HGM Wissensblog

„An Ehren und an Siegen reich“

Gedächtnisort, Kunstwerk, Museumsobjekt

Einleitung

Jahrestage, vor allem runde, sind immer eine willkommene Gelegenheit des Rückblicks auf spezielle Ereignisse, aber auch der Betrachtung besonderer Objekte. In diesem Sinne stellen Jahrestage auch zentrale Gedächtnisorte dar, um Erinnerungen zu aktualisieren und neu zu interpretieren. Das Jahr 2016 ist ein solch runder Jahrestag, verstarb doch vor 100 Jahren am 21. November 1916 Kaiser Franz Joseph I. nach 68 Regierungsjahren. Dieses Ereignis zum Anlass nehmend, soll hier ein Objekt aus dem Bestand des Heeresgeschichtlichen Museums näher betrachtet werden, das in engem Bezug zu Franz Joseph steht. Es handelt sich um das Buch An Ehren und an Siegen reich. Bilder aus Österreichs Geschichte,1 einen voluminösen Prachtband, der in verschiedenen Ausgaben erschien und von dem ein Exemplar im Bestand des Heeresgeschichtlichen Museums ist. Das Werk steht vor allem deshalb in Verbindung zu Franz Joseph, weil es anlässlich seines letzten runden Regierungsjubiläums im Jahr 1908 publiziert wurde, aber auch weil der Kaiser über dieses Werk „höchstselbst“ das Protektorat übernahm, übrigens zum ersten und einzigen Mal in seiner Regierungszeit, dass er dies bei einem Buch tat.

Bücher stehen seltener im Fokus musealer Betrachtungen unseres Hauses, sind sie doch von ihrer grundsätzlichen Funktion her in erster Linie Informationsträger bzw. werden als solche wahrgenommen. Der Informationsträger Buch erfuhr seit jeher aber auch Elemente der künstlerischen Gestaltung, die mit der gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Buchkunst allmählich zu einem eigenen Kunstzweig avancierte.2 Vor allem in Fällen, wo ein Buch künstlerische Gestaltungselemente trägt, ist es auch von Interesse, es als museales Objekt zu betrachten. Weitere Faktoren in dieser Hinsicht wären eine besondere Historizität wie beispielsweise ein spezielles Motiv der Herstellung oder Verwendung, aber auch die Provenienz. Im Fall der hier vorzustellenden Ausgabe ist es vor allem die Verbindung der beiden Elemente Herstellungsmotiv (Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs) und Buchkunst, die ausschlaggebend für eine Musealisierung waren. So wurde das Exemplar des Heeresgeschichtlichen Museums von 1957 bis 1979 im früheren Saal VI, dem heutigen Franz-Joseph-Saal, ausgestellt und darüber hinaus von Dezember 2013 bis August 2014 in einer Sonderausstellung des Hauses gezeigt.3

Der vorliegende Beitrag stellt diese Publikation vor und ordnet sie in den Kontext des franzisko-josephinsichen Regierungsjubiläumsjahres 1908 ein. Die Darstellung versucht dabei, sowohl Aspekte des Konzepts vom kollektiven Gedächtnis4 mit einzubeziehen als auch eine Beschreibung des Festbandes vorzunehmen. Letzteres vor allem unter dem Gesichtspunkt der Buchkunst. Überdies sollen auch die am Werk beteiligten Hauptakteure Erwähnung finden, wenngleich sich das auf den Herausgeber und die Gestalter des Buchschmuckes beschränkt. Eine inhaltliche Analyse der Textbeiträge wird hier nicht angestrebt und muss aufgrund der zahlreichen am Werk beteiligten Autoren (es waren mehr als 50) im begrenzten Rahmen dieser Darstellung entfallen.

Das Jubiläumsjahr 1908

Im Jahr 1908 beging Franz Joseph sein 60-jähriges Regierungsjubiläum. In eben diesem Jahr fand auch die Bildung des Mythos Franz Joseph ihren Höhe- und „monumentalen Schlußpunkt habsburgischer Geschichtsreflexion“.5 Dieses Jahr und Jubiläum „wird so innig und herzlich gefeiert werden, wie es sich einem so seltenen und einzigartigen Ereignisse gebührt“,6 schrieb das Neue Wiener Tagblatt in seiner Neujahrsausgabe 1908. Einen Höhepunkt fanden die Veranstaltungen in den Feierlichkeiten des sogenannten „Kaiserhuldigungsfestzuges“, der am 12. Juni 1908 auf der Wiener Ringstraße stattfand.7 Dieser Festzug, durch ein eigenes Komitee vorbereitet, zeigte sowohl die Geschichte des Habsburgerreiches als auch die seiner Völker und führte damit den zahlreichen Zuschauern unter anderem die habsburgische Idee des übernationalen Reiches und seiner Historie vor Augen. In diesem Sinne manifestierte er sich als Gedächtnisort und sollte so auch der „Legitimation der Dynastie und des Vielvölkerstaats“ dienen „sowie eine Manifestation des übernationalen Bewusstseins einer Staatsraison und Staatsidee“8 sein. Viele weitere Veranstaltungen, Ausstellungen und Feiern wurden in diesem Jahr organisiert und zahlreiche Publikationen herausgegeben, bot doch das Jubiläumsjahr einen geeigneten Anlass für Verleger und Schriftsteller, patriotische Austriaca (gewinnbringend) zu produzieren und publizieren.9

Der Ansicht folgend, der Kaiserhuldigungsfestzug sei als Ereignis ein „fulminanter Höhepunkt des Jubiläumsjahres“10 1908 gewesen, sticht von den vielen erschienenen (Kaiserhuldigungs-)Werken vor allem eines hervor, nämlich der hier näher zu betrachtende Festband An Ehren und an Siegen reich. Dieses Werk ist in mehrfacher Hinsicht in engem Zusammenhang mit dem Kaiserhuldigungsfestzug zu sehen. Ähnlich wie dieser sollte auch mit dem Festband der Geschichte der Habsburger sowie deren Reich gedacht und in der aufwendigen Publikation dargestellt werden, denn

„dieses Buch ist eine Geschichte Gesamtösterreichs in Einzelschilderungen der wichtigsten Epochen und einschneidensten Ereignisse, aus denen die heutige Monarchie hervorging, und durch Illustration und Text eine künstlerisch-wissenschaftliche Bestätigung des kaiserlichen Wahlspruches ‚Viribus unitis‘“.11

Wiederum treten, wie schon beim Kaiserhuldigungsfestzug, zwei Elemente deutlich hervor, nämlich einerseits die Präsentation habsburgischer (Reichs-)Geschichte im Verbund mit der übernationalen Reichsidee. Andererseits entstand ein enger Bezug zum Festzug durch die in das Werk aufgenommenen Bilder, denn sie „unterstreichen noch einmal den Kaiserhuldigungsfestzug als Ort des Gedächtnisses“, weil wie beim Festzug auch „darin jene Bilder zusammengefasst [sind], die die Gestalter des Festzuges im Gedächtnis der Nachwelt bewahrt wissen wollten“.12 Das führt zu einer weiteren Verbindung von Festzug und Festband, nämlich den „Gestaltern“. Das sind jene an den Arbeiten zum Festzug beteiligten Personen, die auch an der (künstlerischen) Gestaltung des Festbandes mitwirkten. Diese Verbindung liegt insbesondere bei den Künstlern Joseph Urban und Heinrich Lefler vor (die beide auch Gründungsmitglieder des Hagenbundes waren).13 Beim Huldigungsfestzug hatte Lefler die künstlerische Gesamtleitung inne, Urban zeichnete hauptverantwortlich für die Kaisertribüne vor dem Burgtor.14 Beim Werk An Ehren und an Siegen reich übernahmen sie die künstlerische Gestaltung.

Der Festband

Bereits vor dem eigentlichen Regierungsjubiläum erschienen die ersten Exemplare des Festbandes. Das erste Exemplar wurde Kaiser Franz Joseph vermutlich im Dezember 1906 oder Jänner 1907 überreicht und im Lauf des Jahres 1907 feierte die Presse das Erscheinen dieser „nationalen Bibel Österreichs“.15 Von welcher Seite der Anstoß zur Produktion eines Festbandes kam, ist bislang nicht geklärt worden. Ausgegangen dürfte die Initiative vom Verleger Max Herzig sein, der auch Herausgeber des Werkes war. Wenn man Liechtenstein Glauben schenken darf, bezweckte Herzig, „mit dem vorliegende[n] Buch zum Ruhme Österreichs und seines altberühmten Herrscherhauses“16 beizutragen. Eine profanere Motivation könnte in den zu erwartenden ausgezeichneten Geschäftserträgnissen und der absehbaren Hebung der gesellschaftlichen Stellung zu sehen sein (Herzig wurde dann auch für die Herausgabe dieses Werkes der Orden der Eisernen Krone 3. Klasse verliehen).17 So ist es wahrscheinlich zutreffend, dass der Festband ein Werk war, „das der privaten Spekulation entsprungen“ und überdies „durch die ihm eingeräumte Sonderstellung eine quasi offizielle Position erlangt hat“.18

Herzigs Karriere als Buchhändler hatte mit einer Lehre beim Wiener Verlag und Buchhändler Moritz Perles19 begonnen. Er war dort im Alter von 15 Jahren am 18. Oktober 1878 in die Lehre eingetreten und hatte eine dreijährige Lehrzeit absolviert. Perles rühmte „an ihm seinen Geschäftseifer und […] auch seine tadellos sittliche Haltung [darf] nicht unerwähnt bleiben“.20 Insgesamt war Herzig mehr als acht Jahre bei Perles beschäftigt und trat 1886 aus dem Unternehmen aus, um „am hiesigen Platze unter handelsgerichtlich protokollierte[r] Firma Central-Buchhandlung Max Herzig […] ein Verlags- und Sortimentsgeschäft [zu] etablieren“.21 Herzig dürfte jedenfalls geschäftstüchtig gewesen sein. Im Jahr 1891 stieg Wilhelm Stein, der Besitzer einer Buchdruckerei, in die Firma ein und öffnete dem nunmehrigen Unternehmen Herzig & Co auch den Weg ins Druckereigeschäft. Bald darauf firmierte Herzig als Buch-, Stein-, Kunstdruckerei und Verlagsbuchhandlung.22

Bereits im Jahr 1898 publizierte Herzig (gemeinsam mit der Firma Friedrich Jasper) einen Festband anlässlich eines Kaiserjubiläums. Es war das 50-jährige Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs gewesen und das aus diesem Anlass dazu erschienene Werk trug den Titel Viribus Unitis.23 Dabei war auch bereits Joseph Alexander Helfert mit Textbeiträgen beteiligt, später sollte dieser beim Werke An Ehren und an Siegen reich die (wissenschaftlich-) literarische Leitung übernehmen. Wie Herzig mit Helfert bekannt geworden war bzw. welche Verbindung zwischen beiden bestand, müssten weitere Recherchen klären.24 Es wäre durchaus möglich, dass Herzig als geschäftstüchtiger Buchhändler und Verleger in Helfert, dem anerkannten Historiker und bekannten Politiker, einen Förderer erkannte, der ihn und sein Unternehmen unterstützen konnte und der Festband schon allein durch die Tatsache, dass Helfert dessen literarische Leitung innehatte, eine Aufwertung erfuhr. Helfert als Vater eines Konzepts zur (österreichischen) Nationalgeschichtsschreibung, die das Bild „einer territorial und politisch zusammengehörenden, von dem Bande der gleichen Autorität umschlungenen“25 Bevölkerung zeichnet, war vermutlich gern bereit mitzuarbeiten, wenn ein derartiges Prachtwerk „habsburgischer Geschichtsreflexion“26 erschien.

Mit dem Festband erhob man ohnehin auch einen wissenschaftlichen Anspruch. Der Öffentlichkeit sollten die aus der steigenden Anzahl zeitgenössischer Forschungen gewonnenen Ergebnisse historisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse präsentiert werden. Dies nicht zuletzt deshalb, da man konstatierte, es herrsche in Österreich der Irrtum vor, das „wissenschaftliche Leben an unseren Universitäten [habe] an Intensität und Leistungsfähigkeit verloren“, weshalb es galt, „den zwischen gelehrter Historie und gebildetem österreichischen Lesepublikum zerrissenen Faden wieder anzuknüpfen“.27 Die Liste der insgesamt mehr als 50 Autoren, die Textbeiträge lieferten, liest sich dann auch teilweise wie ein Who is Who der österreichischen Politik, Gesellschaft und (Geschichts-) Wissenschaft des frühen 20. Jahrhunderts. Es waren dies unter anderem Viktor Bibl, Richard Kralik, Oswald Redlich, Karl Uhlirz, Heinrich Kretschmayr, Karl Duncker, der Wiener Bürgermeister Karl Lueger und auch der Chef des Generalstabes der k. u. k. Armee, Feldzeugmeister Friedrich Beck. Überdies sei auch der bis 1903 im Heeresmuseum als Konservator beschäftigte Wilhelm Erben als einer der beteiligten Autoren genannt. Es sollten zusammen „siebzig Kapitel österreichischer Geschichte in fortlaufender, unmittelbar aneinander anschließender Darstellung, verfasst von etwa fünfzig hervorragenden österreichischen Historikern“28 in dem Festband verarbeitet und präsentiert werden. Man bewertete diese Teilhabe geballter Historikerprominenz durchwegs positiv, weil dadurch „für den Inhalt jeder Einzelstudie […] ein guter Name [haftet].“29 Die Publikation nahm dabei natürlich den programmatischen Charakter der Darstellung einer Ruhmesgeschichte Österreichs und des Hauses Habsburgs an (die auch durch die Elemente der künstlerischen Gestaltung unterstrichen werden sollte). Das könnte auch einer der Gründe dafür sein, die den Kaiser bewogen haben, das Protektorat über dieses Buch zu übernehmen.30 Man dürfte aber auch erkannt haben, dass diese Programmatik teilweise der wissenschaftlichen Objektivität entgegenstehen könnte, denn Erstere „mag im einzelnen [sic!] der objektiven geschichtlichen Wahrheit vielleicht nicht immer zum Siege verholfen haben“, dennoch, „entspricht [es] sicherlich dem ganzen Charakter Oesterreichs“,31 wenn man es zugunsten seiner Ruhmesgeschichte mit der wissenschaftlichen Objektivität nicht immer ganz so genau nahm.32

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Friedrich Barbarossa belehnt Heinrich Jasomirgott und Heinrich den Löwen am 8. September 1156. Die Bildbeschreibung lautet im Detail: „Friedrich Rotbart thront im Freien unter seinem Zelt. Heinrich der Löwe steht zu seiner Linken; er ist bereits belehnt und erfaßt die fünf Fähnlein von Bayern, die ein kaiserlicher Page hält. Neben Heinrich dem Löwen steht König Wenzel von Böhmen, die Krone auf dem Haupte, neben ihm zwei Großwürdenträger. Auf der andern Seite Friedrich Rotbarts kniet Heinrich Jasomirgott. Der Kaiser neigt sein Szepter zum Zeichen der Belehnung gegen ihn, und ein Edelknabe überreicht ihm zwei Fähnchen mit den Wappenzeichen der Länder ober und unter der Enns und eine Pergamentrolle als Urkunde der Belehnung. Neben Jasomirgott steht sein Bruder Bischof Otto von Freising, der seine Hände segnend über den neuen Herzog ausstreckt.“ (Herzig, Ehren, o. S.)

Den Schwerpunkt des illustrativen Teiles des Festbandes bilden heliographische Nachbildungen von mehr als 50 Gemälden. Es waren die Werke von Künstlern wie Blaas, Trenkwald, L’Allemand, Defregger, Egger-Lienz und Klimt, um nur einige zu nennen, die man als Meilensteine der österreichischen Geschichte ansah, und die Auswahl der Bilder fügt sich dann ebenso wie die Textbeiträge in die Programmatik des Werkes als Ruhmesgeschichte Habsburgs ein.33 Jene zur Reproduktion in Frage kommenden Gemälde waren von Josef Dernjac (dieser war in der Bibliothek der k. k. Akademie der bildenden Künste tätig) ausgewählt worden.

Künstlerische Gestaltung

Für die Buchkunst des Festbandes sind vor allem Joseph Urban und Heinrich Lefler, aber auch Johann Joseph Tautenhayn, Ludwig Hujer und Rudolf von Larisch von Bedeutung. Die Verbindung des Verlegers Herzig zu Joseph Urban und Heinrich Lefler, aber auch zu den anderen am Buch beteiligten Künstlern liegt bislang ebenso im Dunkeln wie seine Verbindung zu Helfert. Speziell die Mitarbeit Joseph Urbans und Heinrich Leflers ist interessant, denn beide standen als Künstler (und Architekten) in einer herausragenden Stellung und pflegten sehr gute Beziehungen zu höchsten Kreisen.34 Möglicherweise war es einer der beiden, der für Herzigs Festbuch Tür und Tor in die einflussreichen Sphären der Aristokratie und kaiserlichen Bürokratie geöffnet und vielleicht auch die Verbindung zu Helfert hergestellt hatte.

An Ehren und an Siegen reich erschien in drei sogenannten „Luxusausgaben“, nämlich einer Kaiser-, einer Fürsten- und einer Salonausgabe.35 Darüber hinaus wurde eine Ausgabe in Form von Fortsetzungslieferungen angeboten, die sich aus 55 Lieferungen zusammensetzte.36 Es wäre überdies eine Volksausgabe geplant gewesen, die allerdings vermutlich nie realisiert wurde.37 Der Vollständigkeit halber seien noch die Preise der einzelnen Ausgaben erwähnt. Die Kaiserausgabe kam auf 2.400 Kronen (entspricht ca. € 14.000), die Fürstenausgabe auf 500 und die Salonausgabe auf 150 Kronen.38 Für die Fortsetzungslieferung wurde für jede der 55 Lieferungen 2,50 Kronen verlangt.39

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Kaiserausgabe (Hagenbund, Katalog der XXVII. Ausstellung, Wien 1908, o. S., Wienbibliothek im Rathaus/Druckschriftensammlung, A-40088)

Für alle Luxusausgaben schufen Urban und Lefler den Einband. Die Einbandgestaltung könnte man durchaus als opulent bezeichnen, wobei Kaiser- und Fürstenausgabe einem mittelalterlichen Buchblock nachempfunden wirken. Dicke Bünde und mächtige Metallbeschläge zieren ihn. Beide Ausgaben sind in Leder gebundene Holzdeckelprachtbände, die Metallbeschläge und Schmucksteine tragen und Goldschnitt aufweisen.

Die Metallarbeiten sind eine Replik der Grabplatte Rudolfs von Habsburg sowie des Zepters und der österreichischen Kaiserkrone. Des Weiteren findet sich bei beiden
Ausgaben eine der jeweiligen Metallfarbe entsprechende Schließe, die ein Relief Maria Theresias trägt.

Die Beschläge der Kaiserausgabe bestehen vermutlich aus satiniertem Messing40, was ihnen eine goldene Patina verleiht, jene der Fürstenausgabe aus oxidiertem Silber. Diese Metallbeschläge sind wahrscheinlich Werke von Johann Joseph Tautenhayn.41 Vor allem der Bezug zu Rudolf und Maria Theresia ist bedeutend, finden beide doch häufig Verwendung in der österreichischen Historiografie und Kunst des 19. Jahrhunderts. Ersterer als habsburgischer Ahnherr, als Stammvater des Geschlechts, in der Funktion zur Konstruktion einer weit zurückreichenden und immerfort wiederkehrenden Vergangenheit habsburgischer Herrschaft. Dadurch wird diese zur zeitlich gewachsenen Selbstverständlichkeit.42

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Fürstenausgabe (Hagenbund, Katalog, o. S., Wienbibliothek im Rathaus/Druckschriftensammlung, A-40088)

Maria Theresia verkörpert vor allem die „gute“ Landesmutter, eine Art religiös verklärte Ersatzgottesmutter, die in dieser Mutterfunktion sowohl für ihre eigenen (zahlreichen) Kinder stand als auch für ihre Völker wirken sollte.43

Der Kaiserausgabe ist zusätzlich noch ein rotes Band als Lesezeichen beigegeben. Das Band besteht aus gewebtem rotem Seidenrips. Der Rips ist in geprägter Musterung ausgeführt und trägt als Aufdruck in goldener Ausführung die Buchstaben AEIOU sowie die umkränzte Kaiserkrone. Überdies trägt das Band eine Bulle mit dem Reliefporträt Kaiser Franz Josephs sowie fünf kleinere Siegel mit kaiserlichem Doppeladler. Es dürfte Ludwig Hujer zuzuschreiben sein.44 Mit der Verwendung des Sujets Kaiser Franz Josephs auf dem Lesezeichen findet die künstlerische Ausgestaltung (der Kaiserausgabe) habsburgischer Geschichte in der Trias Ahnherr (Rudolf), Landesmutter (Maria Theresia) und gütige Majestät (Franz Joseph) ihre markanten Eckpunkte.

Es ist wahrscheinlich, dass zu jeder Kaiserausgabe auch ein eigenes Pult verkauft wurde. Dieses Pult dürfte vermutlich von Urban geschaffen worden sein. Wie Abb. 2 zeigt, wurde eine Kaiserausgabe mit Pult in der 27. Hagenbundausstellung (Dezember 1908 bis Jänner 1909) gezeigt.45 In seiner Gestalt vereint das Pult eine Straffung der Form sowie eine Geometrisierung des als Intarsien angebrachten Ornaments.46 In der zeitgenössisch religiös-patriotischen Verklärung auch als Symbol für den „Altar des Vaterlandes“47 bezeichnet, auf dem der Festband ruhte, befinden sich derartige Pulte heute unter anderem in den Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek, des Wien Museums und im Heeresgeschichtlichen Museum.48

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Salonausgabe (Hagenbund, Katalog, o. S., Wienbibliothek im Rathaus/Druckschriftensammlung, A-40088)

Die dritte Variante der Luxusausgabe war die Salonausgabe. Diese erschien in rotem Leinen und trug als Schmuck Streifen von goldgeprägtem Lorbeerblattwerk sowie eine goldgeprägte Tafel mit dem Relief der Kaiserkrone und dem Titel des Werkes. Zuletzt bleibt noch eine nicht genau zuordenbare Ausgabe zu erwähnen, die im Zuge von Recherchen dieses Beitrages ermittelt wurde. Es handelt sich dabei um ein im Jahr 2015 im Dorotheum versteigertes Exemplar des Festbandes, das in braunem Leder gebunden ist und als Metallbeschlag am vorderen Buchdeckel die Replik der Grabplatte Rudolf von Habsburgs trägt.49

In welcher Auflagenzahl die einzelnen Ausgaben erschienen, kann nur für die Salonausgabe ermittelt werden.50 Diese dürfte 5.000 Exemplare betragen haben.51 Sowohl für Kaiser- als auch Fürstenausgabe ist die Zahl sicherlich sehr viel geringer anzunehmen.

Die künstlerischen Elemente im Buchinneren waren bei allen Ausgaben grundsätzlich ident (wenngleich sich das verwendete Papier unterschied – so wurde bei der Kaiserausgabe hochwertiges Büttenpapier verwendet).52 Joseph Urban und Heinrich Lefler gestalteten diese Kunstblätter, d. h. die Vorsatzblätter, das Hymnenblatt (welches das titelgebende Gedicht „An Ehren und an Siegen reich“ von Ferdinand von Saar enthält), das Protektoratsblatt und das Haupttitelblatt.53

Betrachten wir zuerst die Vorsatzblätter. Diese sind als figuraler Stammbaum der Habsburger gestaltet, der sich in narrativen Friesbändern vom Vorsatzblatt des Vorderdeckels
bis zu jenem des hinteren Buchdeckels fortsetzt.54 Dieser Stammbaum bildet „das verbindende Glied zwischen den einzelnen Kapiteln des Werkes“55 und vermittelt
damit eine unverkennbare Botschaft: die Habsburger als einigende Klammer, als historischer Fixstern ihres (Öster-)Reichs.

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Stammbaum (Herzig, Ehren, o. S.)

Weiters wurden von Lefler und Urban drei große Farbtafeln gestaltet, „die durch den hervorragenden Druck in leuchtenden Farben, der Verwendung von Gold- und Silbertönen besonders elegant, erlesen und kostbar wirken“.56 Die erste dieser Farbtafeln ist das Protektoratsblatt, auf dem das Protektorat des Kaisers verkündet wird.

Im Protektoratsblatt tritt Flächenschmuck bei einer starken Geometrisierung des Ornaments hervor. Die Austria mit österreichischer Kaiserkrone und Schwert sowie ein Schriftfeld werden umrahmt von Doppellöwen und Doppeladlern.57 Diese Wappentiere, symmetrisch angeordnet, sind stark vereinfacht dargestellt und heben sich vor homogenen Vierecken
im Hintergrund schablonenartig ab. Überdies erinnern die weißen Quadrate auf den Löwenhälsen und das blau-weiße Streifenmuster auf den goldenen Adlerflügeln an Einlegearbeiten,
wodurch sie den kostbaren Schmuckcharakter noch steigern.58

Die Kombination von Fläche und geometrisierter Ornamentik ist auch am Hymnenblatt erkennbar. Hier wirkt der Schriftblock in ein Bild gesetzt, zu dem er keinen direkten Bezug aufweist. Es ist die titelgebende Hymne „An Ehren und an Siegen reich“ von Ferdinand von Saar, die das Bild eigentlich überschneidet. Dieses stellt zwei Frauengestalten mit Lorbeerkränzen vor einer Ornamentwand stehend dar. Sie sind symmetrisch angeordnet, über ihnen zwei, ebenfalls geometrisch angeordnete, stilisierte Adler, die kaum mehr als solche zu erkennen sind.59 Die Ornamente bestehen aus tropfenförmigen Gebilden, die mit diversen geometrischen Mustern (v. a. Dreiecken, Quadraten, Kreisen) abwechseln.

Beim Haupttitelblatt setzt sich die bereits in den vorherigen Blättern zu findende Symmetrie zur vertikalen Achse, im Sinne der Anordnung von Ornament und Rahmenfeldern, konsequent weiter fort. Der größere mittlere Bildausschnitt und die einzelnen Wappenschilde der Kronländer folgen einer das ganze Blatt umspannenden Symmetrie. Im Hintergrund breiten sich, wiederum symmetrisch zur Vertikalen, Blätterranken aus.

Das Quadrat im Mittelfeld zeigt den königlichen Ahnherrn der Habsburger, König Rudolf von Habsburg. Hier findet man abermals den Löwen, das Wappentier der Habsburger, als Helmzier des Topfhelms, den Rudolf in seiner Linken hält. Seitlich vor die Darstellung Rudolfs wird der goldene Schild mit dem schwarzen bewehrten Doppeladler gestellt, der die Collane des Ordens vom Goldenen Vlies trägt.60 Etwa im unteren Drittel des Blattes findet sich der Titel des Werkes An Ehren Und An Siegen Reich.

Zuletzt bleibt noch, den Text und die ihm beigegebene Illustration zu erwähnen.

Bei den Blättern mit Textbeiträgen tritt die schmückende Ausgestaltung zugunsten des Textes stark zurück. Sie beschränkt sich auf einen den Text umfassenden und in zwei Kolumnen teilenden Rahmen aus floralen Elementen. Das mag auch daran liegen, dass die Texte ohnedies eine künstlerische Ergänzung in den sie begleitenden Heliogravüren erfahren (diese Sichtweise kann angesichts der ausgewählten Kunstwerke durchaus auch im umgekehrten Sinne gelten). Die Gestaltung des Textes ist vermutlich ein Werk des Wiener Typografen Rudolf von Larisch. In der Buchkunst des Jugendstils ist die Verwendung der richtigen Schrift gleichberechtigt mit der künstlerischen Gestaltung des Buches durch Buchschmuck und Illustration.61 Für An Ehren und an Siegen reich gestaltete Larisch eine Schrift, die an karolingische und ottonische Schriftmuster angelehnt wirkt und sich in das Gesamtbild des Werkes einfügt, das an einen mittelalterlichen Buchblock erinnert. Damit ordnet sich die Typografie auch in das Gesamtprogramm eines Prachtwerkes ein, das die zeitliche Dimension österreichischer Geschichte soweit als möglich in dieVergangenheit ausdehnen möchte, um, wie schon erwähnt, damit auch auf künstlerischer Ebene „zum Ruhme Österreichs und seines altberühmten Herrscherhauses“62 beizutragen.

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Textseite (Herzig, Ehren, o. S.)

Der „Faustschlag“

Ebenso wie man die oben skizzierten Gemeinsamkeiten zwischen Kaiserhuldigungsfestzug und Festband feststellen kann, gibt es auch Parallelen zum unrühmlichen Nachspiel. Der Festzug hatte eines, das teilweise auch gerichtlich ausgetragen wurde. Man warf sowohl Künstlern als auch dem Festzugskomitee unredliche Absichten, Profitgier und sogar Bestechung vor.63

Analog dazu, wenn auch zeitlich schon früher, geriet auch An Ehren und an Siegen reich in die Kritik. Das Erscheinen des Festbandes bzw. die Bewerbung desselben durch den Verlag wurde von der österreichischen Presse vorerst durchwegs wohlwollend aufgenommen, und es mehrten sich Zeitungsberichte zum Erscheinen des „Prachtwerkes“. Unheil zog aber bereits im Jänner 1907 herauf, als erste Gerüchte auftauchten, „daß nahezu sämtliche Illustrationen sowie der Einband im Auslande hergestellt worden seien“.64 Das bestätigte sich spätestens im November 1907. Ab diesem Zeitpunkt erlebte der Festband in der Presse eine Genese von der „nationalen Bibel Österreichs“65 zu einem „Faustschlag gegen die österreichische Buchdruckindustrie“,66 denn nunmehr war es allgemein bekannt geworden, dass Herzig den gesamten Auftrag zur Herstellung dieses Prachtbandes (der noch dazu unter dem Protektorat des Kaisers stand) an ein ausländisches Unternehmen vergeben hatte, nämlich an die Leipziger Firma Wittig & Co. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten und reichten von negativen Presseberichten, Eingaben an den Handelsminister bis hin zu zwei Interpellationen im Abgeordnetenhaus.

Herzig reagierte auf die Anschuldigungen mit einer Stellungnahme, in der er seine Absicht betonte, das Werk trotz aller Widrigkeiten und höherer Preise in Österreich herstellen zu lassen. Dies sei aber an der Wiener Buchdruckerei Scheibe gescheitert, die den Auftrag nicht zum gewünschten Termin erledigen hätte können.67 Damit sollte vermutlich Scheibe die Peinlichkeit zugeschoben werden, dass „österreichische Ruhmesgeschichte“ in Leipzig produziert worden war. Scheibe erwiderte in einer Gegenstellungnahme dass Herzig bereits von Beginn an geplant habe, das Werk in Leipzig drucken zu lassen.68 Der Konflikt schwelte in der einschlägigen Presse den gesamten Dezember 1907 weiter und ebbte im Jänner 1908 langsam ab. Für Herzig war zumindest ein herber Prestigeverlust die Folge, aber auch vermutlich geringere Verkaufszahlen. Der schale Beigeschmack der ausländischen Provenienz haftete dem Buch nunmehr an und die für die Zeitgenossen richtige Frage, die sich stellte, war: „Würden sich für ein solches Werk noch Käufer finden?“69 So ist vielleicht erklärbar, warum heute nur noch so wenige Ausgaben (speziell der Kaiser- und Fürstenausgabe) in österreichischen Bibliotheken vorhanden sind bzw. im Antiquariatsbuchhandel auftauchen.

Das Exemplar des Heeresgeschichtlichen Museums

Das Exemplar des Heeresgeschichtlichen Museums mit der Signatur 25.188 ist eine Kaiserausgabe. Sie wurde samt Pult im Jahr 1955 erworben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Saal VI, der die Entwicklung der k. (u.) k. Armee von 1867 – 1914 zeigte, neu aufgestellt und am 17. Juni 1957 eröffnet.70

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Exemplar des Heeresgeschichtlichen Museums (Bibliothek HGM)

In dieser ersten Ausstellung zum Militär der franzisko-josephinischen Epoche nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich war vermutlich auch der Festband gezeigt worden, was heute vor allem noch an einem deutlichen Lichtschaden erkennbar ist, den die beiden aufgeschlagenen Seiten des Inhaltsverzeichnisses dadurch erlitten haben.71

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Sonderausstellung (©Gornik)

Nach der Neugestaltung dieses Ausstellungsbereiches, des heutigen sogenannten „Franz-Joseph-Saales“ im Jahr 1979, fand das Objekt keinen Platz mehr und wurde der Museumsbibliothek rückgestellt. Eine neuerliche Musealisierung erfuhr der Band anlässlich einer HGM-Sonderausstellung im Jahr 2013, wobei hier hauptsächlich der Aspekt der Buchkunst entscheidend war, um das Werk zu zeigen.

Dies war der bislang letzte öffentliche Auftritt des Exemplars aus dem Besitz des Heeresgeschichtlichen Museums. Seither ruht das Werk, in einem stabilen und langzeitarchivtauglichen Behältnis verpackt, im Bibliotheksmagazin, um möglicherweise in künftigen Ausstellungen gezeigt zu werden oder auf spätere Forschungsfragen neue Antworten zu geben. Zu erzählen hätte es vermutlich noch mehr als genug.

Übersicht der im Festband genannten Personen:

Protektorat: Kaiser Franz Joseph
Herausgeber: Herzig Max
Redakteur: Dernjac Josef
Künstlerische Gestaltung: Urban Joseph, Lefler Heinrich
Literarische Gesamtleitung: Helfert Joseph Alexander

Autoren (in alphabetischer Reihenfolge – ohne Titel und Adelsprädikate)

Bachmann, Adolf
Beck, Friedrich
Bibl, Viktor
Bretholz, Berthold
Criste, Oskar
Dopsch, Alfons
Duncker, Karl
Erben, Wilhelm
Fournier, August
Guglia, Eugen
Hallwich , Hermann
Hammer, Heinrich
Hauke, Franz
Helfert, Joseph, Alexander
Herzberg-Fränkel, Sigmund

Hirn, Josef
Jirecek , Josef Konstantin
Kaser, Kurt
Kralik, Richard
Kretschmayr , Heinrich
Lampel, Joseph
Laschitzer, Simon
Leisching, Eduard
Liechtenstein, Franz
Lueger, Karl
Luschin, Arnold
Mantuani, Josef
Ottenthal, Emil
Redlich, Oswald
Rezek, Anton
Saar, Ferdinand
Schlitter, Hanns
Schmid, Ferdinand
Schönbach, Anton E.
Steinherz, Samuel
Strobl, Ferdinand
Torresani, Karl
Uebersberger, Hans
Uhl, Friedrich
Uhlirz, Karl
Vancsa, Max
Veltelini , Hans
Weber, Ottokar
Wertheimer, Eduard
Wilhelm, Franz
Wittmann, Hugo
Woinovich, Emil
Zeidler, Jakob
Zimmermann, Heinrich
Zwiedineck-Südenhorst, Hans

 

1 Max Herzig (Hg.), An Ehren und an Siegen reich. Bilder aus Österreichs Geschichte, Wien 1907.

2 Vgl. u. a. Rosamunde Neugebauer, Kunst und Buch. Versuch einer typologischen Annäherung, in: Stephan Füssel (Hg.), Im Zentrum das Buch. 50 Jahre Buchwissenschaft in Mainz, Mainz 1997, S. 22 – 37, hier S. 22.

3 Seelen der gewesenen Zeit. Historische Schätze der Bibliothek. Sonderausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums von 3. Dezember 2013 bis 31. September 2014.

4 Grundlegende Arbeiten zu diesem Konzept lieferten in den 1920er Jahren Maurice Halbwachs und Aby Warburg. Neu aufgegriffen und erweitert wurde es u. a. von Jan Assman. Vgl. u. a. Jan Assmann, Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität, in: Kultur und Gedächtnis, Frankfurt 1988, S. 9 – 19.

5 Vgl. Werner Telesko, Geschichtsraum Österreich. Die Habsburger und ihre Geschichte in der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts, Wien u. a. 2006, S. 235.

6 „1908“, in: Neues Wiener Tagblatt 42. Jg., Nr. 1, 01.01.1908, S. 7.

7 Kulturpool, Kaiser-Huldigungsfestzug 1908, http://www.kulturpool.at/display/smartworks/Kaiser-Huldigungsfestzug+1908 (abgerufen am 17.10.2016).

8 Vgl. u. a. Elisabeth Großegger, Der Kaiserhuldigungsfestzug 1908, in: Moritz Csáky – Peter Stachel (Hg.), Speicher des Gedächtnisses. Bibliotheken, Museen, Archive, Bd. 2: Die Erfindung des Ursprungs. Die Systematisierung der Zeit, Wien 2001, S. 155 – 175, hier: S. 156.

9 Für eine kurze Übersicht zu den Publikationen vgl. u. a. Telesko, Geschichtsraum Österreich, S. 232ff.

10 Agnes Husslein-Arco – Matthias Boeckl – Harald Krejci (Hg.), Hagenbund. Ein europäisches Netzwerk der Moderne. 1900 bis 1938, Wien 2014, S. 142.

11 Herzig, Ehren, S. XI.

12 Großegger, Kaiserhuldigungsfestzug, S. 161.

13 Für eine Übersicht zum Künstlerbund Hagen vgl. u. a. Tobias G.
Natter, Der Hagenbund. Zur Stellung einer Wiener Künstlervereinigung,
in: Österreichische Galerie Belvedere, Die verlorene Moderne.
Der Künstlerbund Hagen 1900 – 1938, Wien 1993, S. 9 – 27.

14 Vgl. Elisabeth Großegger, Großösterreich als Großereignis. Feste der Franziskojosephinischen Epoche, in: Karl Vocelka – Martin Mutschlechner (Hg.), Franz Joseph 1830 – 1916, Wien 2016, S. 98 – 101, hier: S. 100.

15 „An Ehren und an Siegen reich, Bilder aus Oesterreichs Geschichte”, in: Neue Freie Presse, Nr. 15231, 15.01.1907, S. 2.

16 Herzig, Ehren, S. XII.

17 „An Ehren und an Siegen reich”, in: Neue Freie Presse, Nr. 15231, 15.01.1907, S. 2.

18 NÖ Gewerbeverein, zit. in: Österreichisch-ungarische Buchdrucker-Zeitung, 35. Jg., Nr. 51, 19.12.1907, S. 642 – 645, hier: S. 642.

19 Zum Verleger Moritz Perles vgl. u. a. Daniela Punkl, Verlag Moritz Perles, k. u. k. Hofbuchhandlung in Wien, Wien 2002.

20 Anzeigen, Geschäftliche Einrichtungen, Veränderungen, in: Oesterreichisch-ungarische Buchhändler-Correspondenz, 28. Jg., Nr. 15, 09.04.1887, S. 191 – 192, hier: S. 192.

21 Ebd., S. 191. Diese Buchhandlung lag gegenüber der Universität an der Adresse Franzensring 22.

22 Vgl. Anton Durstmüller, 500 Jahre Druck in Österreich. Die Entwicklungsgeschichte der graphischen Gewerbe von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 2, Wien 1986, S. 268.

23 Max Herzig (Hg.), Viribus Unitis. Das Buch vom Kaiser, Wien – Budapest – Leipzig 1898.

24 In einer Dissertation über Helfert findet Herzig keinerlei Erwähnung. Vgl. Franz Pisecky, Josef Alexander Freiherr von Helfert als Politiker und Historiker, Diss., Wien 1949.

25 Helfert zit. in: Telesko, Geschichtsraum Österreich, S. 322.

26 Ebd., S. 235.

27 Herzig, Ehren, S. XI.

28 „An Ehren und an Siegen reich, Bilder aus Oesterreichs Geschichte“, in: Neue Freie Presse, Nr. 15231, 15.01.1907, S. 2.

29 „Literatur. Eine vaterländische Bibel“, in: Neues Wiener Abendblatt, Nr. 310, 11.11.1907, S. 4.

30 Vgl. „An Ehren und an Siegen reich“, in: Neue Freie Presse/Abendblatt, Nr. 15517, 02.11.1907, S. 3.

31 „Literatur. Eine vaterländische Bibel“, in: Neues Wiener Abendblatt, Nr. 310, 11.11.1907, S. 4.

32 Um diesbezüglich eine genaue Bewertung vorzunehmen, wäre eineinhaltliche Analyse der Beiträge erforderlich.

33 Vgl. Telesko, Geschichtsraum Österreich, S. 236f.

34 Vgl. Matthias Boeckl, „Die Mode-Moderne mit dem fabricierten Stimmungs-Dusel“, in: Österreichische Galerie Belvedere, Die verlorene Moderne. Der Künstlerbund Hagen 1900 – 1938, Wien 1993, S. 53 – 66, hier: S. 53.

35 Vgl. u. a. Feuilleton „An Ehren und an Siegen reich…“, in: Wiener Zeitung, Nr. 264, 15.11.1907, S. 3 – 5, hier: S. 3.

36 Vgl. „An Ehren und an Siegen reich. Bilder aus Österreichs Geschichte“, in: Oesterreichisch-ungarische Buchhändler-Correspondenz, 48. Jg., Nr. 44, 30.10.1907, S. 647 – 648, hier: S. 647. Besprechungen, in: Novitäten Anzeiger für den Kolportage Buchhandel, 19. Jg., Nr. 395, 10.12.1907, S. 2.

37 Vgl. Durstmüller, 500 Jahre Druck, S. 268. Auch bei den Recherchen zu diesem Beitrag konnte kein Exemplar einer Volksausgabe nachgewiesen werden.

38 Vgl. Österreichisch-ungarische Buchdrucker-Zeitung, 19.12.1907, S. 644. Die Umrechnung in Euro basiert auf dem Währungsrechner der Österreichischen Nationalbank, vgl. ÖNB, Inflationscockpit. https://www.oenb.at/docroot/inflationscockpit/waehrungsrechner.html (abgerufen am 20.10.2016).

39 Vgl. Oesterreichisch-ungarische Buchhändler-Correspondenz, 30.10.1907, S. 648.

40 Das ist eine HGM-interne Einschätzung nach einer Materialsichtung. Ob überdies noch eine dünne Goldschicht vorhanden ist, könnte nur eine genaue Materialprüfung zeigen. Es konnten keine sonstigen technischen Beschreibungen des Buchblocks der Kaiserausgabe im Zuge der Recherchen nachgewiesen werden.

41 Vgl. „An Ehren und an Siegen reich, Bilder aus Oesterreichs Geschichte“, in: Neue Freie Presse, Nr. 15231, 15.01.1907, S. 2.

42 Vgl. u. a. Telesko, Geschichtsraum Österreich, S. 15

43 Vgl. Telesko, Geschichtsraum Österreich, S. 83.

44 Vgl. „An Ehren und an Siegen reich, Bilder aus Oesterreichs Geschichte“, in: Neue Freie Presse, Nr. 15231, 15.01.1907, S. 2.

45 Vgl. Hagenbund, Katalog der XXVII. Ausstellung, November 1908 – Jänner 1909, Wien [1908], Abb. Nr. 282, und Markus Kristan, Joseph Urban. Die Wiener Jahre des Jugendstilarchitekten und Illustrators 1872 – 1911, Wien (u. a.) 2000, S. 350.

46 Vgl. Cornelia Reiter, Beschreibung der Farbtafeln, in: Österreichische Galerie Belvedere, Die verlorene Moderne. Der Künstlerbund Hagen 1900 – 1938, Wien 1993, S. 75 – 233, hier: S. 225.

47 „An Ehren und an Siegen reich, Bilder aus Oesterreichs Geschichte“, in: Neue Freie Presse, Nr. 15231, 15.01.1907, S. 2.

49 Dieses Exemplar wurde im Dorotheum, in der Auktion „Bücher und dekorative Grafik“ (15.06.2015) / Lot-Nr. 271 versteigert. Vgl. https://www.dorotheum.com/auktionen/aktuelle-auktionen/kataloge/list-lots-detail/auktion/11203-bucher-und-dekorative-grafik/lotID/271/lot/1890388-an-ehren-und-an-siegen-reich.html (abgerufen am 20.10.2016). Kristan erwähnt eine Variante der Salonausgabe in Schweinsleder, welche dieses Exemplar sein könnte. Vgl. Kristan, Urban, S. 349.

50 In den Exemplaren findet sich keine Auflagenzählung.

51 Vgl. „An Ehren und an Siegen reich“, in: Österreichisch-ungarische Buchdrucker-Zeitung, 35. Jg, Nr. 49, 05.12.1907, S. 614 – 616, hier: S. 615.

52 Vgl. Erhard Koppensteiner, Buchkunst des Jugendstils und das Haus Österreich 1898 – 1918, in: Oberösterreichische Heimatblätter, 40. Jg., Heft 3/4, Linz 1986, S. 325 – 355, hier: S. 347.

53 Vgl. Hagenbund, Katalog, o. S., und Kristan, Urban, S. 130f. und 349, hier: Anm. 34.

54 Vgl. Peter Pauker, Heinrich Lefler. Sein Werk und seine Zeit, Diss., Wien 1962, S. 56.

55 „An Ehren und an Siegen reich“, in: Neue Freie Presse/Abendblatt,
Nr. 15517, 02.11.1907, S. 3.

56 Hermann Zinner, Buchkunst des Jugendstils in Österreich, Diss., Wien 1977, S. 6.

57 Bei Zinner findet sich der Hinweis, es handle sich um Doppelhunde. Koppensteiner identifiziert die Darstellungen als Löwen. Vgl. Zinner, Buchkunst, S. 137, und Koppensteiner, Buchkunst, S. 343. Der Autor dieses Beitrages schließt sich der Wertung Koppensteiners an, da der Löwe das traditionelle Wappentier des Hauses Habsburg ist.

58 Vgl. Zinner, Buchkunst, S. 138.

59 Vgl. ebd. bzw. Koppensteiner, Buchkunst, S. 345. Zinner bezeichnet die Vogelfiguren als Geier, Koppensteiner als Adler. Dieser Wertung schließt sich der Autor dieses Beitrages an, da anzunehmen ist, dass eher der Adler (in seiner Funktion als Wappentier) Darstellung fand.

60 Vgl. Koppensteiner, Buchkunst 1986, S. 344.

61 Vgl. Zinner, Buchkunst, S. 6.

62 Herzig, Ehren, S. XII. 48 ÖNB, Signatur 281869-F, Wien-Museum, Inv. Nr. Lueger-88.

Erik Gornik

Erik Gornik

OR Erik Gornik, M.A.
Politikwissenschafter und Bibliothekswissenschafter. Ich bin Leiter der Museumsbibliothek und verantwortlich für Aufbau, Erschließung, Gestaltung,
Vermittlung und langfristigen Erhalt des Bibliotheksbestandes.
Meine Forschungsinteressen sind derzeit Bibliotheks- und Buchgeschichte.

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