hatten Kampfverluste von mehr als 30.000 Mann erlitten. Die österreichischen Verluste waren dabei im Durchschnitt 5,2-fach so hoch gewesen wie jene der Preußen, bei Nichtberücksichtigung der unverwundet in Gefangenschaft Geratenen immerhin noch etwa 2,7-fach so hoch.35 Unter den Truppen und im Offizierskorps hatten sich Ernüchterung und Pessimismus auszubreiten begonnen, wobei sich insbesondere das preußische Zündnadelgewehr einen berüchtigten Ruf erworben hatte.36 So meldete Benedek am 1. Juli an den Kaiser, es seien „die grössten Verluste hauptsächlich durch Zündnadelgewehrfeuer“ entstanden und es wären „von dessen mörderischer Wirkung diejenigen alle ohne Unterschied bleibend impressioniert, die im Gefecht waren“.37 Auch Henikstein schrieb am 2. Juli an den kaiserlichen Generaladjutanten, dass „die Leute, auch Männer wie Gablenz, dem Feldzeugmeister von der unwiderstehlichen Wirkung des Zündnadelgewehrs vorreden und dass die Truppen schon impressioniert sind usw.“38. Wohl am schwerwiegendsten war jedoch, dass Benedek selbst noch vor einer ersten großen Schlacht in eine resignative Stimmung verfallen war und keine Hoffnung auf eine glückliche Wendung des Feldzuges mehr zu haben schien. Schon am 30. Juni schrieb er an seine Frau, er würde vielleicht zum letzten Mal zu ihr sprechen, hätte seine bürgerliche und militärische Ehre bereits geopfert und es wäre besser, wenn ihn eine Kugel träfe, doch nehme er eine Schmach auf sich, wenn es Kaiser und Armee diene.39

Der Rückzug der Nordarmee nach Königgrätz vollzog sich schließlich in so bedenklicher Weise, dass Benedek später meinte, der Angriff einer einzigen preußischen Brigade hätte zu einer völligen Katastrophe führen können.40 Dies verstärkte seinen Pessimismus und führte ihn am 1. Juli zu dem berühmten dringlichen Appell an den Kaiser, unter allen Umständen Frieden zu schließen, um eine sonst unausweichliche Katastrophe zu verhindern.41 Dieser Standpunkt wurde nicht nur vom Stab Benedeks geteilt, sondern fand schließlich auch die Unterstützung Oberstleutnant Becks, der vom Kaiser am Vortag zur Nordarmee entsandt worden war, um in Anbetracht der unzulänglichen Berichterstattung einen Eindruck von deren Verfassung und der militärischen Lage am nördlichen Kriegsschauplatz zu gewinnen. Aufgrund seiner Beobachtungen empfahl er Benedek einen Rückzug über die Elbe und danach weiter Richtung Wien und rief in einem nach seiner Abreise von Königgrätz an die Generaladjutantur abgeschickten Telegramm unabhängig von Benedek und seinem Stab selbst noch einmal zu einem baldigen Abschluss eines Waffenstillstandes auf, wobei er auch einen Rückzug als wenig aussichtsreich bezeichnete.42

Eben dieser war eigentlich bereits für den 2. Juli vorgesehen gewesen.43 Wenngleich in der Antwort des Kaisers ein Waffenstillstand zum gegebenen Zeitpunkt ausgeschlossen wurde, enthielt diese mit der Passage „Ich befehle – wenn unausweichlich – den Rückzug in größter Ordnung anzutreten“ eine Aussage, die sogar als ausdrücklicher Rückzugsbefehl aufgefasst werden konnte und somit Benedeks Absicht bestätigte.44 Allerdings konnte die abschließend angefügte Frage, ob denn eine Schlacht stattgefunden hätte, irrigerweise als kaiserliche Aufforderung zu einer solchen verstanden werden. Schließlich hatte Henikstein in einem Schreiben von 14. Juli 1866 auch den Vormarsch nach Böhmen rückblickend als auf „Allerhöchsten Befehl“ beschleunigt dargestellt, obwohl die damalige kaiserliche Intervention durchaus nicht den Charakter eines Befehls gehabt hatte.45 Dies mochte dazu beigetragen haben, dass Benedek sich dazu entschloss, eine Schlacht zu riskieren.46 Jedenfalls aber wandelte sich Benedeks Haltung noch im Laufe des 1. Juli, schließlich schrieb er noch in der Nacht auf den 2. Juli an den Kaiser, dass er nun doch bis 3. Juli vor der Elbe rasten und erst dann den Rückmarsch fortsetzen lasse, bei günstiger Gelegenheit jedoch auch einen „Offensivstoß“ unternehmen werde.47 Daraus lässt sich die Bereitschaft zur Schlacht insofern ableiten, als zumindest die Standorte der preußischen Truppen am 30. Juni bekannt waren und die Distanz von diesen nach Königgrätz in weniger als einem Tag bewältigt werden konnte. Ein Rückzug einer so großen Armee wie der k. k. Nordarmee über die Elbe wäre bei nahem Feind jedoch nicht ohne verlustreiche Kämpfe zu vollziehen gewesen. Darauf dass Benedek eine Schlacht zumindest für möglich hielt, deutet jedenfalls hin, dass er bereits am 1. Juli das Gelände zwischen Trotina und Probluz erkundete, einen potenziellen Feldherrenhügel bei Lipa bestimmte und schließlich am Abend jenes Tages die Anlage von Batteriestellungen zwischen Nedělischt und Chlum anordnete.48

Die gegnerischen Streitkräfte hatten zu diesem Zeitpunkt die Fühlung zueinander völlig verloren, und am Morgen des 2. Juli waren sich deren Kommandanten über die aktuelle Position des jeweiligen Gegners im Unklaren.49 Womöglich war es auch wegen dieser unsicheren Lage, dass Benedek weder in der zur Mittagszeit abgehaltenen „Kommandantenbesprechung“ noch bei der um 16:00 Uhr erfolgten Befehlsausgabe für den Folgetag Anordnungen für den Fall einer Schlacht traf.50 Erst am Nachmittag und Abend des 2. Juli gewannen die gegnerischen Streitkräfte hinreichende Kenntnisse voneinander. Das Kommando der preußischen 1. Armee ließ sofort einen Angriffsbefehl für seine und die Elb-Armee erstellen. Generalstabschef Moltke wiederum sorgte dafür, dass auch die preußische 2. Armee gegen die Stellung des Gegners vor Königgrätz vorging.51 Wie schon öfters zuvor bei diesem Feldzug war, die Befehlserstellung und Übermittlung auf österreichischer Seite viel zu langsam – und das obwohl eine Schlacht erwartbar gewesen war. Je nach Darstellung war der Befehl zur Schlachtdisposition um 23:00 Uhr fertiggestellt und benötigte ganze drei Stunden zur Abschrift oder wurde zu langsam erstellt und rückdatiert.52 Jedenfalls erhielten ihn die letzten Korps erst um 4:00 Uhr und die vordersten Truppen waren bei Sadowa schon in Kämpfe verwickelt, als die Befehle endlich eintrafen.53

Dabei sagte die Schlachtdisposition ohnehin kaum etwas über feindliche oder eigene Absichten aus und war nicht viel mehr als eine Anweisung, bestimmte Positionen einzunehmen. Tatsächlich wich die letztlich von den österreichischen Truppen eingenommene Aufstellung teilweise beträchtlich von der gedachten ab. Lediglich das sächsische Korps hatte hinsichtlich der Zurücknahme seiner Stellung von Popowitz nach Probluz um die Genehmigung des Armeekommandos angesucht. Im Zentrum ließen sich Teile des k. k. III. und X. Korps an der Bistritz in Kämpfe verwickeln, zogen sich aber bald in die angeordneten Stellungen auf einem Höhenrücken zwischen Langenhof und Lipa zurück. Als schwerwiegender sollten sich die Abweichungen am rechten Flügel erweisen.54

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Das Schlachtfeld am 3. Juli 1866 (Friedjung, Kampf um die Vorherrscahft. Bd. 2, Plan 5)

Die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866

Zwischen 7:00 und 7:30 Uhr feuerten österreichische Geschütze die ersten Schüsse der Schlacht ab. Um 8:00 Uhr befahl der preußische König der 1. Armee, über die Bistritz hinweg anzugreifen. Den vordersten preußischen Divisionen gelang rasch der Vorstoß bis zum Holawald und die Besetzung der Ortschaften Dohalička und Dohalitz. Das X. und das III. k. k. Korps konnten jedoch die vorgesehenen Positionen vor Langenhof und Lipa beziehen und den Gegner durch starke Artilleriekräfte bis über 15:00 Uhr hinaus in der Niederung festhalten. Ab 11:00 Uhr feuerten hier etwa 160 österreichische Geschütze gegen die preußischen Positionen beim Holawald. Preußischerseits gelangten dabei ebenfalls immerhin etwas mehr als 100 Geschütze zum Einsatz.55 Besonders schreckliche, vielleicht schlachtentscheidende Kämpfe entwickelten sich in der Zwischenzeit beim Swiepwald.

Hier war die preußische 7. Division auf Teile des österreichischen III. Korps gestoßen. Der rund 1.500 m lange und zum Teil 700 m breite Wald war von einem längsverlaufenden Kamm mit teilweise steil abfallenden Hängen und dichtem Bewuchs geprägt. Zwischen den gegnerischen Truppen entwickelten sich erbitterte und opferreiche Handgemenge.56 Obwohl sie eigentlich die österreichische rechte Flanke vor Chlum und Nědelischt decken sollten, ließen sich auch das k. k. IV. und II. Korps mehr und mehr in die Kämpfe hineinziehen. Schließlich banden 15 preußische Bataillone der 7. Division 49 österreichische mit fünffacher artilleristischer Überlegenheit und erlitten dabei Verluste von 2.251 Mann.57 Benedek der erst um 9:00 Uhr am Standort des Hauptquartiers zwischen Chlum und Lipa erschienen sein soll,58 befahl dem IV. Korps, die Kämpfe im Swiepwald abzubrechen. Nach Eintreffen einer Meldung aus Josefstadt, dass die preußische 2. Armee im Anmarsch wäre, wurde dieser Befehl erneuert. Der (Interims-)Kommandant des IV. Korps, Feldmarschallleutnant Anton Mollinary, war jedoch davon überzeugt, dass die Einnahme des Swiepwaldes Voraussetzung für den Gegenangriff wäre und schlachtenentscheidende Bedeutung haben könnte. Er ritt persönlich zu Benedek um ihn von der Notwendigkeit eines Angriffes auf die preußische 1. Armee zu überzeugen – etwas wofür auch der Kommandant des VI. Korps eintrat.59 Doch zu diesem Zeitpunkt war die Gelegenheit dafür in Wirklichkeit bereits verpasst.60

Am linken Flügel der Nord-Armee, wo sich das sächsische Korps bei Probluz befand, war die Elb-Armee erst spät bei Nechanitz eingetroffen. Ihr gelang es zwar, den nur schwach verteidigten Flussübergang zu nehmen, doch die einzelnen Divisionen rückten langsam weiter vor. Erst zwischen 14:30 und 15:00 Uhr war die letzte Division vollständig jenseits des Bistritz Baches versammelt. Die 15. Division war inzwischen isoliert gegen Neupřim und Hradek vorgeschoben worden. Aus sächsischer Sicht ergab sich damit die Chance zu einer Gegenoffensive.61

Um die Mittagszeit hatte sich Benedek endlich mit seinem Befehl durchgesetzt, das IV. und II. Korps in seine Positionen an der rechten Flanke zurückkehren zu lassen. Noch waren jedoch große Teile rund um den Swiepwald gebunden. Durch den Einsatz der Hälfte der Armee-Geschütz-Reserve sollte rund um Chlum und Nedělischt eine Verteidigungsstellung aufgebaut werden.62 Während die Rechtsverschiebung des II. Korps noch im Gang war, erschien jedoch bereits die preußische 2. Armee in der rechten Flanke der österreichischen Nord-Armee. Um 11:30 Uhr gaben deren Geschütze die ersten Schüsse auf österreichische Truppen ab. Um 13:00 Uhr war Hořiňowes63 in preußischer Hand. Bis 14:00 Uhr hatten das preußische Garde- und das VI. Korps die Linie Maslowěd – Sendražitz – Trotina erreicht.64

Am linken Flügel war inzwischen die sächsische Offensive, die vom österreichischen VIII. Korps unterstützt werden sollte, aufgrund schlechter Koordination der beteiligten Truppen gescheitert. Nun zogen sich die sächsisch-österreichischen Truppen auch hier zurück, hielten aber bei Probluz den preußischen Vormarsch vorläufig auf. Mit Eintreffen einer zweiten Division der preußischen Elb-Armee wurde jedoch um 14:30 Uhr ein neuerlicher preußischer Angriff eingeleitet.65

Der entscheidende Schlag erfolgte allerdings auf dem rechten Flügel der Nord-Armee. Um 14:30 Uhr eröffneten preußische Geschütze von Maslowěd aus das Feuer auf Chlum und zogen so die Aufmerksamkeit der dortigen Batterien auf sich. Inzwischen gelangte die preußische 1. Gardedivision durch die Ausnutzung der hügeligen Landschaft und aufgrund des hoch stehenden Getreides unbemerkt zur österreichischen Batteriestellung Nr. 3, drang in diese ein, rollte die österreichischen Stellungen von der Seite auf und drang schließlich bis Chlum und Rozběřitz vor. 66 Rund um Chlum waren insgesamt 30 Bataillone, 26 Eskadronen, 19 Batterien mit 152 Geschützen versammelt gewesen. Trotzdem unterlagen diese starken Kräfte den nur zwölf Bataillonen, zwölf Eskadronen und 54 Geschützen der 1. Gardedivision.67 Damit war die Schlüsselposition der österreichischen Aufstellung genommen und die Schlacht so gut wie entschieden. Inzwischen drang das preußische VI. Korps am äußersten rechten Flügel bis über Nedělischt hinaus und bewog das k. k. II. Korps dazu, sich ohne großen Widerstand gleich ganz vom Schlachtfeld zu entfernen, womit nun die österreichische rechte Flanke völlig entblößt war.68 Die preußische 2. Armee war somit kurz nach 15:00 Uhr schon so weit vorgedrungen, dass sie die Rückzugslinien der österreichischen Truppen zwischen Chlum und Probluz bedrohen konnte. Nun setzte der vom preußischen Einbruch völlig überraschte Benedek seine Reserven zu Gegenstößen ein.

Eine erste Kavallerieattacke durch die schwere Reiterei der Division Holstein scheiterte an einem Hohlweg.69 Das k. k. VI. Korps ging anschließend mit dem IR Nr. 4 „Hoch- und Deutschmeister“ an der Spitze gegen Rozběřitz und Chlum vor. Nach schweren, verlustreichen Kämpfen gelang die Eroberung von Rozběřitz und eines Teiles von Chlum – einer der wenigen, vergleichsweise erfolgreichen Einsätze österreichischer Infanterie gegen zahlenmäßig etwa gleichstarke Gegner in dieser Schlacht.70 Weil aber die vorderste österreichische Brigade nicht rechtzeitig verstärkt wurde und die preußische 1. Gardedivision in Chlum in der Zwischenzeit von Artillerie und Truppen des I. und VI. Korps Unterstützung erhalten hatte, wurde schließlich auch das k. k. VI. Korps unter großen Verlusten zurückgedrängt und zog sich vom Schlachtfeld zurück.71

In der Zwischenzeit drangen die Preußen von Chlum aus auch weiter gegen Lipa vor. Hier ereignete sich dann eine Episode der Schlacht, die nicht nur in der offiziellen Erinnerungskultur des Habsburgerreiches, sondern zum Teil bis heute einen zentralen Bezugspunkt bildet und der sogenannten „Batterien der Toten“ ihren Namen einbrachte.72 Um zwei anderen, schwereren Batterien des k. k. III. Korps das Abziehen zu ermöglichen, fuhr die Batterie 7/VIII auf 160 m an den Ortsrand heran und schoss mit Kartätschen auf die preußische Infanterie. Kaum zehn Schuss konnten abgegeben werden, bis die gesamte Batterie durch das infanteristische Schnellfeuer ausgeschaltet war. Neben dem Batteriekommandanten Hauptmann August von der Groeben waren 52 weitere Soldaten und 68 Pferde binnen kürzester Zeit gefallen.73

Weit weniger bekannt ist, dass es noch eine zweite „Batterie der Toten“, und zwar vor Lipa gab. Sie geriet ins feindliche Feuer, nachdem der Gegenstoß des k. k. III. Korps gegen die preußische Garde zwischen Chlum und Lipa gescheitert und schließlich jene Geschützlinie bedroht war, welche über Stunden hinweg die preußische 1. Armee aufgehalten hatte. Die Batterie war Teil jener Batterien der Armeegeschützreserve, die den Rückzug des X. Korps deckten, und soll nach dem Verlust fast aller Pferde so lange gefeuert haben, bis die gegnerische Infanterie in die eigene Stellung gelangt war. Nur ein Offizier und wenige Mannschaftssoldaten konnten sich absetzen.74 Erst in dieser Phase der Schlacht begann schließlich auch die preußische 1. Armee zwischen 15:30 und 16:00 Uhr ihren Vormarsch.75

Am linken Flügel wurden während dieser Vorgänge um Chlum und Lipa die Sachsen und Österreicher aus Probluz vertrieben und in den Brizaer Wald zurückgedrängt. Um 16:00 Uhr drohte den Resten der Nordarmee damit bereits fast die Einkesselung. In dieser Situation wurde auch noch das k. k. I. Korps zu einem eigentlich schon sinnlosen Angriff gegen Rozběřitz und Chlum befohlen. Rozběřitz wurde wiedererobert, und die Truppen kamen bis etwa 100 Meter an den Ortsrand von Chlum heran, wurden dann aber von gegnerischem Schnellfeuer von unterschiedlichen Seiten zersprengt. Innerhalb kurzer Zeit verlor das I. Korps die Hälfte seines Standes an Toten, Verwundeten oder Gefangenen.76

Kurz nach Beginn des Angriffes des k. k. VI. Korps wurden auch zwei österreichische Divisionen schwerer Kavallerie angewiesen, den nachrückenden Gegner anzugreifen. So kam es zu einer der letzten großen Reiterschlachten der Militärgeschichte – der Reiterschlacht von Střesetitz. Auf österreichischer Seite waren 39½ Eskadronen beteiligt, auf preußischer Seite 34 Schwadronen. 77 Dies entsprach insgesamt mehr als 10.000 Reitern. Doch traten diese im Raum zwischen Probluz und Langenhof nie gleichzeitig gegeneinander in den Kampf, die Geschehnisse waren vielmehr in zahlreiche Einzelgefechte zersplittert. Obwohl sich die österreichische Reiterei fast überall gegen die preußische Kavallerie durchsetzte, scheiterte sie dann an allen Stellen an der preußischen Infanterie und Artillerie, wodurch deutlich wurde, wie obsolet der Einsatz von Reiterei als Schlachtenkavallerie geworden war.78 Die Gesamtverluste waren außerordentlich hoch und betrugen auf Seiten der österreichischen Kavallerie 1.472 Mann.79 Dennoch war das taktische Ziel erreicht, die Verfolgung der flüchtenden Nordarmee um mehr als eine halbe Stunde zu verzögern und die in dieser Situation besonders gefährliche gegnerische Reiterei zu schwächen.80 Nun befand sich die gesamte k. k. Nordarmee auf dem sich zum Teil panikartig vollziehenden Rückzug.

Die völlige Vernichtung der sich ungeordnet und chaotisch zurückziehenden k. k. Armee konnte schließlich nur durch vier Faktoren verhindert werden: durch das späte Eintreffen von Teilen der gegnerischen Truppen am Schlachtfeld, vor allem der Kavallerie, durch die Erschöpfung der vorhandenen Reiterei, durch den Umstand, dass das preußische „Große Hauptquartier“ am Ende des Tages keinen Überblick über die Reichweite des Sieges hatte und die Situation falsch einschätzte, daher keine nachdrückliche Verfolgung anordnete und schließlich dadurch, dass noch einmal eine starke Geschützlinie vor Königgrätz aufgebaut werden konnte, die gemeinsam mit Teilen der Kavallerie den Rückzug deckte.81 Die k. k. Nordarmee hatte an diesem Tag Verluste von 42.812 Mann erlitten, davon 5.658 Gefallene und 22.170 Gefangene.82 Die sächsischen Verbündeten des Habsburgerreiches hatten Verluste von 1.548 Soldaten, davon 424  Gefallene.83 Die Preußen hatten 9.153 Mann verloren, darunter 1.929 Gefallene.84

Die k. k. Armee war entscheidend, jedoch nicht vernichtend geschlagen worden. Es gelang durch Abberufung des Großteiles der Südarmee nach Norden und der Vereinigung mit den wieder gesammelten Resten der Nordarmee noch einmal eine starke Armee von 205.800 Mann Infanterie, 17.000 Reitern sowie 743 Geschützen unter dem Oberbefehl von Erzherzog Albrecht zu versammeln. Dies ließ den Krieg noch etwa drei Wochen über Königgrätz hinaus andauern. Zudem trug es, gemeinsam mit einer zunehmenden Schwächung der preußischen Armee durch den Ausbruch der Cholera und der Gefahr einer Intervention Frankreichs, auf preußischer Seite sicherlich dazu bei, in einen Waffenstillstand und „Vorfrieden“ einzuwilligen, der für die Habsburgermonarchie vergleichsweise günstige Bedingungen beinhaltete. Ob es noch einmal möglich gewesen wäre den Kriegsverlauf entscheidend zu wenden, bleibt jedoch fraglich. Schließlich gab selbst Erzherzog Albrecht in einer Konferenz am 26. Juli zu bedenken, dass er die Fortführung des Krieges über einen längeren Zeitraum hinweg zwar für möglich halte, einen echten Umschwung und eine erfolgreiche Gegenoffensive allerdings nicht erwarte.85

Perspektiven auf die Niederlage

Für das Ausmaß der Misserfolge der k. k. Nordarmee wurden in den letzten 150 Jahren unterschiedlichste Erklärungsansätze gefunden und jeweils verschieden gewichtet. Im Wesentlichen zielen diese auf die politischen Voraussetzungen, die Bewaffnung und das Kampfverfahren sowie schließlich auf die Führung der k. k. Nordarmee und das Verhalten der Unterkommandanten. Vor allem von militärischer Seite wurde besonders auf die Versäumnisse der Politik verwiesen.86 Ohne auf die politischen und diplomatischen Rahmenbedingungen näher eingehen zu können, sei zu dieser Sichtweise lediglich angemerkt, dass die politisch bedingte Zurückhaltung bei der Mobilmachung sicherlich Einschränkungen und Nachteile hinsichtlich der operativen Möglichkeiten bewirkte – dies allein dadurch, dass sie dazu beitrugen, eine offensive Versammlung der Armee in Böhmen als zu riskant auszuschließen. Darüber hinaus hätte bei frühzeitigem Verzicht auf Venetien ein Zweifrontenkrieg vermieden, die k. k. Nordarmee um drei Korps verstärkt und damit ihre Erfolgschancen beträchtlich gesteigert werden können.87 Allerdings wäre es in Anbetracht des vorsichtigen Verhaltens der meisten deutschen Mittelstaaten bis Mitte Juni 1866 denkbar, dass eine als „Aggression“ auszulegende Politik des Habsburgerreiches diese dazu gebracht hätte, sich in diesem Krieg neutral zu verhalten, was die Ausgangsposition Österreichs verschlechtert hätte.88 Zudem zeigt der Umstand, dass letztlich beide Seiten in etwa zur gleichen Zeit ihre Operationsfähigkeit erlangten, dass es schließlich doch militärische Entscheidungen waren, welche die operativen Möglichkeiten unausgeschöpft ließen.

Ein weiterer, von militärischer Seite geäußerter Vorwurf war jener, die politischen Verhältnisse hätten verhindert, rechtzeitig Hinterlader, wie sie die preußischen Zündnadelgewehre waren, in der k. k. Armee einzuführen. Demgegenüber ist jedoch darauf hinzuweisen, dass zum einen für die Armee zumindest vor 1860 günstige Bedingungen für eine Umbewaffnung bestanden hätten, wenn sie vom Militär gefordert worden wäre, und zum anderen selbst noch bis nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 die Bedeutung des Hinterladers innerhalb des Militärs nicht in ihrer ganzen Tragweite allgemein anerkannt war. Erst 1865 hatte sich die Ansicht durchzusetzen begonnen, die bisherigen Gewehre sollten in Hinterlader umgebaut werden.89

Der Führung der k. k. Armee kann in ihrer lange bestehenden Ablehnung des Hinterladers jedenfalls durchaus keine besondere Ignoranz zugeschrieben werden. Vielmehr blieb sie dem europaweit vorherrschenden Paradigma verpflichtet, welches lediglich vom preußischen Militär durchbrochen wurde. Innerhalb der europäischen Armeen wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts intensiv über die Auswirkungen des technischen Wandels der Bewaffnung auf die Taktik diskutiert. Im Vordergrund standen jedoch die Vorderlader, die mit gezogenen Läufen und als „Expansionsgeschossen“ ausgeführten Spitzgeschossen ihre Vollendung erreichten. Sie boten nicht nur eine höhere Reichweite und Treffergenauigkeit als Gewehre mit glatten Läufen, sondern auch als die preußischen Zündnadelgewehre.90 Dies gilt insbesondere für die österreichischen „Lorenzgewehre“ M 1854 und M 1862, welche über ausgezeichnete ballistische Eigenschaften verfügten.91 Die Feuerrate hingegen wurde weithin als weniger bedeutend erachtet, da die Befürchtung dominierte, die einfachen Soldaten würden die Feuerdisziplin nicht einhalten und zu viel Munition verbrauchen, wenn ihnen ein Gewehr wie das Zündnadelgewehr zur Verfügung stünde.92 Tatsächlich aber sollte sich 1866 herausstellen, dass die Preußen aufgrund ihrer Feuerdisziplin und der guten Schießausbildung oft weniger Munition verbrauchten als ihre Gegner.93 Trotz der bereits durch die verbesserten Vorderlader erhöhten Feuerwirkung beruhten die vorherrschenden taktischen Anschauungen, entgegen den von Kritikern vorgebrachten Reformvorschlägen, weiterhin wesentlich auf jenen Grundsätzen, welche durch die Kriege der Französischen Revolution aufgestellt worden waren und die Lineartaktik des 18. Jahrhunderts abgelöst hatten. Die Stoßtaktik sollte im Angriff auf die durchschlagende Wirkung eines durch Kolonnen in dichten Formationen vorgetragenen Bajonettangriffes setzen, während das Gewehrfeuer auf dessen Vorbereitung beschränkt wurde.94

In Österreich hatte die Bedeutung dieser Stoßtaktik durch die Erfahrungen des Krieges von 1859 noch einmal an Gewicht gewonnen, siegten doch in der Schlacht von Solferino französische Kolonnen durch entschlossene Bajonettattacken gegen die mit dem überlegenen Lorenzgewehr ausgerüsteten Österreicher. Das eigene Kampfverfahren sah nun wieder dichtere Formationen vor, statt Kompaniekolonnen wurden nun Divisionsmasselinien95 gebildet, die nach kurzer Feuervorbereitung zum Angriff schreiten sollten. Das vorbereitende Feuergefecht wurde dabei lediglich von rund einem Fünftel der Soldaten eines Bataillons geführt.96 Das dieser Praxis zugrundeliegende Kalkül war, gerade wegen der gestiegenen Feuerwirkung, die Aufenthaltsdauer im gegnerischen Feuerbereich möglichst kurz zu halten. Dies bestätigten vom Kommando der Nordarmee vor Feldzugsbeginn ausgegebene Anordnungen. Sie zeugen von guter Kenntnis des preußischen Kampfverfahrens, sehen jedoch in dem raschen energischen Stoß nach starker artilleristischer Vorbereitung, „ohne viel Zeit mit nutzlosem Schießen zu verlieren“, die geeignete Reaktion.97 Diesen Ansatz bekräftigte Benedek in leicht modifizierter Form in einem am 28. Juni 1866 in Reaktion auf die hohen Verluste der Infanterie erlassenen Armeebefehl, in dem darauf hingewiesen wurde, dass der Angriff erst nach „gehöriger“ Artillerievorbereitung zu erfolgen habe, die Infanterie inzwischen gedeckt aufzustellen sei und dann unter „Benutzung jedes Vortheiles[sic] im Terrain“ rasch vorgehen müsse.98 Es zeigt sich also, dass die Problematik der Feuerwirkung durchaus erkannt wurde und das beabsichtigte „Unterlaufen“ des gegnerischen Feuers – irrigerweise – als adäquate Antwort und Methode zur Verlustvermeidung verstanden wurde. Selbst nach der Schlacht von Königgrätz waren manche Militärs weiterhin der Ansicht, nicht die Stoßtaktik an sich sei zu kritisieren, sondern die unzulängliche Art ihrer Ausführung.99 Die zu Grunde liegende Annahme spielte sogar noch bis zum Ersten Weltkrieg in militärfachlichen Diskussionen eine wichtige Rolle, wenn es um die Frage ging, der gestiegenen Feuerkraft durch Erhöhung der Deckung, Auflockerung und Feuergefecht oder ein rasches Überwinden des gegnerischen Feuerbereiches zu begegnen.100 Mit der Bestimmung des oben erwähnten Armeebefehls, die Plänkler (Tirailleure) erst auf 300 Schritt (219 m) das Feuer eröffnen zu lassen, begab sich die k. k. Infanterie aber jedenfalls des Vorteiles ihres Gewehrs – der höheren Reichweite.101 Die vorgesehene wichtige Artillerievorbereitung wurde häufig unterlassen, obwohl jede österreichische Brigade über eine eigene Artilleriebatterie verfügte.102 Dies zeigt allein schon der Umstand, dass sich Benedek, wie erwähnt, veranlasst sah, noch vor der Schlacht von Königgrätz neuerlich auf die Artillerievorbereitung hinzuweisen. So wie die Stoßtaktik 1866 gegen Preußen praktiziert wurde, verhalf sie dem preußischen Kampfverfahren, welches völlig an den Vorteilen des Zündnadelgewehrs ausgerichtet war und dieses stets – selbst im Angriff – möglichst zur Geltung kommen lassen wollte, zu besonderer Wirksamkeit.103 Das Zündnadelgewehr erleichterte nicht nur das Nachladen im Liegen, sondern wies auch eine zwei- bis dreifach höhere Feuerrate als Vorderladergewehre auf.104 Durch die Ausnutzung von Deckungen und der Funktion des Gewehrfeuers im Kampfverfahren konnte beides von den Preußen weitreichend verwertet werden.

Es war sicherlich die Kombination aus den Vorzügen eines Hinterladers mit einem an die Bewaffnung angepassten Kampfverfahren, welches die preußische Infanterie so sehr der österreichischen überlegen machte. Den Leiter des Kriegsarchivs, General Woinovich, veranlasste dies sogar zu der kühnen Aussage, eigentlich sei es für den Ausgang des Feldzuges gleichgültig gewesen, wer an der Spitze der k. k. Nordarmee stand, lediglich das Ausmaß der Niederlage hätte variiert. Nachdem der Gefechtswert der preußischen Infanterie dreifach so hoch gewesen wäre wie jener der kaiserlichen Fußtruppen,105 hätte es für einen echten Erfolg nämlich einer eben solchen numerischen Überlegenheit auf österreichischer Seite bedurft.106 Wenngleich ein solches Urteil sicherlich zu reduktionistisch erscheint, ist jedenfalls auffällig, dass eine Auswertung aller vor Königgrätz stattgefundenen Gefechte ergibt, dass die österreichischen Verluste, wie erwähnt, selbst bei Nichtberücksichtigung der unverwundet in Gefangenschaft Geratenen 2,7-fach so hoch waren wie jene der Preußen.107 Dieses Verhältnis ähnelt bemerkenswerterweise jenem der Feuergeschwindigkeiten des preußischen und österreichischen Gewehrs.

Die Verlustrelationen aller Kampfhandlungen zwischen österreichischer und preußischer Infanterie verdeutlichen die Unterlegenheit der österreichischen Infanterie. Dies trifft auch auf Gefechte mit geringerem Einfluss taktischer Dispositionen zu, wie bei Hühnerwasser oder während der Schlacht bei Königgrätz bei den Kämpfen im Swiepwald und im Stežireker Wald (Přimer Wald).108 Dass die geringe Kampfkraft der österreichischen Infanterie mit Ausbildung und Kampfverfahren zu tun hatte und nicht auf individuelle Schwächen etwa der Brigadekommandanten der Nordarmee reduziert werden kann, zeigt die Schlacht von Custoza. Trotz eines taktisch schlecht geführten Gegners ohne Hinterladergewehre hatte die k. k. Südarmee in der Schlacht von Custoz(z)a deutlich mehr Gefallene und Verwundete zu beklagen als der unterlegene Gegner, was vor allem auf die auch von Erzherzog Albrecht entschieden befürwortete Stoßtaktik zurückzuführen war.109 Es ist daher fraglich, ob die Italiener tatsächlich, wie Feldmarschallleutnant Henikstein vermutete, selbst mit Hinterladern bei Custoz(z)a geschlagen worden wären.110

Die Schlacht von Custoz(z)a wäre jedoch wohl nicht gewonnen worden, wenn nicht Erzherzog Albrecht und sein Stabschef Generalmajor Franz Freiherr von John einen Operationsplan verfolgt hätten, der eine klare Schwergewichtsbildung mit einer gewagten offensiven Vorgehensweise verband. Eine bessere Führung durch das Armeekommando hätte auch am böhmischen Kriegsschauplatz günstigere Voraussetzungen für die taktische Gefechtsebene schaffen können, welche letztlich als „praktische Ausführung111 über den militärischen Erfolg entscheidet. In dieser Hinsicht lassen sich für die Nordarmee deutliche Mängel in den operativen Maßnahmen wie auch Führungsprozessen feststellen.

Ungeachtet der durch den defensiven Aufmarsch bereits eingetretenen ungünstigeren Ausgangsposition hätten sich für die Nordarmee dennoch operative Möglichkeiten geboten, die, trotz unterlegenem infanteristischen Kampfverfahren, die Aussicht auf Gefechtserfolge verbessert hätten. Bis auf den 1. und 2. Juli waren die durch das österreichische Kundschaftsbüro gewonnenen Informationen über die Lage des Gegners jedenfalls stets so gut, dass sie eine ausreichende Grundlage für entsprechende operative Ableitungen bieten hätten können.112

Schon als Anfang Juni erkennbar geworden war, dass der Aufmarsch des Gegners nicht wesentlich vor dem eigenen abgeschlossen war, hätte der Abmarsch nach Böhmen beginnen können, obwohl die eigene Versammlung, insbesondere der Nachschubinfrastruktur, noch nicht gänzlich beendet war. Dadurch hätte der Angriff auf eine der beiden113 preußischen Kräftegruppierungen frühzeitig erfolgen, und der potenzielle Vorteil der „inneren Linie“ ausgenutzt werden können.114 Doch das Kommando der Nordarmee hätte auch danach noch bis zum 26. Juni die Möglichkeit gehabt, zwischen drei operativen Optionen zu wählen, die alle drei, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß, Erfolgsaussichten boten, sofern sie konsequent umgesetzt worden wären. Diese bestanden darin, entweder die westliche, aus Sachsen und der Lausitz herankommende preußische Gruppe, bestehend aus der Elb- und der 1. Armee, anzugreifen, sich gegen die über die Ausläufer des Riesengebirges anmarschierende preußische 2. Armee zu wenden oder im Raum Josefstadt – Königinhof – Miletin in günstiger Position eine defensive Stellung einzunehmen, sich dadurch jedoch der Chance zu begeben, die gegnerischen Armeen, durch Ausnutzung der „inneren Linie“, getrennt voneinander zu schlagen. Die erste Variante hätte erfordert, weiter südlich, flussabwärts und in größerer Entfernung von den Aufmarschräumen der 2. Armee über die Elbe zu gehen und möglichst schnell in Richtung Iser vorzustoßen, um das dortige sächsische und k. k. I. Korps rasch zu unterstützen. Die beiden als Flankensicherung gedachten Korps wären in diesem Fall ihrer Aufgabe eher gerecht geworden, wenn sie auf dem rechtsseitigen Ufer der Elbe zwischen Königinhof und Josefstadt – also aus Sicht der preußischen 2. Armee hinter dem Fluss – in Stellung gebracht worden wären, anstatt jenseits des Flusses dem Gegner entgegengesandt zu werden. Die zweite Option, ein Angriff gegen die viel näherstehende preußische 2. Armee, wäre einfacher und erfolgversprechender gewesen. Dies hätte jedoch erfordert, die gesamte Nordarmee, bis auf die beiden westlichen Korps an der Iser, von vornherein am linken Elbeufer zu belassen, anstatt zunächst von Olmütz kommend in den Raum hinter der Elbe, zwischen Josefstadt und Königinhof marschieren zu lassen. Demgegenüber hätte die dritte Variante zwar die Konzentration der eigenen Truppen in eben jenem Raum bedeutet, dabei jedoch konsequenterweise ein möglichst rasches Heranziehen der Truppen von Iser an die Hauptarmee, wie auch ein Unterlassen des Vorschiebens von einzelnen Korps über die Elbe miteinschließen müssen. So hätte verhindert werden können, dass die exponierten Korps einer jeweils überlegenen gegnerischen Kräftegruppierung gegenüberstanden und somit isoliert geschlagen werden konnten.115

Spätestens ab dem 20. Juni hatte die Führung der Nordarmee ausreichend genaue Informationen über die Verteilung und vermutliche Bewegungsrichtung des Gegners. Dies sogar in einem Ausmaß, welches General Alfred Krauß, den späteren Kriegsschulkommandanten und Schöpfer des der 12. Isonzoschlacht zu Grunde liegenden operativen Ansatzes, zu der Einschätzung bewog, „dass selten ein Heerführer über die Gruppierung seines Gegners so gut unterrichtet war, wie es bei Benedek der Fall gewesen ist“.116 Damit waren alle Voraussetzungen gegeben, die oben skizzierten Optionen zu erkennen, einen Entschluss zu fassen und gemäß den damit verbundenen Implikationen zu handeln. Die Führung der Nordarmee hingegen zeigte eine fatale Kombination aus Unschlüssigkeit und unzureichender Flexibilität in der Reaktion auf Lageveränderungen.117

Auf Basis der nachweislichen Befehle und Meldungen lässt sich hinsichtlich der Absichten Benedeks lediglich als gesichert konstatieren, dass für das Kommando der Nordarmee der Aufmarsch im Raum Josefstadt – Königinhof – Miletin, wie er schon in einem Bericht an die Generaladjutantur vom 16. Juni angekündigt worden war, bis zum 27. Juni bestimmend blieb – dies jedoch, ohne dass darin ein klar verfolgtes operatives Ziel zum Ausdruck gekommen wäre.118 Die ursprünglich intendierte Bewegung und der dafür angenommene Zeithorizont waren vor dem Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen über den Gegner unrealistisch. Es musste nämlich angenommen werden, dass die preußische 2. Armee bei Josefstadt eingelangt sein konnte, bevor die Nordarmee dort konzentriert wäre.119 Dabei hätte der Vormarsch auch beschleunigt erfolgen können, so dass sowohl schon am 24. statt erst am 27. Juni bis zu fünf Korps einschließlich der Armeegeschützreserve bei Josefstadt hätten eingetroffen sein können, als auch die „Pässe“120 über die Ausläufer des Riesengebirges besetzt werden hätten können.121 Noch am 20. Juni glaubte Benedek, wie aus der abgewandelten Marschdisposition und einem Bericht an den Generaladjutanten des Kaisers hervorgeht, daran dass die Nordarmee erst am 29. Juni vollständig bei Josefstadt versammelt wäre, dann aber noch einige Tage des Operationsstillstandes folgen würden und Zeit bliebe, zu bestimmen, wohin er seine Offensive richten würde.122 Bis zum 26. Juni waren keine Handlungen gesetzt worden, die tatsächlich als Einleitung eines Schlages gegen eine der beiden Gruppierungen des Gegners betrachtet werden können. Selbst die Befehle jenes Tages, machen die Priorität des „Aufmarschgedankens“ deutlich, denn schließlich wird hier die Abstellung des X. und VI. Korps gegen die heranrückende preußische 2. Armee nur als Deckung für den „noch nicht vollendeten Aufmarsch der Armee bei Josefstadt“ begriffen und auch in einer Meldung an den Generaladjutanten des Kaisers festgehalten, die Offensive würde erst nach Vollendung des Aufmarsches ergriffen.123

Letztere Aussage über die „zeitweilige Sistierung der beabsichtigten Offensive“ wird mitunter als eines jener Indizien gewertet, aus denen der „Geheime Plan“ Benedeks abgeleitet wird, eine Offensive gegen die preußische 1. Armee angestrebt zu haben.124 Zu diesen Indizien zählt weiters der Umstand, dass in den Befehlen an die an der Iser stehenden sächsisch-österreichischen Korps zunehmend eine striktere Verteidigung gefordert wurde. War es aus Sicht des 17. Juni noch Aufgabe der beiden Korps gewesen, „vor Allem [sic] ihre Vereinigung mit der Haupt-Armee anzustreben125, so war davon im Befehl vom 20. Juni nicht mehr die Rede. Stattdessen sollten sie sich nur noch dann ausdrücklich gegen die Hauptarmee zurückziehen, wenn sie „von überlegenen Kräften“ dazu genötigt würden.126 In einem vom 24. Juni stammenden Schreiben schließlich wird den beiden Korps die Aufgabe gestellt, dem von Gabel und Reichenberg herankommenden Gegner entgegenzutreten. Sie würden dabei entweder von Truppenteilen der Hauptarmee unterstützt oder sollten sich „im Falle eines bedeutend überlegenen Angriffes gegen die Hauptarmee zurückziehen“. Schließlich wird auch noch darauf hingewiesen, dass der dortige Oberbefehl des sächsischen Kronprinzen Albert mit Eintreffen des Armeekommandos in Josefstadt enden würde, jedoch „im Falle, wenn sich eine feindliche Action entspinnen sollte, ohne dass der Armee-Obercommandant an Ort und Stelle eingetroffen wäre“, weiter auszuüben wäre. Dies kann so verstanden werden, dass eine Verstärkung der „Iser-Gruppe“ und sogar ein dortiges Erscheinen des Armeekommandanten – „an Ort und Stelle“ – bereits angedacht war.127 Der Eindruck einer angestrebten Offensive über die Iser wird durch den Befehl vom 26. Juni bekräftigt, welcher ausdrücklich anordnet, die beiden Korps sollten „Münchengrätz und Turnau um jeden Preis festhalten“.128

Demgegenüber ist jedoch einzuwenden, dass keine der bis dahin tatsächlich von Benedek in Bezug auf die übrigen Truppen der Nordarmee getroffenen Anordnungen ausdrücklich belegt, dass ein Weitermarsch an die Iser schon zu diesem Zeitpunkt beschlossen gewesen wäre. Der Zeitbedarf für die Versammlung bei Josefstadt war nach den gegebenen Marschbefehlen so groß, dass am 24. Juni, nach den schon bekannten Informationen über den Gegner, nicht zu erwarten war, noch rechtzeitig an der Iser eintreffen zu können, bevor die beiden dortigen Korps von der mehr als doppelt so großen gegnerischen Übermacht überwältigt worden wären.129

Auch die am 26. wirklich erteilten Anordnungen widersprachen einem allenfalls bestehenden Entschluss sich gegen die 1. Armee zu wenden. Ein solcher hätte verlangt, in Anbetracht der Nähe der 2. Armee so schnell wie möglich in Richtung Iser aufzubrechen. Die am Abend des 26. Juni gegen die letztgenannte Armee entsandten beiden Korps mussten ohnehin auf sich alleine gestellt bleiben, wenn die Nordarmee nicht in weitreichende Kämpfe gegen die 2. Armee verwickelt und damit wiederum ein mögliches Vorgehen gegen die 1. Armee untergraben werden sollte. Wäre aber der naheliegende Schlag gegen die 2. Armee gewollt gewesen, so hätte ein solcher schon am 26. Juni unter äußerst günstigen Umständen geführt werden können. Bis auf das II. Korps und die „Iser-Gruppe“ hätten sämtliche Korps der Nordarmee bereits am nächsten Tag gegen die von Schlesien aus eingedrungene gegnerische Armee eingesetzt werden können. Damit hätte sich eine beträchtliche zahlenmäßige Überlegenheit ergeben.130 Benedek wählte weder den einen noch den anderen Weg, sondern beorderte lediglich zwei Korps mit ambivalentem Auftrag in Richtung der 2. Armee.

Die entscheidenden Handlungen wurden vom Kommando der Nordarmee schließlich an den beiden folgenden Tagen gesetzt. Während einerseits das Zurückgehen der „Iser-Gruppe“ genehmigt wurde, ordnete Benedek schon am Vormittag das Abrücken des VIII. Korps als potenzielle Verstärkung für das VI. Korps gegenüber der 2. Armee an. Nach Bekanntwerden der Niederlage bei Nachod (Wysokow) wurden schließlich sogar noch drei Brigaden des IV. Korps in einem anstrengenden Nachtmarsch über die Elbe hinter das VIII. Korps befohlen. Eine Offensive gegen die 1. Armee war nach diesen Befehlen völlig unrealistisch geworden. Gleichzeitig wurde jedoch abermals darauf verzichtet, sämtliche verfügbaren Kräfte einzusetzen, um die 2. Armee zu schlagen. Am selben Abend wurde nichtsdestotrotz erstmalig nachweislich eine Disposition für einen Marsch gegen die Iser verfasst, ohne dann tatsächlich angeordnet zu werden.131 Lediglich der sächsische Kronprinz Albert erhielt ein Telegramm mit dem Hinweis, das Hauptquartier der Armee würde am 30. in Jičin sein, was im Kommando der „Iser-Gruppe“ wohl nicht anders aufgefasst werden konnte denn als Hinweis darauf, dass eine Offensive gegen die 1. Armee geplant wäre.132

Für Benedek ergab sich am 28. Juni, trotz der Niederlage des Vortages bei Nachod, neuerlich eine günstige Konstellation für ein erfolgreiches Gefecht gegen den Gegner jenseits der Elbe. Während nämlich die bereits mehrmaligen Warnungen des Kommandanten des X. Korps, seine rechte Flanke sei ungeschützt, ignoriert wurden,133 standen gegenüber dem preußischen V. Korps bei Skalitz drei Korps (IV., VI., VIII) bereit. Anstatt diese, von denen zwei am Vortag und in der Nacht in anstrengenden Märschen dorthin befohlen worden waren, jedoch angreifen zu lassen, befahl Benedek den Abmarsch – mit der Begründung, er habe andere Pläne und würde an seinem einmal gefassten Entschluss festhalten.134 Dabei musste ihm aus den vorliegenden Kundschaftsberichten ausreichend bekannt gewesen sein, dass ihm tatsächlich nur ein preußisches Korps gegenüberstand, welches damit zumindest etwa 1:3 unterlegen gewesen wäre.135 Dass damit nicht nur eine Chance vergeben, sondern eine weitere Niederlage eingeleitet wurde, lag, wie in der Literatur schon mehrfach nachgewiesen, nicht an vermeintlicher Befehlsverweigerung des Kommandanten des VIII. Korps, Erzherzog Leopold. Vielmehr war der Gegner bereits zu nahe, als der Rückzugsbefehl erteilt wurde, als dass ein ganzes Korps unter den gegebenen, auch terrainmäßigen Gegebenheiten einfach so abgezogen werden konnte. Der Erzherzog hatte keinen Angriffsbefehl erteilt, sondern vielmehr verabsäumt, das einmal ausgebrochene Gefecht initiativ und aktiv als Rückzugsgefecht zu führen und benachbarte Truppen zu verständigen. Zwei Brigaden des Korps griffen schließlich selbstständig an und erlitten eine schwere Niederlage.136 Noch am Abend desselben Tages wurden nun wirklich Befehle zum Marsch an die Iser erteilt, obwohl dies selbst unter der Annahme, ein Kampf bei Skalitz wäre ausgeblieben, einen äußerst riskanten Flankenmarsch erfordert hätte und bei der großen Nähe der 2. Armee nur unter der Voraussetzung möglich gewesen wäre, diese mit geringen Kräften binden zu können. Nachdem die Nachrichten der Niederlagen bei Skalitz und Neu-Rognitz ins Hauptquartier gelangt waren, wurden die Anordnungen zum Marsch an die Iser endgültig verworfen und die Versammlung der Armee in der Stellung Miletin – Königinhof – Josefstadt verfügt.137

Die bis zu diesem Zeitpunkt gezeigte Operationsführung war von Unbestimmtheit geprägt. Als schließlich am 28. Juni der, wie die gegebenen Anzeichen vermuten lassen, schon länger erwogene Schlag gegen die preußische 1. Armee doch noch beschlossen wurde, hatte er kaum noch Aussicht auf Erfolg. Sämtliche zwischen dem 17. und dem 27. Juni getroffenen Maßnahmen lassen als vorrangigen Bezugspunkt den Aufmarsch in der Stellung bei Josefstadt erkennen. Wieder schien, wie schon in der als Operationsplan gedachten, im April verfassten, Denkschrift von Krismanić138, die günstige geographische Position und nicht die aktuelle Lagebeurteilung als Kriterium im Vordergrund zu stehen und wieder zeigte sich das Bedürfnis, vor allem auf alle denkbaren gegnerischen Optionen reagieren zu können. Dies bewirkte, die sich anbietenden eigeninitiativ erreichbaren Ziele zu verkennen und starr an einmal erlangten Anschauungen festzuhalten. Es ist daher durchaus plausibel, dies dem großen Einfluss zuzuschreiben, den der Leiter der Operationsabteilung, Krismanić, auf Benedek gehabt haben soll.139 Glaubwürdig wirkt auch die nicht zuverlässig belegte Überlieferung, Benedek habe beim Marsch durch das Waagtal, als die Nordarmee am Rückmarsch nach Wien war, zu Erzherzog Josef, Kommandant einer Brigade, gesagt:

Wissen Sie, kaiserliche Hoheit, halten Sie sich nie für dümmer als Ihre Umgebung; ich habe mir in Josefstadt gedacht, das beste [sic] ist, selbst den Kronprinzen [Kommandant der preußischen 2. Armee, Anm. d. Verf.] mit aller Kraft anzufallen, aber da ist der Krismanić gekommen und hat etwas von primärer und sekundärer Kraft gesprochen; […] die primäre sei über Jitschin zu suchen“.140

Dass es dann am Folgetag auch noch zu einer schweren Niederlage bei Jičin kam, lag jedoch vor allem an den schon während der vorangegangenen Operationen mehrmals zu Tage getretenen Mängeln bei Befehlsgebung und -übermittlung.

Wie weiter oben angedeutet, hatte sich das, vor dem Hintergrund des am 28. Juni ausgegebenen Befehles über den Vormarsch der Nordarmee gegen die Iser, bei dieser Stadt von der „Iser-Gruppe“ eingegangene Gefecht, vor allem dadurch in eine schwere Niederlage verwandelt, dass der am Morgen des 29. Juni ausgefertigte Befehl, der darüber informierte, der Vormarsch gegen die Iser sei eingestellt sowie weiters, dass sich die beiden Korps Gefechte meidend mit der Hauptarmee vereinigen sollten, erst um 19:15 Uhr, während der Kämpfe, eintraf.141 Nach Darstellung eines sächsischen Augenzeugen soll der den Befehl überbringende österreichische Stabsoffizier schon um 8:00 Uhr bei einem Schloss nahe Jičin angelangt gewesen sein, es aber verabsäumt haben, den Befehl rechtzeitig zu übergeben.142 Die offizielle Darstellung ist jedoch noch bedenklicher, geht diese doch davon aus, dass der Befehl schon am Morgen abgefasst war, jedoch erst am Nachmittag abgeschickt wurde. Angesichts der Tragweite der darin enthaltenen Revision der bisherigen Befehlslage würde es sich dabei um eine massive, nicht zu rechtfertigende Nachlässigkeit im Hauptquartier der Nordarmee gehandelt haben, die womöglich durch die Verlegung des Kommandostandortes bedingt gewesen sein könnte.143

Mehrfach erwies sich jedenfalls die Befehlserstellung und Übermittlung auf österreichischer Seite als viel zu langsam, was auf Schwächen im Führungsverfahren und in der Stabsarbeit hinweist.144 Auch die anderen Korps erhielten an diesem Tag ihre Befehle zum Teil zu spät. Bereits der vorhergehende Befehl vom 28. Juni, den Vormarsch an die Iser betreffend, hatte 19 Stunden für die zwischen Josefstadt und Jičin gelegene Strecke von rund 40 km benötigt.145 Die Kommunikation zwischen dem Kommandanten der beiden Korps an der Iser und dem Hauptquartier von 20. bis 29. Juni verdeutlicht ganz allgemein das Problem der zu langsamen Erstellung und Übermittlung von Befehlen und Meldungen. Schon der Erstauftrag an den sächsischen Kronprinzen hatte diesen erst auf dessen Nachfrage und nach drei Tagen erreicht.146 In der Schlacht von Königgrätz wiederum hatte der Kommandant des k. k. VI. Korps noch bis über 15:00 Uhr hinaus nicht erfahren, dass am Morgen ein neuer Generalstabschef sein Amt angetreten hatte.147 Doch auch der Informationsfluss von den Korps zum Hauptquartier war mitunter von erstaunlicher Trägheit. So war diesem am 27. Juni zunächst ein Sieg bei Nachod vom VI. Korps gemeldet worden. Erst Stunden später wurde Benedek über die Niederlage informiert. Auch von den Niederlagen bei Neu-Rognitz und Jičin hatte das Hauptquartier zunächst nicht von den betroffenen Korps, sondern vom III. Korps erfahren.148 Erhellend ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Oberkommando nicht einmal zeitnahe Informationen über den aktuellen Personalstand hatte. Mitunter wurden ihm erst mit einigen Tagen Verzögerung bereits schon wieder obsolete Standesverhältnisse bekannt.149

Nicht nur die Übermittlung, sondern auch die Gestaltung der Befehle selbst wies vielfach Unzulänglichkeiten auf. So wurden den Adressaten zwar unmittelbare Aufträge erteilt, fast nie jedoch die darüber hinausgehenden Absichten vermittelt, das heißt, es wurde im Befehlsinhalt das Augenmerk mehr auf das Mittel als den Zweck gerichtet. Anders als bei der preußischen Auftragstaktik war daher ein selbstständiges Handeln im Sinne des Kommandanten für die untergeordneten Befehlshaber sehr schwierig. Der Grundsatz, dass von einer Truppe Gehorsam nur erwartet werden könne, wenn dieser erfüllbare Aufträge durch klare Befehle erteilt würden, wurde vom Kommando der Nordarmee mehrmals nicht eingehalten.150 Besonders deutlich wird das in Bezug auf die Befehle an die Iser-Gruppe, welche über längere Zeit hinweg zwar suggerierten, die Absicht bestünde darin, an die Iser zu marschieren, klar ausgedrückt wurde dies hingegen erst im erwähnten Befehl vom 28. Juni. Gleichzeitig wird aber der eigentlich nur unter bestimmten – nicht gegebenen – Voraussetzungen erfüllbare Befehl vom 26. Juni erteilt, die Iser „um jeden Preis“ zu halten. Da die Hauptarmee noch zu weit entfernt war, um diesen Auftrag bis zu deren Eintreffen in Anbetracht der Stärkeverhältnisse realistischerweise als ausführbar zu betrachten, könnte, wie Alfred Krauß dies getan hat, angenommen werden, dass er nur einen zeitweiligen Flankenschutz für den Aufmarsch bei Josefstadt intendiert hätte.151 Dem Wortlaut des Befehles lässt sich diese Absicht aber nicht entnehmen. Bezeichnenderweise wurde dieser scheinbar eindeutige und prägnant formulierte Befehl offenbar auch nie explizit aufgehoben, während die nachfolgenden Meldungen implizieren, dass wenig Wert auf dessen Ausführung gelegt wurde.152

Auch die gegenüber dem VI. und X. Korps für den 27. Juni erteilten Befehle waren ambivalent. Sie sollten zwar lediglich den Aufmarsch decken, gleichzeitig aber „dem Gegner – wo er sich zeigt – mit aller Energie auf den Leib zu gehen“.153 Dem VIII. Korps wurde am 28. Juni schriftlich befohlen abzurücken, wenn sich bis 14:00 Uhr kein Gefecht entwickle, mündlich erhielt es jedoch den Befehl, sofort abzurücken. Für den Fall eines Angriffes durch den Gegner, der unmittelbar bevorstand, wurden keine Anweisungen getroffen, und da die übergeordnete Absicht des Feldherrn nicht bekannt gegeben wurde, vermochte das VIII. Korps auch nicht im Sinne des Armeekommandos zu handeln.154 Dass eine andere Art der Befehlsgebung, welche Auskunft über die eigene- und die Feindlage wie auch die mit dem Befehl verbundene Absicht gibt, nicht nur modernen Anschauungen entspricht, sondern auch bereits zeitgenössisch denkbar war, zeigte der spätere Feldmarschallleutnant Friedrich Fischer bereits 1869 durch exemplarische Darlegung alternativer Befehlsformulierungen.155

Die drei Hauptmängel156 der Befehlsgebung für die Schlacht von Königgrätz, die verspätete Befehlsübermittlung, das Fehlen von Informationen über die Nähe der gegnerischen 2. Armee und das Fehlen jeglicher Auskunft über die eigenen Absichten und die geplante Kampfführung, scheinen sich vor dem Hintergrund obiger Erörterung somit insgesamt in den Stil des von Benedek und seinem Stab gepflogenen Führungsverfahrens einzufügen. In Anbetracht der Qualität vorangegangener Befehle, welche den Befehlsempfängern wenig Orientierung über die Absichten des übergeordneten Kommandos boten und letzteres so scheinbar davon befreiten, sich auf einen bestimmten Entschluss festlegen zu müssen, kann vermutet werden, dass die Unterlassungen in der Schlachtdisposition keine Missgeschicke waren, sondern intentional geschehen sind. Benedeks Persönlichkeit entsprach es, unter den Truppen an Ort und Stelle und direkt zu führen. Es erscheint daher plausibel, dass der Feldherr davon ausging – nachdem nun seine ganze Streitkraft unter seinem direkten Zugriff versammelt war –, je nach Lageentwicklung „vom Feldherrenhügel“ aus, die weiterführenden Befehle erteilen und seine Korps zum Sieg führen zu können. Für diese Einschätzung spricht die von verschiedener Seite Benedek zugeschriebene Qualität eines hervorragenden Soldaten und Korpskommandanten, dem aber die Eignung zum die höchste Verantwortung tragenden „Feldherrn“ und Armeekommandanten gefehlt hätte und der, wie Kritiker meinten, im Grunde innerlich immer noch wie ein Regimentskommandant empfand, dachte und handelte.157

Diese Perspektive stützt die bereits weiter oben ausgeführte Argumentation, dass sich Feldzeugmeister Benedek bewusst auf eine Schlacht einließ und nicht einfach aufgrund von Ignoranz die unverzügliche Fortsetzung des Rückmarsches unterließ und dann vom gegnerischen Angriff überrascht wurde.158 Schließlich war nicht anzunehmen, dass Benedek die Anlage von Batteriestellungen im Raum um Chlum bereits am Abend des 1. Juli befahl und einen ganzen Tag über durchführen ließ, wenn er es zumindest nicht bereits in Betracht gezogen hätte, sich einer Schlacht zu stellen. Benedek hätte nichts daran gehindert, wie ursprünglich geplant, bereits am 2. Juli über die Elbe zu setzen. Jeder weitere Zeitverlust musste das Risiko erhöhen, gerade beim Flussübergang vom Gegner angegriffen zu werden. Dies hätte die Armee in eine äußerst schwierige Situation gebracht und bei zur Deckung zurückgelassenen Truppen hohe Verluste erwarten lassen.159 Die Anlage von Batteriestellungen war daher nur dann sinnvoll, wenn zumindest die Bereitschaft zu einer Feldschlacht an dieser Stelle bestand. Zudem ist bemerkenswert, dass die Anlage der Batteriestellungen zunächst an der rechten Flanke des späteren Schlachtfeldes begonnen wurde, obwohl die preußische 1. Armee jene gegnerische Gruppierung war, die den österreichischen Truppen am nächsten stand und damit am wahrscheinlichsten einen Flussübergang stören konnte. Eine Annäherung der preußischen 1. Armee über die österreichische rechte Flanke war jedoch nicht aus dieser nordöstlichen, sondern vielmehr aus nordwestlicher Richtung zu erwarten. Wäre es nur um die Deckung des Flussüberganges gegangen, wären derartige Stellungen wohl zunächst gegenüber dem nächstgelegenen Gegner angelegt worden.

Spätestens am Nachmittag des 2. Juli zeigte sich Benedek ganz offensichtlich bereit zur Schlacht, hielt er doch um 15:30 Uhr in einem Telegramm nach Wien fest: „Hoffe einen weiteren Rückzug nicht nothwendig zu haben“.160 Demgegenüber war Benedek noch am Morgen jenes Tages wohl nicht völlig davon überzeugt gewesen, vor Königgrätz die ideale Position für die Annahme einer Schlacht gefunden zu haben. Schließlich hatten Angehörige des Kundschaftsbüros noch den Auftrag erhalten, den Raum um Pardubitz hinsichtlich einer Stellung für die Armee zu erkunden.161 Am Abend zeigte sich Benedek in einem Brief an den Kaiser jedoch zuversichtlich für den ihm zur Gewissheit gewordenen Kampf, versichert er darin doch, es werde „schon im Laufe des morgigen Tages zu einer großen, entscheidenden Schlacht kommen, deren Ausgang Euere Majestät möglicherweise bestimmen könnte, über FML. Baron Heniksteins weitere Verwendung milder zu entscheiden“.162

Die Wahl der Stellung ist von verschiedenster Seite, einschließlich des offiziellen Geschichtswerkes des k. k. Generalstabes, scharf kritisiert worden.163 Tatsächlich ist insbesondere die Bereitschaft Benedeks, sich mit einer Armee, die er noch kurz zuvor vor einer Katastrophe wähnte, vor der Elbe – einem breiten Fluss – einer Schlacht zu stellen, kaum verständlich. Bei einem allfällig notwendigen Rückzug „unter Feinddruck“ musste dies zwangsläufig größte Schwierigkeiten verursachen.164 Doch waren Stellung und Voraussetzung für die Schlacht nicht so ungünstig, dass nicht die Aussicht auf einen siegreichen Ausgang bestanden hätte.165 Insbesondere die leichte Anhöhe über dem Bistritztal, von Lipa über Langenhof bis Střesetitz, im Zentrum der Aufstellung, bot günstige Verteidigungsmöglichkeiten. Auch am linken Flügel waren die Höhen zwischen dem Popowitzer Wald, Probluz und Niederpřim für die Abwehr eines bei Nechanitz die Bistritz übersetzenden Gegners nicht völlig ungeeignet. Die schwächste Stelle war sicherlich jene am nach Norden ausgerichteten rechten Flügel. Hier hatte schon der mit der Errichtung der Batteriestellungen beauftragte Oberst Pidoll festgehalten, die Stellung wäre „durch jene von Maslowěd beherrscht und sei besonders auf dem rechten Flügel nicht gut zu nennen“, jedoch auf „dem linken Flügel (bei Chlum) sei selbe gut“.166 Vor allem die Nichtbesetzung von Maslowěd und Hořiňowes ist vielfach kritisiert worden.167 Allerdings ist es fraglich, ob eine Aufstellung des rechten Flügels zwischen Hořiňowes und Trotina die österreichischen Truppen, die aufgrund der infanteristischen Unterlegenheit auf die Defensive setzen mussten, nicht zu sehr ausgedehnt hätte, während die vom Generalstabswerk empfohlene Besetzung von Hořiňowes – Benatek bei einer geplanten Offensive günstig gewesen wäre, sonst aber wohl ebenfalls die zwei Flügelkorps zu sehr exponiert hätte. Von Maslowěd konnte zwar gegen Chlum und von Sendražitz gegen die Ebene vor Königgrätz gewirkt werden, von beiden Positionen jedoch nicht unmittelbar in den Raum bei Langenhof hinter Chlum. Hořiňowes wiederum dominierte keineswegs Chlum, zumal zwischen diesem Ort die Anhöhe von Maslowěd liegt. Die durch die Batteriestellungen bezeichneten Positionen hätten bei entsprechender Besetzung auch gegen Maslowěd und Sendražitz hinlängliche Möglichkeiten zur Verteidigung gegen Norden geboten.168

Der Verlauf der Schlacht bei Königgrätz bis zum frühen Nachmittag lässt den Schluss zu, dass es die Absicht Benedeks gewesen war, durch eine defensive Kampfführung in günstigen Positionen die infanteristische Überlegenheit der Preußen auszugleichen.169 Wie sehr sich der Armeekommandant der Bedeutung der Artillerie gerade unter den gegebenen Verhältnissen bewusst war, zeigt zumindest sein bereits zitierter Armeebefehl Nr. 41 vom 28. Juni 1866, indem er – bezogen auf den Angriff – auf die Bedeutung der Artillerievorbereitung und günstige Terrainausnutzung verwies.170Die anerkannt vortreffliche österreichische Artillerie171, wie sich das offizielle preußische Generalstabswerk ausdrückte, erhielt auch von preußischer Seite und unabhängigen Beobachtern höchste Anerkennung für die von ihr bei Königgrätz gezeigten Leistungen. So meinte etwa der britische Militärattaché Oberst Walker, welcher im Hauptquartier der preußischen 2. Armee den Feldzug begleitete, die Handhabung der österreichischen Artillerie hätte ihn mehr beeindruckt als alles andere am Schlachttag, sie hätte keine Chance vergeben, die Geschütze mit einer Fertigkeit eingesetzt, welche das höchste Lob verdiene, und Mut bewiesen, der niemals vergessen werden solle.172 Es war also naheliegend, auf die Artillerie zu setzen, welche über hervorragende Geschütze sowie über eine größere Anzahl an Geschützen mit gezogenen Rohren als ihr preußisches Pendant verfügte. Tatsächlich gelang es dann jedenfalls nur zwei k. k. Korps, bei geringsten eigenen Verlusten, unter Abstützung auf eine starke Geschützstellung, beinahe die gesamte, deutlich stärkere, preußische 1. Armee bis nach 15:00 Uhr, als der eigene rechte Flügel bereits gefallen war, in der Niederung der Bistritz festzuhalten und in eine äußerst schwierige Lage zu bringen.

Auch der linke Flügel scheiterte nicht aufgrund der Dispositionen des Armeekommandos. Es bot sich für die dortigen sächsisch-österreichischen Truppen sogar die Gelegenheit, die vorübergehend als einzige Division der Elb-Armee jenseits der Bistritz angelangte 15. Division anzugreifen. Dass die sächsisch-österreichische Gegenoffensive misslang und später sogar der Ort Probluz verloren ging, ist jedoch nicht auf Stärke- und Geländeverhältnisse, sondern auf mangelhafte Koordination der eingesetzten Truppen und die Unterlegenheit der österreichischen Infanterie zurückzuführen.173 Entscheidend war jedenfalls, dass die am rechten Flügel eigenmächtig gegen den Swiepwald vorgegangenen, beiden Korps die vorgesehenen Positionen verlassen hatten, bis zum frühen Nachmittag hinein durch das Waldgefecht gebunden und danach zu sehr geschwächt waren, um noch rechtzeitig in die ihnen eigentlich vorgeschriebenen Stellungen gelangen und sich gegen die von Norden anrückende preußische 2. Armee halten zu können.174 Von einzelnen Untergebenen wie auch von vielen rückblickend Urteilenden wurde Benedek vorgeworfen, es verabsäumt zu haben, rechtzeitig gegen die 1. Armee offensiv geworden zu sein, so lange die etwa 215.000 Mann starke Nordarmee erst 124.000 Mann des Gegners vor sich hatte. So schreibt etwa der US-amerikanische Historiker Geoffrey Wawro, Benedek hätte um die Mittagszeit, als Truppen des IV. Korps endlich die Kontrolle über den Swiepwald zu erlangen schienen, entweder angreifen oder sich zurückziehen müssen.175 Tatsächlich aber hätte womöglich beides fatale Konsequenzen gehabt. Wie bereits öfters erwähnt, wäre ein Rückzug über die Elbe bei so nahem Gegner, dessen 1. Armee über ein ausgeruhtes Kavalleriekorps verfügte, sehr riskant gewesen. Für einen Angriff hätten in Anbetracht der Zahlenverhältnisse zwar theoretisch günstige Voraussetzungen bestanden, doch lässt diese Betrachtung die deutliche Unterlegenheit der österreichischen Infanterie außer Acht.

Wären nun die österreichischen Truppen zu Mittag des 3. Juli in das Bistritz Tal hinunter vorgedrungen, hätten sich die terrainmäßigen Verhältnisse umgekehrt. Die Preußen hätten sich auf die Anhöhe von Dub stützen können, zu der das Gelände sogar wesentlich stärker ansteigt als gegenüber Langenhof, von wo aus sich die österreichischen Truppen lange erfolgreich hatten verteidigen können. Zudem war die preußische 1. Armee keineswegs geschlagen. Zwei Divisionen hatten bislang noch gar nicht in die Kämpfe eingegriffen. Nach den Erfahrungen im Swiepwald und dem Wald von Stežirek konnte daher zumindest nicht davon ausgegangen werden, dass die preußischen Truppen rasch geworfen würden. Die beiden k. k. Reservekorps (I. und VI.) hätten darüber hinaus für Aufmarsch und Vorrückung in die Bistriz-Niederung etwa eine Stunde benötigt. Bereits um 11:30 Uhr hatte jedoch die Avantgarde der preußischen 2. Armee den Rand des Schlachtfeldes erreicht und das Feuer auf Hořiňowes eröffnet. Wären die Reserven der k. k. Nordarmee daher nach 12:00 Uhr zum Angriff gegen die preußische 1. Armee befohlen worden, spricht viel dafür, dass sie noch während die Kämpfe im Bistritztal andauerten, von der 2. Armee in noch ungünstigerer Situation, als es dann tatsächlich geschah, in Flanke und Rücken getroffen worden wären. Dies hätte dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu jener Einkesselung und vernichtenden Niederlage für die k. k. Nordarmee geführt, vor der diese nach dem wirklichen Schlachtverlauf bewahrt wurde.176

Der entscheidende Fehler Benedeks war also nicht die Unterlassung des Angriffes, sondern, dass er den bereits erteilten Befehl zur Verstärkung des rechten Flügels durch ein Reservekorps (VI.) widerrief und es dann untätig in Reserve beließ.177 Ob der Einsatz eines oder beider Reservekorps nach der Schwächung, welche die hohen Verluste im Swiepwald und das Verlassen der zugewiesenen Positionen durch das IV. und II. Korps bedeuteten, eine erfolgreiche Abwehr der zunächst eintreffenden drei Korps der preußischen 2. Armee möglich gemacht hätte, bleibt freilich fraglich. Immerhin waren auch so 30 Bataillone, 26 Eskadronen, 19 Batterien und 152 Geschütze rund um Chlum verfügbar, als die preußische 1. Gardedivision ihren Sturm auf die Schlüsselposition der Nordarmee mit nur zwölf Bataillonen, zwölf Eskadronen und neun Geschützen begann.178 Der Kollaps an der entscheidenden Stelle hatte, so das Urteil des preußischen Offiziers Lettow-Vorbeck, jedenfalls nur zum geringeren Teil mit Fehlern des Armeekommandos, mehr jedoch mit der Panik zu tun, „welche die Truppen in einer Weise ergriff, wie sie für Infanterie wohl ohne gleichen in der Kriegsgeschichte dastehen dürfte“.179

Die schwerwiegendsten Fehler waren der Führung der Nordarmee in jenen Operationen unterlaufen, welche der Schlacht von Königgrätz vorangegangen waren, und vielleicht hätte nach dem Rückzug Richtung Elbe überhaupt keine Schlacht mehr angenommen werden dürfen, sondern sofort der Rückzug nach Wien angetreten werden müssen. Die Niederlage bei Königgrätz aber war vorrangig die Folge der durch Ausbildung und Bewaffnung bedingten Unterlegenheit der k. k. Infanterie gegenüber jener Preußens sowie des eigenmächtigen Verhaltens der Kommandanten des k. k. IV. und II. Korps.

1 Geoffrey Wawro, The Austro-Prussian War. Austria’s War with Prussia and Italy in 1866, Cambridge 1996. Für eine kritische Auseinandersetzung mit Wawros Werk sowie eine kurze Diskussion der Forschungsliteratur, siehe: Stefan Kurz, 150 Jahre Schlacht von Königgrätz – Betrachtungen zum Forschungsstand, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 2016 des Heeresgeschichtlichen Museums, Wien 2017, S. 28 – 45.

2 Christoph Allmayer-Beck, Der Feldzug der österreichischen Nord-Armee nach Königgrätz, in: Wolfgang von Groote – Ursula von Gersdorf (Hg.), Entscheidung 1866. Der Krieg zwischen Österreich und Preußen, Stuttgart 1966, S. 105 – 141, hier: S. 121f.

3 Ortsnamen werden entsprechend der zeitgenössischen, amtlichen Praxis wiedergegeben: K. k. Statistische Zentralkommission (Hg.), Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, Bd. 9: Böhmen, Wien 1904; K. k. Statistische Zentralkommission (Hg.), Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, Bd. 10: Mähren, Wien 1906.

4 Christoph Allmayer-Beck, Der stumme Reiter. Erzherzog Albrecht, der Feldherr „Gesamtösterreichs“, Graz – Wien 1997, S. 163, S. 165f; Heinrich Friedjung, Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland, Bd. 1, Stuttgart ‒ Berlin 91912, S. 170f.

5 Allmayer-Beck, Feldzug, S. 112 – 116; Edmund von Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte. Das Leben des Generalstabschefs Grafen Beck, Zürich – Leipzig – Wien 1930, S. 89. Zum Operationsplan: O. A., Österreichs Kämpfe im Jahre 1866. Nach Feldacten bearbeitet durch das k. k. Generalstabs-Bureau für Kriegsgeschichte, Bd. 1, Wien 1867, S. 108 – 122.

6 Allmayer-Beck, Der stumme Reiter, S. 152, S. 164.

7 Ebd., S. 166f.; Eduard Heller, Benedek und Benedek-Legenden, Teil 2, in: Militärwissenschaftliche Mitteilungen 5 (1937), S. 247 ‒ 349, hier: S. 332, S. 340 – 342; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 257 – 262; Heinrich Friedjung, Benedeks nachgelassene Papiere, Leipzig 11901, S. 354 – 358, S. 388. Zur Persönlichkeit Benedeks: Heller, Benedek, Teil 2, S. 325 – 334; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 251 – 256; Friedjung, Benedeks nachgelassene Papiere, S. 336 – 351; Oskar Regele, Feldzeugmeister Benedek. Der Weg nach Königgrätz, Wien – München 1960, S. 261 – 287.

8 Eugen Frauenholz, Feldmarschalleutnant Alfred Frhr. v. Henikstein im Jahre 1866, in: Münchener historische Abhandlungen, 2. Reihe 3 (1933), S. 31 – 44, hier: S. 42; Friedjung, Nachgelassene Papiere, S. 305.

9 Friedjung, Nachgelassene Papiere, S. 313f., S. 321; Heller, Benedek, Teil 2, S. 332.

10 Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, S. 456; Wilhelm du Nord, Letzter Rückblick auf den Feldzug in Böhmen, in: Deutsche Arbeit 5/10 (1906), 313 – 347, hier: S. 337. Siehe auch Heniksteins eigene Darstellung: Österreichisches Staatsarchiv, Kriegsarchiv (im Folgenden: KA), Allerhöchster Oberbefehl (im Folgenden: AhOB), Militärkanzlei seiner Majestät (im Folgenden: MkSM), Hauptreihe (im Folgenden: HR), Akten, K. 343, Fasz. 71/62, Schreiben Heniksteins an Crenneville vom 2. Juli 1866, pag. 3; Frauenholz, Henikstein, S. 41, S. 43. Zum Arrangement: Emil von Woinovich, Benedek und sein Hauptquartier im Feldzuge 1866, unveröffentlichtes Manuskript, Wien 1911, S. 12f.; Heinrich Friedjung, Geschichte in Gesprächen. Aufzeichnungen 1898 – 1919. Herausgegeben und eingeleitet von Franz Adlgasser und Margret Friedrich, Bd. 1: 1898 – 1903, Wien 1997, S. 380. Dies entgegen der Geschäftsordnung des Hauptquartiers: O. A., Sammlung der Armee-Befehle und speciellen Anordnungen des k. k. Feldzeugmeisters Benedek vom Jahre 1866, Bd. 1, Wien 1866, S. 103 – 105.

11 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 172 – 174; Allmayer-Beck, Der stumme Reiter, S. 169f.; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 123.

12 Allmayer-Beck, Feldzug, S. 126 – 131.

13 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 109f.; Du Nord, Letzter Rückblick, S. 339 – 342; Frauenholz, Henikstein, S. 36f., S. 40; Allmayer-Beck, Reiter, S. 165f., S. 170. Zu den Bahnen: O. A., Der Feldzug von 1866 in Deutschland. Redigiert von der Kriegsgeschichtliche Abteilung des Großen Generalstabes, Berlin 1867, S. 35f.; Klaus Jürgen Bremm, 1866. Bismarcks Krieg gegen die Habsburger, Darmstadt 2016, S. 109.

14 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 237 – 245; Allmayer-Becker, Feldzug, S. 127 – 130.

15 Woinovich, Benedek, S. 14 – 16; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 134f.; Heller, Benedek, Teil 2, S. 344f.; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 130, S. 161.

16 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 114 – 119, das direkte Zitat: ebd., S. 119.

17 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 70 – 72; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 114f.; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 27 – 30.

18 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 50, S. 60; Ottomar von der Osten-Sacken und von Rhein gibt die „Gesamtkriegsstärke“ der preußischen Armee nach den Militärreformen mit 637.500 Mann, die tatsächliche Stärke der 1866 mobilgemachten Armee mit zunächst 617.000 und das im Laufe des Krieges erreichte Gesamtaufgebot mit 662.000 Mann an: Ottomar Freiherr von der Osten-Sacken und von Rhein, Preußens Heer von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 3: Das preußisch-deutsche Heer bis zur Gegenwart, Berlin 1914, S. 36, S. 86f.

19 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps am Feldzuge 1866 in Oesterreich. Bearbeitet nach den Feldacten des Generalstabes, Dresden 1869, S. 10; Dieter Storz, Der Feldzug, in: Dieter Storz – Daniel Hohrath (Hg.), Nord gegen Süd. Der Deutsche Krieg 1866 (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums, Bd. 13, Ingolstadt 2016), S. 57 – 70, hier: S. 58 – 60; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 54, S. 165.

20 Bremm, Bismarcks Krieg, S. 108f., S. 111; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 27 – 30; Oscar von Lettow-Vorbeck, Geschichte des Krieges von 1866 in Deutschland, Bd. 1, Berlin 11896, S. 49, S. 85 – 99.

21 O. A., Der Feldzug von 1866, S. 47, S. 49 – 88, S. 365 – 706; Bremm, Bismarcks Krieg, S. 124 – 131, S. 212 – 227; Storz, Der Feldzug, S. 57 – S. 59. Zu den Militärstrukturen des Deutschen Bundes und ihren Schwächen: Eberhard Birk, Anmerkungen zur Funktionsfähigkeit des Bundesheeres des Deutschen Bundes bis 1866, in: Österreichische Militärische Zeitschrift (im Folgenden: ÖMZ) 5 (2016), S. 583 – 591.

22 Nur eine aus Festungsbesatzungen zusammengesetzte Brigade wurde den deutschen Verbündeten unterstellt: O. A. Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 70f., S. 144; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 40.

23 Die angegebenen Zahlen beruhen auf dem jeweiligen Generalstabswerk, wobei für das preußische Heer noch nicht ausgewiesene 5.510 Mann an Pionieren hinzugezählt wurden: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 3 (Fußnote 2); O. A., Der Feldzug von 1866, S. 48. Ein sehr ausgewogenes Stärkeverhältnis ergibt sich auch, wenn die im österreichischen Generalstabswerk ausgewiesenen österreichisch-sächsischen „Verpflegsstände“ von 309.449 Armeeangehörigen mit dem auf Basis der Angaben im preußischen Generalstabswerk errechneten preußischen Stand (ohne Reservekorps) verglichen werden. Das preußische Verhältnis zwischen Kombattanten und Verpflegsstand abgeleitet aus: Von der Osten-Sacken und von Rhein, Preußens Heer, Bd. 3, S. 90.

24 O. A., Der Feldzug von 1866, Anlage 1d; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 3; Oscar von Lettow-Vorbeck, Geschichte des Krieges von 1866 in Deutschland, Bd. 2, Berlin 11899, S. 4; Hermann von Müller, Die Entwicklung der Feldartillerie in Bezug auf Material, Organisation und Taktik. Von 1815 bis 1870 mit besonderer Berücksichtigung der preußischen Artillerie auf Grund officiellen Materials, Berlin 1873, S. 266 – 268. Allerdings bestand auch die Hälfte der 68 sächsischen Geschütze aus solchen mit glatten Rohren: O. A., Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 8, S. 10.

25 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 1; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 26, S. 89f.

26 Kolonnen- und Nachschubsverpflegsmagazine der Feldtruppen.

27 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 133; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 1, S. 4f., S. 11 – 15, S. 21; Alfred Krauß, Moltke, Benedek und Napoleon, Wien 1901, S. 67 – 71; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 134f.; [Friedrich Fischer], Die österreichische Feldzugs-Geschichte des Jahres 1866 und die Kritik der „Militärischen Blätter“, in: ÖMZ 9/2 (1869), S. 17 ‒ 40, hier: S. 26f. Zur Autorenschaft Fischers: Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 250 (Fußnote);

28 Woinovich, Benedek, S. 18 – 21; Glaise-Horstenau, Franz-Josephs Weggefährte, S. 106 – 108.

29 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 15f., S. 36f.; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 93f.; Heinrich Friedjung, Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland. 1859 – 1866, Bd. 2, Stuttgart – Berlin 91913, S. 21.

30 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 115f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 16 – 22; Krauß, Moltke, S. 74 – 78, S. 85; O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 39f., S. 54, S. 70f., S. 76.

31 Gordon A. Craig, The Battle of Königgrätz. Prussia’s Victory over Austria, 1866, Philadelphia 2003 (unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1964), S. 51 – 64; Bremm, Bismarcks Krieg, S. 156 – 164; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 96 – 152; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 52 – 119.

32 Woinovich, Benedek, S. 28 – 30; O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 83f., S. 87 – 89, S. 100.

33 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 131 – 135; Moritz von Ditfurth, Benedek und die Taten und Schicksale der k. k. Nordarmee 1866, Bd. 1: Vom Ausbruch des Krieges bis zur Schlacht bei Königgrätz, Wien 1911, S. 156 – 191, S. 202 – 205.

34 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 3, S. 489f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 169 – 192; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 219 – 223.

35 Ebd., S. 219. Die Verlustrelationen beruhen auf eigener Auswertung der in den Generalstabswerkern angegebenen Verlustziffern: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 53, S. 62, S. 93, S. 111, S. 141, S. 153, S. 173, S. 179, S. 190, S. 212; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 106, S. 112, S. 128, S.144, S. 159, S. 171, S. 191, S. 218, S. 226, S. 234. Das ein Verlustverhältnis zu Gunsten der Österreicher aufweisende Gefecht bei Oświęcim war ein Reitergefecht in Galizien und wurde daher nicht berücksichtigt.

36 Du Nord, Letzter Rückblick, S. 330 – 332, S. 334; Krauß, Moltke, S. 105; O. A., Panique und Pflichttreue in der Schlacht bei Königgrätz, in: ÖMZ 3 (1866), S. 120 – 138, hier: S. 123; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 132 – 134.

37 KA, AhOB, MKSM, HR, Akten, K. 343, Telegramm Nr. 5 an den Kaiser vom 1. Juli 1866, pag. 1f.

38 Ebd., K. 343, Fasz. 71/62, Schreiben Heniksteins an Crenneville vom 2. Juli 1866, pag. 1.

39 Friedjung, Nachgelassene Papiere, S. 371f.

40 Glaise-Horstenau, Franz-Josephs Weggefährte, S. 113; Heinrich Friedjung, Geschichte in Gesprächen. Aufzeichnungen 1898 – 1919, hg. und eingeleitet v. Franz Adlgasser – Margret Friedrich, Bd. 2: 1904 – 1919, Wien 1997, S. 298. Ähnlich in einer Meldung an den Kaiser: KA, AhOB, MKSM, HR, Akten, K. 343, Telegramm Nr. 5 an den Kaiser vom 1. Juli 1866, pag. 2.

41 KA, AhOB, MKSM, HR, Akten, K. 343, Telegramm Nr. 4 an den Kaiser vom 1. Juli 1866.

42 Woinovich, Benedek, S. 42; Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, S. 116; Friedjung, Geschichte in Gesprächen, Bd. 2, S. 296 – 298.

43 Woinovich, Benedek, S. 41.

44 Heller, Benedek, Teil 2, S. 345 – 348; Eduard Heller, Benedek und Benedek-Legenden, Teil 3, in: Militärwissenschaftliche Mitteilungen 5 (1937), S. 405 – 421, hier: S. 413f.

45 Zur Interpretation Heniksteins: Frauenholz, Henikstein, 41. Zur Intervention vom 16. Juni: Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, S. 106 – 108; Woinovich, Benedek, S. 18f.

46 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 213f.; Du Nord, Letzter Rückblick, S. 333; Ditfurth, Benedek, Teil 1, S. 286.

47 KA, AhOB, MKSM, HR, Akten, K. 343, Telegramm Nr. 5 an den Kaiser vom 1. Juli 1866, pag. 3.

48 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 394; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 214; O. A. Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 234.

49 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 388, S. 390, S. 404f.; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 242; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. Du Nord, Letzter Rückblick, S. 333. Hingegen über wichtige Aufklärungsergebnisse berichtend: Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 270, S. 285.

50 Woinovich, Benedek, S. 48; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 228f.; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 282f.; Wawro, The Austro-Prussian War, S. 205 – 207. Lediglich die Bekanntgabe von Übergangspunkten über die Elbe kann als Vorbereitung auf eine mögliche Schlacht verstanden werden: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 235. Nach Krismanić soll in der Besprechung jedoch die Frage gestellt worden sein, ob die Truppen einem Angriff standhalten könnten: Heller, Benedek, Teil 2, S. 348.

51 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 235 – 238; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 243 – 250.

52 Die offizielle Version: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 244; Woinovich, Benedek, S. 49. Zur möglichen: Rückdatierung: Wawro, Austro-Prussian War, S. 211.

53 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 415.

54 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 244 – 246, S. 248, S. 261 – 271; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 12f.

55 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 239 – 246; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 16 – 22, S. 28 – 33, S. 37 – 41; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 431 – 436, S. 464 – 469. Der preußischen 1. Armee wurde erst um 15:30 der Vormarsch befohlen: O. A. Der Feldzug im Jahr 1866, S. 374.

56 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 287 – 291.

57 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 448 – 441, S. 445; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 292 – 304.

58 Wawro, Austro-Prussian War, S. 220. Das preußische Generalstabswerk gibt sogar 10:00 Uhr an: O. A., Der Feldzug von 1866, S. 313. Nach dem österreichischen Generalstabswerk traf Benedek bereits um 8:30 ein: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 271.

59 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 248 – 250, S. 255 – 259, S. 266 – 268; S. 623 – 627; O. A., Die flüchtigen Befestigungen auf dem Schlachtfelde bei Königgrätz, 1866, in: ÖMZ 7/4 (1866), S. 327 – 334, hier: S. 332f.; Auch die Kommandanten des III. und X. Korps traten für eine Offensive ein: Wawro, Austro-Prussian War, S. 229, S. 241; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 285; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 42f.

60 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 471f.

61 Craig, The Battle of Königgrätz, S. 98, S. 124; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 450, 480f.; O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 196 – 203.[62 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 312, S. 317 – 322.

63 In vielen Darstellungen werden die Schreibweisen Hořeňowes oder Hořenowes verwendet.

64 O. A., Der Feldzug von 1866, S. 314, S. 318, S. 324.

65 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 201 – 232; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 122 – 129.

66 O. A., Der Feldzug von 1866, S. 327 – 330; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 341 – 349; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 140 – 150; Vincenz Cristofek, Das Regiment Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen Nr. 46 im Feldzuge 1866, in: ÖMZ 8/4 (1867), S. 215 – 231, hier: S. 221 – 231.

67 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 464, S. 478.

68 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 286f.; Craig, The Battle of Königgrätz, S. 136f.

69 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 347f.; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 477.

70 Ditfurth, Benedek, Bd.2, S. 186 – 188; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 492f.

71 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 357f.

72 O. A., Der Feldzug von 1866, S. 329 – 331, S. 375 – 379. Die Bezeichnung „Batterie der Toten“ bzw. „Batterie von Toten“ ist bereits für das Jahr 1866 belegbar: O. A., August von der Gröben (Nekrolog), in: ÖMZ 7/4 (1866), S. 280 – 282. Bereits 1893 wurde der „Batterie der Toten“ bei Chlum ein Denkmal errichtet und 1914 erfolgte ein weiteres bei Gamlitz in der Steiermark. Das Ableben von Veteranen der „Batterie der Toten“, selbst wenn es sich um einfache, nicht prominente Mannschaftssoldaten handelte, wurde medial rezipiert (beispielsweise: Einer von der „Batterie der Toten“ gestorben, in: Neuigkeits-Welt-Blatt, Nr. 236, 14.10.1908, S. 9). Ebenso erregte das Monumentalgemälde Václav Sochors „Die Batterie der Toten“ bei erstmaliger Ausstellung 1907 große mediale Aufmerksamkeit und erhielt 1937 einen prominenten Platz im damaligen Heeresmuseum. Bereits im Jahr 1936 war eine Artillerieeinheit des Österreichischen Bundesheeres nach dem Kommandanten der „Batterie der Toten“ benannt worden. Siehe auch: Heeresmuseum in Wien (Hg.), Ausstellung ausgewählter Neuerwerbungen aus dem Zeitalter Kaiser Franz Josefs, Wien 1937, S. 3f., S. 9 – 12.

73 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 346.

74 Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 176 – 178; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 495f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 298f.

75 O A., Der Feldzug von 1866, S. 401 – 404.

76 O. A. Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 228 – 234; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 494f.

77 Barthold von Quistorp, Der grosse Kavallerie-Kampf bei Střesetitz in der Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866, Neisse 1870, S. 25, S. 32.

78 Craig, Battle of Königgrätz, S. 154 – 158; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 205 – 232; Quistorp, Kavallerie-Kampf, S. 33 – 73.

79 Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 229.

80 Quistorp, Kavallerie-Kampf, S. 86; Albert Mell, Über den Reiterkampf bei Střezetitz (3. Juli 1866), Sonderabdruck der Militärwissenschaftlichen Mitteilungen 1937, Wien 1937, S. 65f.; Craig, Battle of Königgrätz, S. 158. Zur Rolle der k. k. Kavallerie bei der Verzögerung der Verfolgung am linken Flügel siehe: O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 243f.

81 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 509 – 520; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 3, S. 486 – 488; Mell, Reiterkampf, S. 65f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 319 – 323.

82Unter den Gefangenen 12.677 Unverwundete: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 385.

83 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 258.

84 O. A., Der Feldzug von 1866, Anlage 23, S. 13.

85 Zusammen mit den gesonderten Truppen im Brückenkopf und bei Tulln 232.000 Mann Infanterie, 19.000 Reiter und 839 Geschütze: Eduard Ritter von Steinitz, Von Königgrätz bis an die Donau. Darstellung der Operationen des österreichisch-preußischen Feldzuges 1866 nach der Schlacht bei Königgrätz, Bd. 5: Die Donauverteidigung, Wien 1907, S. 122 – 133; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 179 – 182; Allmayer-Beck, Reiter, S. 181 – 183; O. A., Die militärische Eisenbahnbenützung in Österreich im Feldzuge 1866, in: ÖMZ 8/2 (1867), S. 395 – 402, hier: S. 397 – 399.

86 So etwa: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 60f., S. 73; Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 22f.; Du Nord, Letzter Rückblick, S. 318f., S. 338 – 343; Woinovich, Benedek, S. 7f. An diese Tradition in zugespitzter Form anschließend: [Hugo Kerchnawe], Die Vorgeschichte von 1866 und 19??, Wien – Leipzig 1909, S. 83 – 92; Regele, Benedek, S. 304 – 384. Für einen Überblick über die verschiedenen Erklärungsansätze: Allmayer-Beck, Feldzug, S. 106 – 112. Siehe auch: Kurz, 150 Jahre, S. 28 – 45.

87 Zum Einfluss der aus militärischer Sicht verspäteten Mobilisierung auf die Rückverlegung des Aufmarsches: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 109f; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 112 – 124.

88 Zur Zurückhaltung der potenziell verbündeten Mittelstaaten: Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 289 – 295; S. 71 – 73, Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 1, S. 84 – 88; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 138 – 140.

89 Allmayer-Beck, Feldzug, S. 110; Allmayer-Beck, Reiter, S. 155. Allerdings war bereits 1863 eine Gewehrversuchskommission eingesetzt, 1865 der Umbau der bestehenden Gewehre zu Hinterladern des Systems Lorenz empfohlen und 1866 vor Ausbruch des Krieges die Truppenerprobung des Systems Lindner angeordnet worden. Die Umrüstung der Hinterlader wurde dabei durch budgetäre Erwägungen verzögert: Regele, Benedek, S. 358 – 365; Erich Gabriel, Die Hand- und Faustfeuerwaffen der habsburgischen Heere, Wien 1990, S. 102f.

90 Dieter Storz, Modernes Infanteriegewehr und taktische Reform in Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in: Michael Epkenhans – Gerhard P. Groß (Hg.), Das Militär und der Aufbruch in die Moderne 1860 bis 1890. Armeen, Marinen und der Wandel von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Europa, den USA sowie Japan (= Beiträge zur Militärgeschichte, Bd. 60, München 2003), S. 209 – 230, hier: S. 212 – 214; Woinovich, Benedek, S. 8; Regele, Benedek, S. 354f., S. 360.

91 Anton Dolleczek, Monographie der k. u. k. österr.-ung. blanken und Handfeuer-Waffen. Kriegsmusik, Fahnen und Standarten seit Errichtung des stehenden Heeres bis zur Gegenwart, Wien 1896, S. 101; Walter Wagner, Die k. (u.) k. Armee – Gliederung und Aufgabenstellung, in: Adam Wandruszka – Peter Urbanitsch (Hg.), Die Habsburgermonarchie 1848 – 1918, Bd. 5: Die Bewaffnete Macht, Wien 1987, S. 142 – 633, hier: S. 316; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 110f.

92 Storz, Modernes Infanteriegewehr, S. 220; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 373, S. 376, S. 381.

93 Michail Dragomirov, Abriss des österreichisch-preußischen Krieges im Jahre 1866, Berlin 1868, S. 45f., S. 257; Storz, Modernes Infanteriegewehr, S. 225; Storz, Nord gegen Süd, S. 63.

94 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 359 – 363, S. 370f.; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 30 – 32; Wagner, Die K. (u.) k. Armee, S. 317f. Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, Bd. 4: Neuzeit, Berlin 1920, S. 461 – 482. Zur Entwicklung der österreichischen Reglements vom Beginn des Jahrhunderts bis 1864: Walter Wagner, Von Austerlitz bis Königgrätz. Österreichische Kampftaktik im Spiegel der Reglements 1805 – 1864 (= Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung, Bd. 17, Osnabrück 1978).

95 „Division“ meint in diesem Fall eine aus zwei Kompanien bestehende Untergliederung eines Bataillons.

96 Carl Morawetz, Rückblicke auf unsere Taktik auf dem nördlichen Kriegsschauplatze 1866 – nebst einigen Andeutungen zu Änderungen unserer taktischen Grundformen, in: ÖMZ 3 (1867), S. 319 – 326, hier: S. 321f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 368 – 371; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 31.

97 O. A., Sammlung, S. 164 – 173.

98 Friedjung, Nachgelassene Papiere, S. 369.

99 Du Nord, Letzter Rückblick, S. 321 – 323; Ditfurth, Benedek, Bd. 3, S. 295; Dragomirov, Abriss, S. 255 – 257; O. A., Wer wird Sieger sein? Eine taktische Studie, in: Allgemeine Militär-Zeitung 41/24 – 29 (1866), S. 185 – 187, S.194f., S. 202f., S. 211f., S. 221 – 223, S. 231f.; Regele, Benedek, S. 365 – 372.

100 Dieter Storz, Kriegsbild und Rüstung vor 1914. Europäische Landstreitkräfte vor dem Ersten Weltkrieg, Herford – Berlin – Bremen 1992, S. 27 – 34, S. 143 – 152, S. 245f.; Storz, Modernes Infanteriegewehr, S. 214f.; Günther Kronenbitter, „Krieg im Frieden“. Die Führung der k. u. k. Armee und die Großmachtpolitik Österreich-Ungarns 1906 – 1914 (= Studien zur Internationalen Geschichte, Bd. 13, München 2003), S. 82 – 99; Peter Broucek, Taktische Erkenntnisse aus dem Russisch-Japanischen Krieg und deren Beachtung in Österreich-Ungarn, in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 30 (1977), S. 191 – 220, hier: S. 194f., S. 199f., S. 202f., S. 214; Stefan Kurz, Das Russische Offizierskorps in Krieg und Revolution 1904 – 1906. Wahrnehmungen österreichisch-ungarischer Offiziere (= Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums, Bd. 20, Wien 2015), S. 170f.

101 O. A., Sammlung, S. 171.

102 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 1, S. 66.

103 Storz, Modernes Infanteriegewehr, S. 222; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 372 – 374, S. 382; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 44. Zum hohen Stellenwert der Feuerwirkung auch im Angriff: O. A., Sammlung, S. 164 – 166, S. 172f.; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 51; Großer Generalstab (Hg.), Moltkes Militärische Werke, 2. Teil: Die Thätigkeit als Chef des Generalstabes der Armee im Frieden, Bd. 2: Moltkes taktisch strategische Aufsätze aus den Jahren 1857 bis 1871, Berlin 1900, S. 55f., S. 59 – 62.

104 Erich Gabriel, Das Kriegsjahr 1866 in waffentechnischer Sicht, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Gedenkschrift herausgegeben aus Anlaß einer Sonderausstellung über den Krieg vor hundert Jahren, Wien 1966, S. 22 – 33, hier: S. 27. Eine sogar drei- bis fünffach höhere Feuergeschwindigkeit gibt hingegen an: Regele, Benedek, S. 355.

105 Unter Berücksichtigung der Artillerie „nur noch“ wie 2:1.

106 Woinovich, Benedek, S. 7f.

107 Zu dieser Auswertung siehe die Fußnote 35. Das Verhältnis der Verluste bei Einschluss der unverwundet Gefangenen beträgt 1:5,2. Der Höchstwert bei den Gefechtsverlusten beträgt 1:3,6, der geringste Wert 1:1,6. Bei Königgrätz war das Verhältnis der Gefallenen mit 1:2,9 ähnlich.

108 Für eine Schilderung der Vorgänge in den beiden Waldgefechten: O. A., Österreichs Kämpfe, S. 287 – 302; O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 201 – 232; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 122 – 129; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 283 – 294, S. 339 – 345, S. 361 – 364.

109 Allmayer-Beck, Reiter, S. 170, S. 175; vgl. Du Nord, Letzter Rückblick, S. 323f.

110 Frauenhofer, Henikstein, S. 37.

111 Morawetz, Rückblicke, S. 320.

112 Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 26; Eduard Steinitz, Aus den Tagen vor Königgrätz, in: Militärwissenschaftliche und Technische Mitteilungen 57/7 – 8 (1926), S. 392 – 401, hier: S. 396f.; Krauß, Moltke, S. 73, S. 109. So auch die Einschätzung des 1866 dem Kundschaftsbüro zugeteilt gewesenen Wilhelm du Nord: Du Nord, Letzter Rückblick, S. 328.

113 Die Elb-Armee und die 1. Armee werden als gemeinsame westliche Gruppierung betrachtet.

114 Heller, Benedek. Teil 2, S. 344f.; Allmayer-Beck, Feldzug, S. 134f.; Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, S. 100 – 103.

115 Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 30 – 34.

116 Krauß, Moltke, S. 73.

117 Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 33; Woinovich, Benedek, S. 33; Krauß, Moltke, S. 65f., S. 84, S. 94 – 98, S. 101 – 103, S. 117 – 119, S. 124; Heller, Benedek. Teil 2, S. 330, S. 334, S. 348.

118 Der Bericht ist abgedruckt in: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 11 – 14. Dabei war sich, wie ein Brief vom 22. Juni belegt, zumindest Stabschef Henikstein vollkommen darüber im Klaren, dass die Preußen mit vereinten Kräften angegriffen werden müssten, solange sie noch nicht vereint wären: Heinrich Friedjung, Briefe Benedeks und Heniksteins aus dem Jahre 1866, in: Deutsche Arbeit 5/10 (1906), S. 345 – 345, hier: S. 345.

119 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 17f.

120 Aufgrund der geringen Erhebung und des gangbaren Angeländes handelte es sich eigentlich nur um „Defilees“: Krauß, Moltke, S. 89.

121 Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 27f. Demgegenüber äußerte sich der deutsche General Sigismund Schlichting äußerst lobend über den Marsch nach Josefstadt: Sigismund Schlichting, Moltke und Benedek. Eine Studie über Truppenführung zu den Taktischen und „Strategischen Grundsätzen der Gegenwart“, Berlin 1900, S. 30f.

122 Krauß, Moltke, S. 80, S. 84, S. 86. Zur Meldung und dem Befehl: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 69.

123 Ebd., S. 68f.; O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 83f., S. 87f.

124 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 29 – 32. Dieser Ansicht folgen neben anderen auch Schlichting, Moltke, S. 32; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 24 – 27, S. 38 – 42, S. 162 – 166, und unter den jüngeren Arbeiten sehr ausgeprägt etwa: Thorsten Loch – Lars Zacharias, Königgrätz 1866. Die Operationen zwischen dem 22. Juni und 3. Juli 1866, in: ÖMZ 6 (2010), S. 707 – 715, hier: S. 709.

125 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 13.

126 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 54.

127 Ebd., S. 70f.

128 Ebd., S. 76f.

129 Fischer, Feldzugs-Geschichte, S. 28, S. 35; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 27 – 30.

130 Krauß, Moltke, S. 90 – 94.

131 Ebd., S. 100 – 105; Woinovich, Benedek, S. 30 – 36; Ditfurth, Benedek, S. 145 – 155.

132 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 89.

133 Zu den Warnungen: Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 151f.; Krauß, Moltke, S. 100, S. 104.

134 Krauß, Moltke, S. 109; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 275 – 277; O. A. Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 124 – 126.

135 Du Nord, Letzter Rückblick, S. 331.

136 Toilow (= Franz Carl Graf Crenneville), Die Oesterreichische Nordarmee und ihr Führer im Jahr 1866, Wien – Leipzig 1906, S. 120 – 125; Du Nord, Letzer Rückblick, S. 325 – 329; Krauß, Moltke, S. 108 – 111, S. 120 – 122; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 161 – 173; Woinovich, Benedek, S. 35f.

137 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 156 – 160, S. 174; Krauß, Moltke, S. 122.; Woinovich, Benedek, S. 33, S. 37.

138 Zur Denkschrift siehe die Fußnoten 12 – 14.

139 Allmayer-Beck, Feldzug, S. 126 – 130, S. 139; Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 33; Du Nord, Letzter Rückblick, S. 326; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 264f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 86 – 89; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 154f., 163, S. 277f.; Toilow, Die Oesterreichische Nordarmee, S. 94 – 97, S. 99, S. 108 – 110, S. 113f.

140 Du Nord, Letzter Rückblick, S. 329f.

141 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 125; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 181 – 187; Bremm, Bismarcks Krieg, S. 176 – 179.

142 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 3, S. 489f.

143 O.A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 176; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 181f. (Fußnote).

144 Woinovich, Benedek, S. 37f.; Heller, Benedek. Teil 2, S. 336; Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, S. 112f., S.123; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 89f.; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S.198 (Fußnote 1).

145 O. A., Österreichs Kämpfe, S. 176, S. 198 (Fußnote 1).

146 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 50 – 52, S. 54f., S. 65f., S. 70 – 72, S. 75f., S. 83f.; S. 87 – 89; S. 100; S. 109 – 111; S. 125.

147 ÖStA, KA, Nachlässe 572 (B), K. B/572:1-8, Bericht des k. k. Generalstabshauptmanns Ilia Woinowitz vom 27.12.1866, pag. 7.

148 Woinovich, Benedek, S. 39; Krauß, Moltke, S. 101.

149 So etwa jene vom 10. Juni erst am 18.: O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 13 (Fußnote 2).

150 Krauß, Moltke, S. 117, S. 121, S. 127; Ditfurth, Benedek, S. 278; Fischer, Feldzugs-Geschichte, S. 35 – 38.

151 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 54., S. 70f., S. 76f., S. 110f.; Fischer, Feldzugs-Geschichte, S. 35, S. 38; Krauß, Benedek, S. 86.

152 O. A., Der Antheil des Königlich Sächsischen Armeecorps, S. 83f., S. 89.

153 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 69.

154 Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 161f., S. 172f.; Toilow, Die oesterreichische Nordarmee, S. 123f.; Krauß, Moltke, S. 120f.

155 Fischer, Österreichische Feldzugs-Geschichte, S. 35 – 40. Auffällig ist jedoch, dass auch Erzherzog Albrecht in seinen Befehlen für die Schlacht von Custoz(z)a offenbar nur zu erreichende Positionen angab, nicht aber die damit verbundenen Absichten kommunizierte: Allmayer-Beck, Reiter, S. 175.

156 Die allermeisten Autoren bewerten die Disposition hinsichtlich der Terrainnachteile insgesamt als schlecht. Für eine alternative Betrachtungsweise siehe unten.

157 Zur letztgenannten Charakterisierung Benedeks: Heller, Benedek, Teil 2, S. 330, S. 337; Du Nord, Letzter Rückblick, S. 344; Krauß, Moltke, S. 67, S. 112; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 1, S. 255, S. 258; Friedjung, Nachgelassene Papiere, S. 336 – 351; Ditfurth, Benedek, Bd. 1, S. 11f.; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 266, S. 270, S. 272; Toilow, Die oesterreichische Nordarmee, S. 138f. Nach Regele pflegte Benedek „aus dem Sattel mit dem ‚coup d’œil‘ zu disponieren“: Regele, Feldzeugmeister Benedek, S. 423.

158 Wie etwa der US-amerikanische Historiker Geoffrey Wawro annimmt: Wawro, The Austro-Prussian War, S. 203, S. 207.

159 Insbesondere unter jener Artillerie, welche in den genannten Stellungen rund 8 km vor Königgrätz und damit weitgehend außerhalb der Kanonenschussweite vom jenseitigen Ufer auf verlorenem Posten gestanden wäre.

160 O. A., Österreichs Kämpfe, S. 234. Auch Henikstein schrieb offenbar bereits vor 15:15 Uhr die Bemerkung nieder: „aber jetzt ist wohl kein Grund vorhanden zu einem Rückzug“ (ÖStA, KA, AhOB, MKSM, HR, Akten, K. 343, Fasz. 71/62, Schreiben Heniksteins an Crenneville vom 2. Juli 1866, pag. 2).

161 Du Nord, Letzter Rückblick, S. 333.

162 Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, S. 457.

163 Toilow, Die oesterreichische Nordarmee, S. 138f.; Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 235; Woinovich, Benedek, S. 49; Wawro, Austro-Prussian War, S. 208 – 210; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 3 – 11; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 246f.; Du Nord, Letzter Rückblick, S. 333f.; Heller, Benedek, Teil 2, S. 345.

164 Woinovich, Benedek, S. 48.

165 Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 3 – 8; O. A, Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 247f.; Loch – Zacharias, Königgrätz 1866, S. 711. Selbst der äußerst armeekritische und polemische pensionierte Offizier und Autor Eduard Bartels gesteht der Stellung Potenzial zu: Eduard Bartels von Bartberg, Der Krieg im Jahr 1866. Kritische Bemerkungen über die Feldzüge in Böhmen, Italien, Südtirol und am Main, Leipzig 31867, S. 41f. Zur Person Bartels siehe auch: Peter Broucek, Der „Fall Bartels“. Zur nichtamtlichen österreichischen Militärhistoriographie über den Feldzug von 1859, in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 32 (1979), S. 198 – 215; Kurz, 150 Jahre, S. 29.

166 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 234.

167 O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 248f.; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 312.; Wawro, Austro-Prussian War, S. 202, S. 210; Ditfurth, Benedek, Bd. 2, S. 8 – 12.

168 Diese Bewertung beruht vor allem auf eigenen, bei Besichtigung des Schlachtfeldes gemachten Beobachtungen unter Berücksichtigung der zeitgenössischen Artilleriereichweiten, wobei die Maximalschussweite nicht über 3.800 m hinausging, die Einsatzschussweite der Preußen jedoch bei 1.880 m lag (Müller, Entwicklung, S. 230.) Siehe dazu auch: Kurz, 150 Jahre, S. 43f.; Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 418f.

169 Zu diesem Schluss gelangen auch: Loch – Zacharias, Königgrätz 1866, S. 710f.

170 Friedjung, Nachgelassene Papiere, S. 369; Regele, Benedek, S. 370.

171 O. A., Der Feldzug von 1866, S. 304. Weitere preußische Urteile: Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 17, S. 496; Müller, Entwicklung, S. 270.

172 Walker, Battle, S. 36.

173 Siehe die Fußnoten 61 und 65.

174 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 266 – 268, S. 272 – 276, S. 286 – 288, S. 640 – 645; O. A., Österreichs Kämpfe, Bd. 3, S. 292f., S. 302 – 304, S. 311ff., Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 444f., S. 462 – 464. In diesem Sinne auch eine Bemerkung in Moltkes „Militärischen Werken“: Großer Generalstab (Hg.), Moltkes Militärische Werke, Teil IV: Moltkes Kriegslehren, Bd. 3: Die Schlacht, Berlin 1912, S. 89f.

175 Wawro, Austro-Prussian War, S. 228, S. 233, S. 247f. Wawro behauptet im Übrigen, Moltke hätte das offensive Vorgehen der Kommandanten des k. k. IV. und II. Korps gepriesen. Nach dem als Beleg genannten Text äußerte Moltke in Wirklichkeit zwar Verständnis für das Verhalten der betreffenden Offiziere, brachte aber auch deutlich zum Ausdruck, dass dies zum Misserfolg gegenüber der preußischen 2. Armee führte: Daniel J. Hughes (Hg.), Moltke on the Art of War. Selected Writings, Novato 1993, S. 136f. Im deutschen Original ist die Aussage noch deutlicher (siehe Fußnote 174). Darüber hinaus ist es nach Hughes zweifelhaft, ob die betreffende Textpassage unmittelbar von Moltke selbst stammt: Hughes, Moltke, S. 16, S. 123. Die als zweiter Beleg von Wawro genannten Seiten 313 und 314 des preußischen Generalstabswerks weisen keine Bemerkungen zu diesem Thema auf. Zu einer kritischen Besprechung des Werkes von Wawro siehe auch Fußnote 1.

176 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 472; O. A., Der Feldzug von 1866, S. 349.

177 Friedjung, Kampf um die Vorherrschaft, Bd. 2, S. 260f., 263f. S. 282f.

178 Siehe Fußnote 67.

179 Lettow-Vorbeck, Geschichte, Bd. 2, S. 478.

Stefan Kurz

Stefan Kurz

MMag. Stefan Kurz
Ich bin Historiker, Politikwissenschafter und Milizoffizier des Bundesheeres. Als wissenschaftlicher Assistent des Direktors ist mein Aufgabengebiet sehr vielfältig und jeweils anlassbezogen mit den verschiedensten musealen Tätigkeiten verbunden. Es erstreckt sich damit u.a. von eigentlichen Assistenzaufgaben, über das Kuratieren von Ausstellungen bis hin zu wissenschaftlichen Arbeiten.
Meine Forschungsinteressen liegen insbesondere in der Militärgeschichte der Habsburgermonarchie des „langen 19. Jahrhunderts“, der Militärdiplomatie und dem Zusammenhang zwischen der Entwicklung des stehenden Heeres und der modernen Staatlichkeit. Aktuelles Forschungsgebiet ist die Geschichte des Heeresgeschichtlichen Museums.

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