HGM Wissensblog

Der Alltag des Kriegsmalers Alexander Pawlowitz

1. Stand der Forschung, Quellenlage

Über den Porträt-, Landschafts- und Kriegsmaler Alexander Pawlowitz gibt es bis dato keine Biografie. Im Künstlerlexikon von Thieme-Becker1 ist lediglich das Geburtsdatum angeführt, welches bei Fuchs2, wo außer einigen wenigen Ausstellungshinweisen nur wenig mehr erwähnt ist, mit 17. Juli 1884 auch noch falsch angegeben ist.3 In den Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museums befinden sich neun Ölgemälde und 40 Handzeichnungen sowie Aquarelle von der Hand des Alexander Pawlowitz, Grund genug also, das Leben und Werk dieses Künstlers zu erforschen und einem breiteren Publikum zu präsentieren.

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Kirche in Datschitz, Mähren. Kolorierte Federzeichnung, 1890 ©Petra Pawlowitz

Besonders hilfreich dabei war die Zurverfügungstellung von umfangreichem biografischem Material durch die Enkelin des 1964 verstorbenen Künstlers, Frau Petra Pawlowitz, wofür ihr an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausgesprochen wird. Dieses Material beinhaltet zahlreiche Fotos, Handzeichnungen und Zeitungsartikel sowie das Allerwichtigste: Tagebuchaufzeichnungen aus seiner Zeit während des Ersten Weltkrieges, die es dem Autor ermöglichen, den Alltag eines Kriegsmalers – zumindest über zwei Jahre – nachzuzeichnen.

2. Vor dem Krieg

Geboren wurde Alexander Rudolf Pawlowitz am 17. Mai 1884 als Alexander Stebetak in Wien-Landstraße. Im Jahr darauf ehelichte seine Mutter Maria Stebetak einen Herrn Wenzel Franz Pawlowitz. Dieser adoptierte den unehelichen Sohn, wodurch Alexander ebenfalls den Namen Pawlowitz erhielt. Sein künstlerisches Talent zeigte der Knabe schon früh, so zeichnete er etwa im Alter von sechs Jahren die Kirche im mährischen Datschitz (Dacice, Tschechien) mit perspektivisch sicherer Hand.

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Selbstporträt, 1905 ©Petra Pawlowitz

In den Jahren von 1902 bis 1907 studierte Pawlowitz an der Wiener Akademie der bildenden Künste u. a. unter Christian Griepenkerl (1839 – 1912). Ab 1908 gab er an der Realschule Wien 2, Vereinsgasse (heute BRG II), Zeichenunterricht. Diesen Lehrerposten, der zwar für ein geringes, aber doch vorhandenes Grundeinkommen sorgte, sollte er mit Unterbrechungen bis 1922 behalten. Am 26. September 1911 heiratete er Rella Zappler und bezog mit ihr einen gemeinsamen Wohnort mit Atelier in der Valeriestraße 8 (ab 1919 Böcklinstraße).

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Rella Pawlowitz im Atelier Valeriegasse, 1912 ©Petra Pawlowitz

Kurz zuvor, am 2. Jänner desselben Jahres, machte Pawlowitz in der Zeitung „Der Morgen“ von sich reden. Unter der Überschrift „Denunziantentum und Spitzelwesen bei den Steuerbehörden“ stand zu lesen, dass Pawlowitz, ein junger Maler, der in seinem Nebenberuf ein öffentliches Lehramt bekleide, gute Beziehungen zu den vornehmsten Gesellschaftskreisen führen und in manchem Salon verkehren würde, von der Steuerbehörde vorgeladen worden sei. Dort wäre er einem „peinlichen Verhör“ unterzogen und ihm vorgehalten worden, dass er wiederholt Wagen und Automobil benützt und Freunde in seinem Atelier zu „großen Gelagen“ empfangen hätte. Das alles könne er aber unmöglich aus dem Einkommen bestreiten, das er seinem Steuerbekenntnis nach beziehen würde. Pawlowitz musste daraufhin „des Langen und Breiten auseinandersetzen“, dass er die meisten Mahlzeiten bei seinen Eltern einnehme und seinen Gönnern ja doch nicht abschlagen könne, wenn diese ihn gelegentlich mit dem Wagen oder Automobil von Zuhause abholten. Zu den vorgeworfenen „Gelagen“ erörterte der Maler, dass man seinen Gästen wohl kaum mehr als einen gut geheizten Raum und halbwegs ausreichende Sitzgelegenheit zu bieten brauche, wenn für das Übrige von ihnen selbst in reichlichster Weise gesorgt werde. Die Steuerschraube, so der Redakteur, werde diesmal nicht besonders viel herauspressen können, eine Erhöhung der bisher geleisteten Abgaben werde der junge Künstler dem Denunziantentum und Spitzelwesen aber wohl zu danken haben.4

Kontakte zu Gönnern in vornehmsten Gesellschaftskreisen musste ein Künstler des Fin de Siècle auch haben, da er sonst keine nennenswerten Einkünfte gehabt hätte, so war „Netzwerken“ wohl damals für Freiberufliche genauso wichtig wie in unseren Tagen. Was dann auch Früchte zu tragen schien: So erhielt Pawlowitz 1912 von der Gesellschaft des Weißen Kreuzes den Auftrag, ein lebensgroßes Porträt des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este (1863 – 1914) für den Festsaal des neu errichteten k. u. k. Offiziers-Kurhauses im westböhmischen Franzensbad (Františkovy Lázne, Tschechien) zu malen. Die Meldung über die Fertigstellung des Porträts schaffte es immerhin in drei Zeitungen und wurde von der Gesellschaft vielbeachtet.5 Daraufhin erhielt Pawlowitz noch im selben Jahr den Auftrag, den „Eucharistischen Kongress“ (Internationaler Eucharistischer Kongress 1912) in einem großen Gemälde (200 x 180 cm) festzuhalten. Das Bild, welches sich heute im Erzbischöflichen Domund Diözesanmuseum in Wien befindet, zeigt den Einzug des päpstlichen Legaten Wilhelmus Kardinal van Rossum (1854 – 1932) in Begleitung von Erzbischof Kardinal Franz Nagl (1855 – 1913) auf dem Wiener Heldenplatz.

Im Hintergrund ist die Karosse mit Kaiser Franz Joseph (1830 – 1916) und dem Thronfolger Franz Ferdinand dargestellt. Es war dies das wichtigste kirchliche Ereignis vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und eine letzte großartige Manifestation des katholischen Österreich. Der Kaiser selbst übernahm das Protektorat über den Kongress, und so wurde das Gemälde seinerzeit in der gesamten österreichischen Tagespresse besprochen und gewürdigt. Es wurde auch von Kaiser Franz Joseph im Kapellensalon in Ischl besichtigt. Der Kaiser äußerte sich damals sehr positiv zu dem Bild und bemerkte, dass die Perspektive und die Porträts sehr gut gelungen seien. Tatsächlich kann man auf dem Bild naturgetreue Porträts damals bekannter Persönlichkeiten finden; auch der Maler und seine Frau sind im Hintergrund des Bildes zu sehen.6

Das Kongress-Bild und die damit verbundene Würdigung des Kaisers mit den in der Presse zitierten Worten „Ich danke Ihnen, es hat mir sehr gefallen“7 verhalfen Pawlowitz sicherlich zu einer Art Durchbruch in der Wiener Kunstszene, obschon dieser aufgrund des Kriegsausbruches nicht von allzu langer Dauer war. 1913/14 konnte Pawlowitz seinen erworbenen Ruf als Porträtmaler jedenfalls noch genießen, und bald gab sich die Hocharistokratie in seinem Atelier die Klinke in die Hand, wobei Erzherzogin Maria Annunziata (1876 – 1961) und Erzherzog Eugen (1863 – 1954) den Anfang machten. Pawlowitz nahm den 12. Mai 1914 mit dem Besuch des Erzherzogs zum Anlass, der Nachwelt einen ausführlicheren Tagebucheintrag zu hinterlassen, der wie folgt beginnt:

„Heute um 3 h nachmittags kommt Erzherzog Eugen. Im Atelier habe ich schon um ½ 6 h Ordnung gemacht, die Bilder alle recht hübsch angeordnet. Aber der Akt vor dem Kongress-Bild muß woanders hängen! Vielleicht ist es dem Erzherzog peinlich, ihn zu sehen zu bekommen. Oder vielleicht doch nicht?“8

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Porträtskizze Erzherzog Eugen, 12. Mai 1914 ©Petra Pawlowitz

Der Erzherzog würdigte die Gemälde, welche sich im Atelier befanden, justierte bei Frisur und Schnurrbart nach und nahm für seine Sitzung Platz, deren Zweck es war, eine Porträtskizze anzufertigen. Diese sollte dann in ein Gemälde eingefügt werden, welches die Grundsteinlegung der Eucharistischen Gedächtniskirche (heute Pfarrkirche St. Johann Kapistran in Wien XX., Forsthausgasse) zeigen sollte, die ihrerseits wiederum aus Spendengeldern aus dem Eucharistischen Weltkongress von 1912 finanziert wurde. Zur Grundsteinlegung kam es jedoch nicht mehr, der Erste Weltkrieg verhinderte dieses Vorhaben.9

Obwohl sich Pawlowitz nunmehr über mangelnde Kontakte oder Aufträge kaum beschweren konnte, folgt nur zehn Tage nach dem erzherzoglichen Besuch ein erschütternder Tagebucheintrag:

„Es ist furchtbar, was wir leiden – kein und kein Geld! Ich verzweifle schon – am liebsten wäre ich nicht mehr auf dieser Welt! Es ist schrecklich, ich werde noch betteln gehen müssen! So etwas ist für mich zum wahnsinnig werden! Meine arme Frau muß leiden. Ich muß betteln gehen, aber wo? Daß ich wenigstens einige Heller auf Marken bekomme!“10

Dabei ergeben sich interessante Parallelen zum Militärmaler Alexander Pock (1871 – 1950), der zur selben Zeit in Wien wirkte. Dieser war zwar mehr im militärischen Genre tätig (Pawlowitz wurde dies eher erst als Kriegsmaler), muss jedoch im Genre der Porträtmalerei in Konkurrenz zu Pawlowitz gestanden sein. Auch Pock malte den Eucharistischen Kongress, allerdings im Auftrag seines Gönners, Erzherzog Franz Ferdinand, der die Fertigstellung nicht mehr erlebte. So blieb dieses Gemälde unvollendet und befindet sich heute in Privatbesitz. Es gleicht von der Bildkomposition her jenem von Pawlowitz, mit dem Unterschied, dass Pock die Szenerie vom Prinz-Eugen-Reiterstandbild aus einfing, Pawlowitz hingegen von jenem des
Erzherzog Carl. Auch Pock musste seinen Auftraggebern stets um sein Honorar hinterherlaufen;11 bei Pawlowitz verhielt sich dies augenscheinlich ähnlich oder noch eine Spur dramatischer. Reich wurde man als Maler in Wien zu Anfang des 20. Jahrhunderts offensichtlich nicht.

3. Kriegsausbruch

„Abreise nach Pirano. Kriegserklärung!“12 „Verhaftung in Pirano“13

Den Sommer 1914 verbrachte Alexander Pawlowitz in Pirano an der adriatischen Küste, einem Hafen der Monarchie (heute Piran, Slowenien). Gerade im Hinblick auf den unsicheren Bündnispartner Italien wurde die Küste Istriens besonders überwacht, und auf Spionage reagierten die Behörden vor Ort außerordentlich empfindlich. Bereits am 25. Juli 1914 wurden für die österreichische Reichshälfte rechtliche Ausnahmeverfügungen in Kraft gesetzt. Durch die Suspendierung von Grundrechten und verschiedene Überwachungsmaßnahmen sollte jede Gefährdung der Kriegsanstrengungen im Inneren verhindert werden. Die Zuständigkeit für die Verfolgung „politischer Verbrechen“ ging im gesamten Staatsgebiet auf Militärgerichte über. Die Geschworenengerichtsbarkeit wurde aufgehoben. Die Angst vor Spionage und Verrat führte zu einer Flut von Anzeigen und Denunziationen wegen tatsächlicher
oder vermeintlicher Delikte. Pawlowitz suchte sich seine Motive oft in Höfen alter Häuser. So wurde die Bevölkerung misstrauisch und hielt ihn für einen Spion. Er wurde der Gendarmerie als verdächtig gemeldet, die ihn kurzerhand verhaftete. Er wurde jedoch alsbald wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem man festgestellt hatte, dass er als Maler lediglich Interesse an den malerischen Gebäudewinkeln und Höfen hatte. Aus heutiger Sicht sicherlich eine Anekdote – was der Maler bei seiner Verhaftung empfand, bleibt Spekulation. Auf die leichte Schulter zu nehmen war ein solcher Verdacht jedoch nicht, denn die Militärgerichtsbarkeit wurde in den Armeebereichen oftmals mit äußerster Härte durchgesetzt. Echter oder vermeintlicher Verrat bzw. Spionage, irreguläre Kriegführung und Desertion wurden meist mit dem Tod bestraft.

In Österreich-Ungarn hatten im Juli/August 1914 gemäß Mobilisierungsbefehl die Beurlaubten und Reservisten der präsent dienenden Jahrgänge 1890 bis 1892, dann die Reservisten und Ersatzreservisten des gemeinsamen Heeres und der beiden Landwehren der Jahrgänge 1882 bis 1889 sowie der gediente Landsturm der Jahrgänge 1872 bis 1881 zum Kriegsdienst einzurücken.14 Der landsturmpflichtige Alexander Pawlowitz, Geburtsjahrgang 1884, rutschte also zu Kriegsbeginn gerade mal so durch und erhielt vorläufig keinen Einberufungsbefehl, musste sich jedoch an die Weisungen jenes Truppenkörpers halten, bei dem er in Stand gesetzt war. Im diesem Fall war dies das Ersatzbataillon des k. u. k. mährischen Infanterieregiments Nr. 81 „Freiherr von Waldstätten“ in Iglau (Jihlava, Tschechien). So begab er sich wieder nach Wien und nahm sein Lehramt an der Realschule Vereinsgasse wahr. Mitte November 1914 eröffnete er in seinem Atelier eine Weihnachtsausstellung, in der er seine Porträts sowie Genre- und Landschaftsbilder zu veräußern versuchte.15 Trotz Kriegsbeginn erhielt Pawlowitz zu dieser Zeit weiterhin Porträtaufträge, u. a. von den Familien Trauttmansdorff, Liechtenstein, Bourgoing-Kinsky, Thun-Lobkowitz, Hoyos-Herberstein sowie von Unterrichtsminister Max Ritter von Hussarek (1865 – 1935). Während Pawlowitz wie die meisten seiner Landsleute an einen schnellen Sieg glaubte, lief an der Front so ziemlich alles schief, was nur schieflaufen konnte. Ende 1914 hatte die k. u. k. Armee etwa 1,27 Millionen Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen zu bilanzieren16, ein gigantischer Tiefschlag, von dem sich die Armee im weiteren Verlauf des Krieges nicht mehr erholen sollte. Nun wurden als Personalersatz Marschformationen und Landsturm im Ausmaß von 863.000 Mann an die Fronten geschickt. Darunter auch Alexander Pawlowitz, der nun im Februar 1915 als Landsturmpflichtiger im Rahmen eines Marschbataillons als Personalersatz des Infanterieregiments Nr. 81 eingezogen wurde. Der Landsturm, der größtenteils erst einberufen werden musste, war schlecht bis überhaupt nicht ausgebildet bzw.  -gerüstet. Bestimmt für den Dienst im Hinterland wie etwa für Bewachungsaufgaben, war für den Landsturm lediglich eine Adjustierung mit alten, hellblauen Feldblusen vorgesehen gewesen. Als die hohen Personalverluste im Kriegsverlauf es jedoch notwendig machten, auch Landsturmformationen in die Stellungsgräben zu schicken, fanden sich diese Männer in ihren blauen Uniformen (oder sogar in Zivil mit einer schwarz-gelben Armbinde) an der vordersten Front wieder. Die Umkleidung in die hechtgraue Montur M.08 ging nur sehr schleppend voran, da die aktive Truppe vorrangig beliefert wurde. Angesichts der hohen Verluste bereits im ersten Kriegsjahr sahen also für den landsturmpflichtigen Alexander Pawlowitz die Aussichten, den Krieg heil zu überstehen, nicht besonders rosig aus. Doch für anerkannte Künstler mit Kontakten in höchste und allerhöchste Adelskreise bis hin zum Kaiser gab es einen Ausweg: die Kunstgruppe des k. u. k. Kriegspressequartiers (KPQ). Pawlowitz hatte Glück. Nur wenige Monate nach seinem Einberufungsbefehl zum Landsturm und seinem darauffolgenden Ansuchen um Aufnahme in das KPQ wurde er mit 30. November 1915 als Kriegsmaler beim XV. Korps eingeteilt und wurde angewiesen, sich vor dem Abgehen dahin beim Platzkommando des Kriegspressequartiers in Mährisch-Ostrau, behufs Entgegennahme von Instruktionen, zu melden.17

4. Kriegsalltag 1915

„7 h früh in M. Ostrau angekommen. Im Hotel National Mittag gegessen. Roda-Roda kam auch ins Hotel, lernte ihn dort kennen. Nachmittags fuhr ich nach Teschen ins Hauptquartier, um mich beim Stellvertreter General von Hoen vorzustellen.

Fahre noch heute mit dem Zug um 12 h nachts nach Wien zurück. Muß Fotografien einiger meiner Bilder aus Wien nach Teschen bringen […] die Fotografien und das Bild soll ich General Hoen vorlegen, damit er sich ein Bild von der Art meiner Arbeit machen kann.“18

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Hermann Torggler (1878 – 1939): Porträt GM Maximilian Ritter von Hoen, Kommandant des KPQ, Bleistift, 1915 ©HGM

Das Kriegspressequartier stand bis 15. März 1917 unter dem Kommando von Oberst (ab 1. März 1915 Generalmajor) Maximilian von Hoen (1867 – 1940), Militärhistoriker im Kriegsarchiv. Der vorangegangene Tagebucheintrag zeigt, dass Pawlowitz mit dem militärischen Usus der k. u. k. Armee nicht so ganz vertraut war. Denn der Dienstgrad von Hoen war Generalmajor, nicht General; und er war auch kein „Stellvertreter“, sondern zu diesem Zeitpunkt Kommandant des KPQ.

Hoen war dafür bekannt, jeden einzelnen Neuankömmling – gemäß Weisung des Armeeoberkommandos (AOK) – genau unter die Lupe zu nehmen und auf seine Verlässlichkeit zu prüfen.

Dennoch fanden auch kritische Kriegsberichterstatter Aufnahme im KPQ, wie etwa Alexander Roda Roda (1872 – 1945), der oft mit beißendem Humor die k. u. k. Armee persiflierte und eben auch mit Pawlowitz gleich zu Beginn seiner Karriere als Kriegsmaler zusammentraf. Überhaupt liest sich die Mitgliederliste der Kriegsberichterstattergruppe des KPQ wie ein Who is who der österreichischen Schriftstellergilde jener Zeit: Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929), Ferenc Molnar (1878 – 1952), Robert Musil (1880 – 1942), Egon Erwin Kisch (1885 – 1948), Albert Paris Gütersloh (1887 – 1943); oder auch jene, die der im Kriegsarchiv organisierten literarischen Gruppe angehörten, wie Rainer Maria Rilke (1875 – 1926), Franz Ginzkey (1871 – 1963), Stefan Zweig (1881 – 1942), Alfred Polgar (1873 – 1955) und Franz Theodor Csokor (1885 – 1969). Aber auch in der Kunstgruppe, zu der sich Alexander Pawlowitz als Kriegsmaler nun zählen durfte, stellten sich bekannte Künstler von Rang in den Dienst der Kriegspropaganda bzw. brachten ihre künstlerische Neigung im Rahmen oder mit Billigung des KPQ zur Geltung – wie etwa Albin Egger-Lienz (1868 – 1926), Oskar Kokoschka (1886 – 1980), Anton Kolig (1886 – 1950), Oskar Laske (1874 – 1951), Erwin Puchinger (1877 – 1944), der bereits erwähnte Alexander Pock oder Laszlo Mednyanszky (1852 – 1919).19

Hoen war offenbar von den Arbeiten seines neuen Kriegsmalers recht angetan, so vermerkt Pawlowitz am 31. Dezember 1915 in seinem Tagebuch:

„Nachmittags 5 h war ich bei General Hoen in Teschen. Der General war von meinen Bildern begeistert und hat sich gefreut, daß ich ins Kriegspressequartier gekommen war. General Hoen hat nach eigener Aussage noch kein so gutes Kriegsbild wie meines gesehen […] Es wäre in meinen Bildern viel Leben und Bewegung.“20

Die Kunstgruppe des k. u. k. Kriegspressequartiers wurde 1914 gegründet, von Oberst Wilhelm John (1877 – 1934), dem Direktor des damaligen k. u. k. Heeresmuseums, anfänglich geleitet und aufgebaut. Sie hatte die Aufgabe, „namhaften Künstlern die Gelegenheit zu geben, den Krieg in allen seinen Teilen – namentlich an der Front – kennen zu lernen und das Gesehene künstlerisch festzuhalten und auszugestalten“.21 Mit der Herstellungsüberwachung und Distributionskontrolle der bildlichen Kriegsberichterstattung verfolgte das Militär eine wirksame Propaganda über die Leistungen der k. u. k. Armee im In- und Ausland sowie die Herstellung von Bildmaterial für wissenschaftliche Publikationen. Darüber hinaus sollten Kriegsbilder auch zeigen, dass das kulturelle Leben trotz des Krieges nicht erlahmte und auf hohem Niveau weitergeführt wurde.22 Und dass sich der Alltag eines Kriegsmalers (vorerst) nicht so schlecht anließ, zeigt der fortlaufende Tagebucheintrag:

„Ich muß im Quartier bleiben, bis weitere Befehle einlangen. Um 9 h abends war ich wieder im Hotel National. Habe mein Abendessen an einem mit Blumen geschmückten Tisch eingenommen. Dann gingen wir in den Saal, in dem die Sylvesterfeier stattfand. Champagner, Wein und süße Speisen wurden serviert. 15 Flaschen Champagner hatten wir getrunken. Wir waren 6 Personen von der Presse – mich als Maler mit eingeschlossen. Um 12 h Mitternacht kamen 3 Rauchfangkehrer und gratulierten uns. […] Alle waren sehr lustig und hatten verschiedenes zu erzählen. Im Saal hatten sich die Gäste recht gut unterhalten. Es fand auch ein Militärkonzert statt.“23

Neid und Missgunst der kämpfenden Truppe waren den Mitgliedern des KPQ sicher. Bei Gründung des KPQ war ja ursprünglich eigentlich vorgesehen, dass lediglich kriegsdienstuntaugliche Soldaten ebendort Dienst versehen sollten. Die diensttauglichen Soldaten sollten, vor allem hinsichtlich des verlustreichen ersten Kriegsjahres, an die Front mit der Waffe in der Hand – nicht ins „sichere“ Kriegspressequartier. Oft zählte bei der Aufnahme ins KPQ auch nicht die Profession bzw. das Können und die Leistung des Einzelnen, sondern seine Beziehungen.

Damit haftete den Mitgliedern des KPQ stets der Schatten eines Drückebergers an, sowohl in der k. u. k. Armee als auch in der Öffentlichkeit.24

5. Kriegsalltag 1916

In der ersten Jännerwoche 1916 hielt sich Pawlowitz in Budapest auf, um die dortige Kriegsbilderausstellung der Kunstgruppe des KPQ zu besichtigen und gemeinsam mit Hoen die Bilder zu besprechen. Sie war nach der Ausstellung im Künstlerhaus (2. Oktober bis 1. November 1915) die zweite dieser Art und war im Nemzeti-Szalon (Nationalsalon Budapest) aufgestellt, dem Ausstellungsraum der „Gesellschaft Ungarischer Künstler“, die sich 1903 gleichsam als Gegenstück der in der Kunsthalle Budapest gezeigten konservativen Kunst verstand. Die Kriegsbilderausstellungen waren ein vortreffliches Propagandamittel, die Einnahmen daraus kamen wohltätigen Zwecken zugute. Die Werke gingen in die verschiedensten Kunstrichtungen, vom klassischen Akademikerstil bis zum radikalen Expressionismus war alles vorhanden. Allein bis Mai 1917 wurden 29 Ausstellungen der KPQ-Kunstgruppe veranstaltet, davon vier in Wien, zwei in Budapest, zehn in anderen Städten der Monarchie, jeweils eine in Stuttgart, Hamburg, Berlin, Dresden, München, Düsseldorf, Bern, Basel, Oslo, Stockholm, Amsterdam und Den Haag. Dabei wurden insgesamt 7.441 Kunstwerke aller Art ausgestellt. Bis Kriegsende wurden insgesamt 40 Ausstellungen der Kunstgruppe des KPQ organisiert. Gemessen daran kann die Kunstgruppe retrospektiv als das erfolgreichste „Subunternehmen“ des KPQ betrachtet werden, materialisierte sich doch darin die Propagandatätigkeit des KPQ auf sehr anschauliche Weise, die durch die vielen Ausstellungen einen Zugang zu einer breiteren Öffentlichkeit – nicht zuletzt auch im Ausland – erlangte.25

Am 9. Jänner kam Pawlowitz nach Ostrau zurück und erwähnt, dass wegen der Teuerungen „große Frauendemonstrationen“ stattgefunden hatten, bei welchen Polizei und Militär einschreiten mussten. Bald darauf erhielt er den Befehl, gemeinsam mit anderen Kriegsmalern, darunter Alexander Demetrius Goltz (1857 – 1944), einem Fotografen und einem Kameramann nach Cattaro (Kotor, Montenegro) abzufahren. Die Reise führte über Wien – Budapest – Sarajewo – Mostar und dauerte sechs Tage.

„Nachmittags fuhren wir zur Zwirnjak-Schlucht am Lovcen. Über diese Schlucht ging eine Brücke, die am 8. August 1914 von den Österreichern gesprengt wurde, da die Montenegriner über eben diese Brücke wollten. Jetzt jedoch, da Montenegro die Waffen niedergelegt hatte, benötigt man wieder diese Brücke und so wurde wieder eine neue gebaut. Dazu mussten viele große Felsen gesprengt werden und erst dann konnte an den eigentlichen Bau der Brücke gegangen werden. Erzherzog Franz Carl 26 ist der Kommandant der betreffenden
Pionierabteilung.“27

Als Alexander Pawlowitz in Cattaro ankam, war der Feldzug Österreich-Ungarns gegen das mit Serbien verbündete Montenegro – eine Folgeoperation nach der Niederwerfung Serbiens 1915 – bereits vorbei. Als entscheidend wurde dabei die Erstürmung des 1.300 bis 1.700 Meter hohen Lovcen-Massivs bewertet, welches seitens der Montenegriner sowohl infanteristisch als auch artilleristisch besetzt worden war. Am 8. Jänner begann der Angriff mit Unterstützung der k. u. k. Kriegsmarine, am 10./11. Jänner waren große Teile des Lovcen-Massivs bereits eingenommen. Die montenegrinische Armee kapitulierte am 17. Jänner, also drei Tage, bevor Pawlowitz in Cattaro eintraf. Dieser wichtige Kriegshafen konnte nunmehr ungehindert durch die k. u. k. Kriegsmarine genutzt werden.28

Über die unmittelbaren Folgen des Feldzuges berichtet Pawlowitz in seinem Tagebucheintrag vom 24. Jänner 1916:

„8 h früh fuhren wir mit dem Auto über den Lovcen […] oben Schnee und Eis und man sah von da die Wirkung der schweren Geschütze, die den Lovcen beschossen hatten. Die Hütten waren alle vom Luftdruck zerstört. Man sah viel Militär, ab und zu die Bewohner, die ängstlich ihre Köpfe bei den Löchern herausstreckten. Fenster- und Türstöcke waren keine mehr vorhanden. Das Militär hatte damit Feuer gemacht. Durch den Luftdruck der Geschoße bzw. deren Detonation gingen alle Fensterscheiben in Trümmer […] Auf dem Weg nach Cetinje sah man viele hundert gefangene Serben und auch serbisches Volk, das sich den Gefangenen angeschlossen hatte. Ein grauenhafter Anblick. Man sah nur wandelnde Leichen und Gespenster, halb tote Menschen, die beinahe verhungert waren, kamen des Weges mit den Gefangenen Arm in Arm. Einer zog den anderen mit. Andere krochen direkt am Boden. […] Andere, Frauen, Weiber und Kinder nagten an ihren Kleidern oder besser den Fetzen, in die sie gehüllt waren, vor Hunger. Der Zug war grauenhaft. Dabei alles voll Eis und Schnee. […] In Cetinje erst um 3 h angekommen, obwohl man mit dem Auto in 4 h dort hätte sein können. Aber wir mußten viel zu Fuß gehen. Ich bekam ein nettes Zimmer, aber eiskalt. Die Quartierfrau wollte mir kein Holz geben. Erst als ich mit dem Revolver drohte, bekam ich genügend Holz und mein Diener konnte mir Tee kochen.

In der Stadt stehen die montenegrinischen Offiziere herum, ebenso die Soldaten. Die höheren Offiziere durften ihre Säbel behalten. […] Die Menschen haben gar nichts zu essen. Es ist ein jämmerlicher Anblick. Für ein Stück Brot konnte man von den montenegrinischen Frauen und Mädchen a l l e s bekommen. Die Menschen, die in die Stadt zurückkamen, hatten nur Fetzen als Kleider an. Viele sind halb nackt, ob Kind oder Greis. Man muß das alles gesehen haben, wie die Leute im Schnee herumstanden und nicht wußten, was mit ihnen geschieht.“29

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Montenegrinisches Volk zurück vom Gebirge, halb verhungert, 24. Jänner 1916, Bleistift ©Petra Pawlowitz

Die Kriegsmaler hatten – ihrer jeweiligen Ausbildung entsprechend – Offiziers- oder Korporalsrang. Entsprechend ihren Rängen erhielten sie Gebühren und offene Befehle für die notwendigen Reisen sowie Quartier und Verpflegung, wenn sie an der Front arbeiteten. Dies geschah während der Exkursionen, die von Künstlern und Verbindungsoffizieren sowie Gruppenleitern betreut wurden.30

Da Alexander Pawlowitz akademischer Maler war, wurde er im Offiziersrang in den Stand des KPQ übernommen. Somit stand ihm auch ein Diener zu. Diese Offiziersdiener, in Österreich-Ungarn umgangssprachlich auch „Pfeifendeckel“ oder „Putzfleck“ genannt, zählten nicht zu den Kombattanten, sondern waren zum Dienst ohne Waffe ausgehoben.

Nach der Niederlage Montenegros wurde der Feldzug der k. u. k. Armee unmittelbar nach Albanien fortgeführt. Pawlowitz kam so Ende Jänner 1916 in die nordalbanische Stadt Skutari. Einerseits zeigte er sich von der „Farbenpracht“ des Orients begeistert, andererseits war er auch dort wieder mit dem Kriegselend sowohl der Bevölkerung als auch verwundeter österreichischer Soldaten konfrontiert:

„Vormittags war ich in einem serbischen Spital. Das Spital war eigentlich ein Schupfen, dort hatten die Serben ihre Verwundeten und Kranken untergebracht. Auch Österreicher lagen darunter. Sie lagen alle zusammengepfercht in tiefem Kot und in der größten Kälte wochenlang ohne ärztliche Hilfe. Wie sie aussahen, lässt sich nicht beschreiben. Stroh sah man überhaupt nicht, sie strotzten vor Schmutz – und erst der Boden! Auf den Holzpfeilern und den Wänden wimmelte es vor Läusen. Diese schlechten Unterkunftsverhältnisse wurden durch Regierungsrat Breindelsberger in der Folge beseitigt. Die Verwundeten und Kranken, auch Österreicher, waren vollständig abgemagert und herabgekommen. Hungernd, viele mit abgefrorenen Gliedmaßen, lagen sie da. Durch die Entbehrungen waren sie zu Skeletten abgemagert. So starben anfangs täglich 20 bis 25 Mann an Erschöpfung oder an gewissen Darminfektionen und Cholera. Ohne Wäsche und Kleider lagen die Verwundeten und warteten, bis die Österreicher sie von ihrem Elend befreiten.“31

Die eigentlichen künstlerischen Verpflichtungen eines Kriegsmalers waren zwar überschaubar (Anfertigung von einer Skizze pro Woche an der Front und einem Gemälde pro Monat Heimarbeit), doch sollten diese Vorgaben tunlichst erfüllt werden, da ansonsten der Fronteinsatz bei der kämpfenden Truppe drohte. Das waren keine Worthülsen. So musste etwa der Kriegsmaler Oskar Larsen (1882 – 1972) zum Ersatzbataillon des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 4 einrücken, da er trotz Ermahnung durch den Kommandanten des KPQ sein Soll nicht erfüllt hatte oder nicht erfüllen wollte.32 Gemäß der Vorschrift des AOK sollten die Kriegsmaler im Feld von sich selbst aus „malerisch wirksame und interessante Motive aus dem Leben des Krieges“ finden und wiedergeben.33 Landschaftsmaler waren zur Zeichnung von Stellungen und Gefechtsfeldern anzuhalten; figurale Talente hingegen, die sich zu Schlachtenmalern eigneten, sollten möglichst Gelegenheit zur Beobachtung von Kampfszenen erhalten. So war Pawlowitz in Skutari zunächst auch auf der Suche nach Motiven:

„Um 9 h war ich beim Sekretär des Erzbischofs auf eine Tasse Cafe geladen. Der Sekretär ist Albaner, der von Österreich bezahlt wird. Er vermittelt mir einige Türken und Albaner zum Malen. Aber man muß sehr vorsichtig sein. Immer die geladene Waffe bei sich haben. […] Diese Farben in der Stadt – das wären Bilder! Ich hoffe, etwas zu malen, so daß die Leute was zu sehen haben! Leider keine kriegerischen Bilder. Da hätte man mich früher herunter schicken müssen. Aber wer weiß, wozu es gut ist. Ich werde mein Möglichstes tun, um Gutes zu leisten, so daß ich fürs Atelier etwas habe. Denn mein Kindi braucht Geld! Ach Gott, wenn ich nur Geld hätte!“34

Die Hauptaufgabe der Kriegsmaler war es, nach Auffindung eines Motives, selbiges am Skizzenblock festzuhalten. Eine Ausführung in Form von Ölgemälden oder Aquarellen vor Ort blieb die seltene Ausnahme. In der Regel wurden die Kriegsmaler in regelmäßigen Abständen nach Hause in ihre Ateliers geschickt, wo sie im Rahmen von „Arbeitsurlauben“ – oder auch zur sogenannten „Heimarbeit“ kommandiert35 – ihre Skizzen in Malerei umzusetzen hatten. Pawlowitz reiste im Februar 1916 nach Wien ab und verarbeitete in seinem Atelier die
Eindrücke aus Skutari:

Ganz so frei war die Auswahl des Motives jedoch nicht, mancherorts wurde seitens der Armee auf Inhalte und Stil Einfluss genommen, und die Künstler waren sich ihres Aufgabenspektrums wohl bewusst, wie das Beispiel des ungarischen Malers Istvan Zador (1882 – 1963) zeigt. So ist in seinen „Erinnerungen eines Kriegsmalers“ zu lesen:

„Wir als Mitglieder des KPQ hatten die Aufgabe, den Krieg zu propagieren. In unseren Ausstellungen mussten wir die Darstellungen der Kriegsgräuel meiden. Bilder mit Verletzten, die sichin Blutlachen wälzen, die Leichenhaufen waren für die Glorifizierung des Krieges nicht geeignet. Wir sollten die Führer popularisieren.“36

Dennoch wagte es der eine oder andere Künstler auch kriegskritisch zu malen, wie manche Gemälde gerade in der Sammlung bzw. auch in der Dauerausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums belegen. Dennoch: Darstellungen, welche die Brutalität des Krieges reflektierten, blieben gemessen an der Gesamtzahl der heute erhaltenen Bilder der KPQ-Kunstgruppe die absolute Ausnahme. In Ausstellungen des KPQ wurden solche begreiflicherweise auch nie gezeigt.

Am 30. April 1916 meldete sich Pawlowitz in Ostrau von seinem Arbeitsurlaub zurück. Unmittelbar danach wurde er zu seinem „zweiten Mal im Felde“ nach Buczacz (Butschatsch, Ukraine) an die Ostfront abkommandiert. Dort erhielt Alexander Pawlowitz seine Feuertaufe, denn er durfte sich viel weiter an die Frontlinie heranwagen, als eigentlich vorgesehen war:

„Vormittags bin ich mit dem Wagen bis zu den Schützengräben gefahren. 500 Schritt vor den Kampfstellungen stieg ich aus und der Posten führte mich zum Hauptfeldl. I. R. 78 [Infanterieregiment Nr. 78]. Dort besichtigte ich die vordersten Kampfstellungen, die Gräben waren sehr gut ausgebaut. Hauptfeldwebel und Oberleutnant führen mich überall herum. Ich konnte die Russen auf 700 Schritt genau sehen, aber leider konnte ich nicht lange bleiben. Die Russen sahen uns und beschossen uns mit Granaten und Schrapnells. Es war ½ 12 h mittags. Die Geschoße flogen über unsere Köpfe hinweg. Wir beobachteten dies von einer anderen Stelle, aber es war nicht möglich, länger im Freien zu bleiben. Wir konnten nicht rasch genug in unseren bombenfesten Unterstand, ‚Fuchsloch‘ genannt, laufen! Die Granaten explodierten in immer größerer Nähe. Und ebenso explodierten die Schrapnells über unseren Köpfen. Endlich erreichten wir den Unterstand. Aber kaum 3 Schritte vor dem Unterstand krachte es wieder und in dem Moment spürte ich an meiner Kappe rechts beim Ohr etwas herabsausen und gleich rechts bei meinem Fuß einfallen. Es war eine Kugel, die Gott Lob nur die Kappe so glücklich streifte, daß, wenn ich den Kopf nur wenige Millimeter mehr rechts gehalten hätte, ich getroffen worden wäre. Ich hatte also großes Glück!“37

Diese Nacht musste der Kriegsmaler wegen des Dauerbeschusses in den Stellungen verbringen, wo er mit seiner Angst zu kämpfen hatte:

„Nachher […] kam es erst über mich, das Grausliche! Diese Nacht konnte ich nicht schlafen. Das Schießen dauerte bis 1 h. Ich litt große Qualen und dachte nur: Wie komme ich wieder zurück? Unsere Mägen wurden ‚unruhig‘ […] aber die Schießerei ging weiter. Um 3 h telefonierte der Kommandant Hauptmann Feldl um meinen Wagen, der mich am Dorfende erwartete. Nun ging es wieder hinaus.“38

Trotz der Gefahr schaffte es Pawlowitz, noch vor Ort eine Skizze der russischen Stellungen anzufertigen:

„Meine Nerven sind heute noch ganz krank. Ich konnte mich noch nicht recht erholen! Es war zu furchtbar!“39

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Südöstlich von Butschatsch mit Ausblick auf die russischen Stellungen auf Höhe 385, 10. Mai 1916, Aquarellierte Bleistiftzeichnung ©Petra Pawlowitz

Die Einheitskommandanten an der Front waren an sich dazu angehalten, die Künstler weitestgehend aus der Feuerlinie herauszuhalten, damit diese unverletzt blieben. Aber auch hinter den Linien war man nicht sicher:

„War heute bei Major Eugen Schwartzer im Dorf Podlesie bei Buczacz, 3 km hinter der Front. Ich hatte eine Patrouille gezeichnet, wie sie gerade einen Bauern anhielt. Nachmittags kam ein Flieger, ich wurde beschossen, die Kugeln trafen hinter mir das Blechdach.“40

Trotz der von Pawlowitz geschilderten Vorkommnisse – er hatte augenscheinlich auch großes Glück gehabt – konnte man sich als Mitglied des KPQ dennoch relativ sicher sein, den Krieg heil zu überstehen, woraus nicht zuletzt auch die hohe Zahl an Bewerbern für die Kunstgruppe des KPQ zu verstehen ist. Trotzdem gab es auch unter den
Kriegsmalern einen Toten und mehrere Verwundete, wie etwa der bei Gorlice gefallene Grazer Maler Franz Hofer (1885 – 1915) oder der Zeichenprofessor und Entdecker Egon Schieles, Ludwig Karl Strauch (1875 – 1959), der schwer verwundet wurde.41

„Um 5:30 h früh bin ich mit Oberst [Name unbekannt] zur Artilleriestellung gefahren. […] Ich habe das schwere Geschütz vom Schützengraben aus gemalt. Hatte gerade Glück, eine ‚Abfeuerung‘ zu sehen. Natürlich kam nach einigen Minuten die russische Begrüßung wie immer. Sie trafen recht gut. Die Granaten flogen nur so herum – in 50 Schritt Entfernung. Ich stand gerade bei einem ‚Fuchsloch‘ und so konnte ich mich retten, bis das schöne Spiel vorbei war.“42

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Pawlowitz an seiner Staffelei in Podlesie bei Butschatsch, 12. Mai 1916 ©Petra Pawlowitz

In weiterer Folge berichtete Pawlowitz fast täglich von sich mehrenden russischen Luftangriffen und kontinuierlich ansteigendem Artilleriebeschuss. Er beklagt, dass er kaum zum Arbeiten komme, da er sich fast ständig in Deckung begeben müsse. Was der Kriegsmaler zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass am 4. Juni 1916 ein massiver Angriff bevorstand, der später als die sogenannte „Brussilow-Offensive“ in die Geschichte eingehen sollte. Benannt nach dem verantwortlichen General Alexej Alexejewitsch Brussilow (1853 – 1926) sollte die Offensive nach großen Gebietsgewinnen erst am 20. September desselben Jahres enden. Diese Operation stellte den größten militärischen Erfolg Russlands im Ersten Weltkrieg dar
und war Hauptmotiv für den Kriegseintritt Rumäniens an der Seite der Entente.

Die Brussilow-Offensive wurde ein Desaster für die österreichisch-ungarischen Streitkräfte und wurde vom Kriegsmaler Alexander Pawlowitz wie folgt erlebt (in Auszügen):

„Das große Gefecht geht weiter. Jaslowiece ist in Brand geschossen von den Russen. Die Russen sind in Jaslowiece eingedrungen, wurden aber wieder hinausgeworfen. Kein Haus steht mehr im Ort. Es ist kein Wunder, überall herrscht Verrat. Ich bin einem Verräter auf die Spur gekommen, habe ihn angezeigt.“43

„Des Weges kommen und schleppen sich unsere armen Soldaten, die draußen im Feld gekämpft hatten und im Handgemenge ganz aufgerieben wurden. Das Blut rinnt ihnen nur so herunter. Die wenigsten sind richtig verbunden […] dazwischen fahren Munitionskolonnen, um die Soldaten an der Front mit Munition zu versorgen. […] Die Geschoße krachen über den Köpfen der Verwundeten und Flüchtlinge […] eine Explosion um die andere. Das war der letzte Tag, den ich in Buczacz erlebte. Nachmittags um ½ 5 h verließ ich Buczacz. Es kam ein Kommando mit den anderen Herren und wir fuhren nach Mährisch-Ostrau. Vom Krieg haben wir alle genug! Großfürst Nikolajewitsch44 steht mit einer großen Übermacht im Verhältnis 9:2 uns gegenüber! Hoffen wir das Beste!“45

Pawlowitz erhielt augenscheinlich nach seiner Ankunft im Hauptquartier des KPQ in Mährisch Ostrau im Juni 1915 einen längeren Arbeitsurlaub nach Wien. Interessanterweise malte er während dieses Wien-Aufenthalts Bilder aus Butschatsch aus dem Jahr 1914, die er auch mit 1914 signierte, obwohl er zu dem Zeitpunkt weder Kriegsmaler noch vor Ort war. Doch die Eindrücke, die ihm ein Jude aus Butschatsch Anfang Juni vor Ort erzählt hatte, ließen ihn augenscheinlich nicht mehr los. So berichtet Pawlowitz exkursartig in seinem Tagebuch zwischen dem 5. und 6. Juni 1916:

„Ein Jude aus Buczacz erzählte mir viel Interessantes. Am 23. August 1914, einem Sonntag, sind die Russen in die Stadt eingezogen. Sie kamen von allen Seiten und Straßen, Feldern und Waldungen. Am 24. und 25. August wurde geplündert. Am 26. August, Mittwoch, bekamen alle Juden, Männer, Frauen und Kinder, den Befehl, zum jüdischen Friedhof am Berg hinauf zu gehen. Es war früh am Morgen. Oben am Friedhof mußten die Männer und Frauen samt den Kindern nebeneinander mit ‚Hände hoch‘ stehen. Jeder glaubte, erschossen zu werden. Die Juden verrichteten alle ihr letztes Gebet, sanken vor Aufregung in Ohnmacht – Frauen wie Kinder. Es gab ein großes Jammergeschrei. Russische Offiziere kamen und nahmen den Armen alles Geld, die Uhren und Ringe weg. Da sah man vom Friedhof aus auf einmal Rauch von der Stadt aufsteigen. Man hörte Explosionen. Das Feuer wurde immer größer, die armen Juden fingen alle zu weinen an, viele beteten, aber es gab kein Erbarmen.

In der Stadt hatten die Russen alle Geschäfte, die verschlossen waren, aufgebrochen und wie die Wohnungen geplündert. Alles lag auf der Straße und was nicht geplündert wurde, wurde angezündet. Am Vorabend hatten die Russen Sprengstoff gesucht. Einige Verräter hatten den Russen gezeigt, wo er zu finden war. Die Juden wußten nicht, wozu die Russen den Sprengstoff brauchten. Der Kaufmann, nebenbei Druckerei-Besitzer, erzählte mir, daß der Brand bei ihm anfing. Die Russen schleppten in großen Fässern den Brennstoff heran – Öl, Petroleum und Benzin. Sie brachten ihn in die Häuser und Wohnungen, verschlossen fest die Tore und Türen und begannen das Grausamste und Furchtbarste, was man sich nur vorstellen kann. Durch die Straßen ritten die Russen und schossen mit Brandbomben durch die Fenster in die Häuser. Natürlich explodierte vieles und Dächer wurden abgehoben und Mauern stürzten ein. Zum Glück flogen auch die stark verschlossenen Türen und Tore auf die Straße. So konnten sich Menschen vor dem Feuertod retten. Frauen und Mädchen wurden, bevor sie in die Häuser getrieben waren, geschändet (Vergewaltigt!). Ist das Kultur im 20. Jahrhundert?

In den Straßen und Gassen rasten Autos und Wagen voll beladen mit Möbeln und allem, was die Russen geraubt hatten, davon. Aus allen Dörfern kamen die Bauern, diese Hunde, und halfen den Russen, das geplünderte Gut wegzuschaffen. Solche Völker haben wir hier in Galizien! Ich traue keinem Bauern. Diese Hunde haben mitgeplündert. Einige Juden konnten sich von den Russen loskaufen, doch für schweres Geld.“46

Mit 7. Juni 1916 enden die Tagebucheinträge des Alexander Pawlowitz, den KPQ-Standeslisten nach hielt er sich dann mehrere Monate in Wien auf Arbeitsurlaub auf. Von dort aus urgierte er am 20. September 1916 einen Telefonanschluss in seinem Atelier. Dies wurde am 22. September von Generalmajor Hoen befürwortet:

„Kriegsmaler Pawlowitz arbeitet zeitweise an der Front, dann wieder auf Arbeitsurlaub in Wien, um die draußen angefertigten Skizzen auszuarbeiten. Die Einrichtung eines Telefons in seinem Atelier liegt im Interesse seiner Arbeit und wolle bewilligt werden. Gez. Hoen GM, 22.9.1916.“47

Das Ansinnen wurde jedoch durch das k. u. k. Kriegstelegraphenamt abschlägig beschieden, da „gegenwärtig in Wien nur Telephonanschlüsse bewilligt werden, die im militärischen oder sonstigem staatlichen Interesse dringend notwendig sind“. Dies träfe aber im vorliegenden Fall – bei aller Würdigung der künstlerischen Leistungen – nicht zu.48

Anhand der in den Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museums vorhandenen Zeichnungen von Pawlowitz sowie diverser Fotos aus dem Besitz seiner Enkelin lassen sich die weiteren Einsätze des Kriegsmalers grob nachzeichnen. So wurde er nach seinem längeren Arbeitsurlaub in Wien während des Sommers/Frühherbstes 1916 an den Frontabschnitt an der sogenannten „goldenen Bistritz“ (Bistrita Aurie), einem Fluss im Rodnaer Gebirge (Ostkarpaten, Rumänien), abkommandiert, wo er bis November 1916 verblieb.

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Pawlowitz skizzierend im Frontabschnitt an der Goldenen Bistritz, Siebenbürgen, 6. November 1916 ©Petra Pawlowitz
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Der an Typhus erkrankte Pawlowitz im Epidemiespital in Bethlen, Siebenbürgen, 11. November bis 18. Dezember 1916 Siebenbürgen, 6. November 1916 ©Petra Pawlowitz

Im November erkrankte Pawlowitz an Typhus und hielt sich im Epidemiespital in Bethlen (Beclean, Siebenbürgen, Rumänien) auf. Danach wurde er ins Garnisonsspital Nr. 1 nach Wien verlegt. Hoen schrieb am 18. Jänner 1917 an das Kommando dieses Spitals wie folgt:

„Kriegsmaler Alexander Pawlowitz, eingeteilt beim Armeeoberkommando, Kriegspressequartier, Kunstgruppe, ist während der Arbeit an der Front bei der 7. Armee schwer erkrankt und befindet sich derzeit im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien. Die Kriegsmaler der Kunstgruppe des Kriegspressequartiers haben Anspruch auf Bequartierung und Verköstigung, daher auch auf Spitalsbehandlung und Unterkunft wie Offiziere. Mit Rücksicht auf das sehr verdienstvolle Verhalten des bewährten Kriegsmalers Pawlowitz an der Front wird dessen möglichste Berücksichtigung (eventuelle Abgabe in eine Privatsanitätsanstalt wie Schloß Neuhaus des Grafen Czernin) bestens
empfohlen.“49

Auf dem Schreiben befindet sich ein weiterer handschriftlicher Aktenvermerk, der belegt, dass Pawlowitz dann tatsächlich am 22. Jänner in das Offiziers-Erholungsheim in Neuhaus „transferiert“ wurde.50

6. Die Kriegsjahre 1917/18

Die Typhuserkrankung dürfte sich noch länger hingezogen haben, denn am 25. Mai 1917 wird in einem Aktenvermerk der Kunstgruppe des KPQ bestätigt, dass sich Pawlowitz am 21. März am Standort des Platzkommandos des KPQ einer vorgeschriebenen Musterung unterzogen hatte und für frontdienstuntauglich befunden worden war.51 Auch hier hatte Pawlowitz einmal mehr Glück: Typhus ist sicherlich eine schmerzhafte und an der Substanz zehrende Angelegenheit, doch damit blieb dem Kriegsmaler der Einsatz als kämpfender Soldat an der Front erspart. Der neu amtierende Kaiser Karl I. (1887 – 1922) verstand hier nämlich keinen Spaß mehr, und kein Soldat des Kriegspressequartiers konnte sicher sein, nicht doch noch irgendwann zur kämpfenden Truppe versetzt zu werden. Es war vor allem die stetig steigende Zahl an Mitgliedern im KPQ, die den Kaiser im März 1917 bewog, einen neuen Musterungsbefehl anzuordnen. Insbesondere der Mannschaftsstand der Kunstgruppe, zu der ja auch Pawlowitz gehörte und der im Jahr 1916 auf 150 Künstler anwuchs, war dem Kaiser ebenso wie dem AOK ein Ärgernis. Viel zu viele, auch weniger talentierte, dafür aber über umso mehr Protektion und Einfluss verfügende Zeitgenossen verstanden die „Kunst als Lebensversicherung“, um dem Vaterland unter der Maske des Kriegsberichterstatters, Kriegsmalers oder Kriegsfotografen zu dienen. Überhaupt scheint Kaiser Karl das KPQ ein besonderer Dorn im Auge gewesen zu sein, weil er es als Hort von Drückebergern ansah und als Zufluchtsstätte für Wehrdienstverweigerer erachtete.52 Der Theaterdirektor und Publizist Karl Lustig-Prean von Preanfeld (1892 – 1965), Adjutant des jeweiligen KPQ-Kommandanten, praktisch während des gesamten Kriegsverlaufes, schilderte den Vorgang mit Ironie:

„Alle Kriegsberichterstatter wurden gemustert, unbarmherzig, und fast alle Soldaten einrückend gemacht; die Offiziere hatten es noch schwerer. Einen Berichterstatter zog man an der Front in 3000 Meter Höhe aus einer Hütte, einen fing man im tiefsten Ungarn, einen fast achtzigjährigen ungarischen Kriegsmaler machte man einrückend. Der kaiserliche Zorn, unbarmherzig, verlangte Opfer und Rodaun war entvölkert.“53

Die Betroffenen sahen in der ganzen Aktion einen Racheakt jener Kräfte, die in der Kriegsberichterstattung eine Salonangelegenheit sahen, zumal das Platzkommando des KPQ ab 18. Oktober 1916 im noblen Hotel-Restaurant Stelzer in Rodaun „residierte“. Das AOK benötigte jedenfalls angesichts des verlustreichen Kriegsverlaufes Soldaten, es gab permanente Musterungen für den Landsturm, alles was auch nur halbwegs aufrecht gehen und eine Waffe abfeuern konnte, wurde in den Schützengraben geschickt. Den ursprünglichen Bestimmungen nach sollte die Aufnahme von Wehrpflichtigen in das KPQ ja absolute Ausnahme sein. Ebensolche Ausnahmen bedurften einer ministerialen Genehmigung, um die sich nicht wenige bemühten, Pawlowitz hatte diese durch seine Musterung am 21. März krankheitsbedingt nun in der Hand. Gerade noch rechtzeitig, denn es war bereits geplant, ihn an die Südwestfront zur Stabskompanie des Gruppenkommandos Etschtal zu versetzen.54 Pawlowitz blieb daher vorerst in Wien, erst im Sommer 1917 finden wir ihn wieder an der Ostfront, allerdings immer noch als Kriegsmaler, nicht als kämpfender Soldat.

Dort begann am 29. Juni 1917 ein erneuter russischer Großangriff, die sogenannte Kerenski-Offensive,55 die zum Ziel hatte, das von Krieg und Revolution gebeutelte Russland zu stabilisieren und die Mittelmächte am Vordringen auf russisches Gebiet zu hindern. Die betroffenen k. u. k. Armeen (2. und 3. Armee) wichen zwar zurück, die deutsche Südarmee jedoch hielt, wodurch den russischen Truppen kein entscheidender Durchbruch gelang. Durch hohe Verluste und bolschewistische Agitation im Hinterland kostete die Offensive die letzten russischen Reserven, wodurch die Offensivkraft der russischen Armee endgültig gebrochen war. Am 19. Juli starteten die Mittelmächte eine Gegenoffensive, die zur Rückeroberung des östlichen Galizien und der Bukowina führte. Ab Mitte August erstarrten die Fronten entlang der Reichsgrenze zu Russland.56

Im Zuge der genannten Gegenoffensive der Mittelmächte finden wir Alexander Pawlowitz wieder skizzierend an der Front, so etwa am 15. Juli 1917 in Fürstenthal/Bukowina (Voivodeasa, Rumänien), wo er ein brennendes Sägewerk abbildete; am 8. August bei Cipornita/Bukowina, wo er ein Gefecht des Infanterieregiments Nr. 81 beobachtete und am 20. August im Frontabschnitt der Heeresgruppe Erzherzog Joseph57 in der Bukowina, wo er Vorposten skizzierte.

Gemäß den Daten auf weiteren Skizzen sowie datierten Fotografien hielt sich Pawlowitz bis Mitte November in Fürstenthal in der Bukowina auf. Er dürfte sich dort recht wohl gefühlt haben, denn Fürstenthal war eine bereits lange bestehende Gemeinde der Buchenlanddeutschen. Ein Foto aus den Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museums belegt, dass sich Pawlowitz dort ein improvisiertes Atelier einrichten konnte. Er posiert auf dem Foto vor dem begonnenen Gemälde „Das Gefecht bei Cipornita vom 8. August 1917“, welches er im Winter 1917/18 in Wien fertigstellte und das sich heute in den Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museums befindet.

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Alexander Pawlowitz in seinem improvisierten Atelier in Fürstenthal, Bukowina, Herbst 1917 ©HGM

Ganz rechts auf dem Foto sind auch die Aquarell-Studien zum Gemälde zu sehen. Am linken Oberarm trägt Pawlowitz eine Schleife mit dem aufgenähten Schriftzug „Kunst“, der ihn als Kriegsmaler an der Front kennzeichnete.

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Gefechtsszene bei Cipornita, Bukowina am 8. August 1917, ausgeführt 1918, Öl/Leinwand ©HGM

Ende Februar 1918 befand sich Alexander Pawlowitz wieder auf dem Marsch nach Osten. Die erste Skizze bei dieser seiner letzten Unternehmung im Ersten Weltkrieg fertigte er am 28. Februar in Galizien an, mit dem bezeichnenden Titel „Vormarsch nach Olchovce“. Den Bug entlang marschierte er mit der 59. Infanteriedivision (ID) Richtung Schwarzes Meer.

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Vormarsch der 59. I. D. am Bug, Aquarell, 26. März 1918 ©HGM

Am 6. März skizzierte er in Proskurow (Chmelnyzkyj, Ukraine) Bolschewiki, die von ukrainischen Soldaten abgeführt werden.

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Ukrainische Soldaten führen Bolschewiken ab, Proskurow (Chmelnyzkyj), 6. März 1918, Bleistift, teilweise koloriert ©HGM

Weitere Skizzen auf diesem Vormarsch folgen, bis wir Pawlowitz Anfang Juni in Nikolajew (Mykolajiw, Ukraine) im Küstengebiet des Schwarzen Meeres finden, wo er den Posten vor dem Kommando der 59. Infanteriedivision zeichnet. Was war geschehen? Während Pawlowitz im Winter 1917/18 auf Heimaturlaub weilte, proklamierte der ukrainische Zentralrat eine souveräne Republik und schloss am 9. Februar 1918 mit den Mittelmächten einen von Sowjetrussland unabhängigen, eigenständigen Friedensvertrag. Mit diesem war seitens Österreich-Ungarns die Hoffnung verbunden, den Nahrungsmittelmangel durch Einfuhren aus der Ukraine lindern zu können, wodurch die Bezeichnung „Brotfriede“ geprägt wurde. Die geringe Autorität des ukrainischen Zentralrates, von – durch Russland unterstützten – bolschewistischen Truppenbewegungen gefährdet, führte zum Ersuchen um Entsendung von Truppen der Mittelmächte.

Im Februar 1918 verlegten k. u. k. Verbände daraufhin in die Ukraine und stießen Richtung Odessa vor, welches am 13. März 1918 besetzt wurde. Trotz der Präsenz von 500.000 deutschen und 250.000 k. u. k. Soldaten konnte die Aufbringung der erhofften Getreidemengen nicht sichergestellt werden. Nur ein Zehntel der vereinbarten Getreideausfuhren traf tatsächlich in der Heimat ein.

Leider fehlen aus dieser Zeit die Tagebuchaufzeichnungen des Kriegsmalers. Seine Aufenthaltsorte können hier nur durch die in den Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museums erhaltenen Skizzen nachgezeichnet werden, die der Kriegsmaler glücklicherweise stets relativ genau bezeichnete und datierte. Die letzten Zeichnungen aus den Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museums, welche Pawlowitz zu Kriegszeiten anfertigte, stammen aus Czernowitz und sind mit 23. und 24. September 1918 datiert. Es handelt sich dabei um jeweils ein Porträt eines russischen Soldaten und eines Kosaken.

7. Nach dem Ersten Weltkrieg

Der weitere Lebensweg des Alexander Pawlowitz muss sich – nicht zuletzt aufgrund lückenhafter Dokumentation und des Umstandes, dass der Fokus dieses Textes naturgemäß auf dessen Kriegsalltag liegt – auf eine Aufzählung der wenigen vorliegenden Fakten beschränken, die größtenteils wiederum von Frau Petra Pawlowitz zur Verfügung gestellt wurden: Am 22. September 1918 kam Sohn Kurt Roland Pawlowitz zur Welt, 1921 übersiedelte die Familie in ein Atelier in Wien-Döbling, Vormosergasse 5. Im Jahr darauf begab sich Pawlowitz für drei Jahre nach Rumänien, wo er auf Kontakte zurückgreifen konnte, die er bereits während des Krieges geknüpft hatte. Zu Weihnachten 1922 stellte er in Hermannstadt einige ältere Arbeiten aus Wien aus, die in der lokalen Presse wohlwollend gewürdigt wurden:

„Ganz abgewendet von aller Moderne, ist Pawlowitz Art zu malen beinahe klassisch zu nennen. Es ist Malerei, die endlich wieder einmal die Technik berücksichtigt, diese kostbar macht und beherrscht, ohne dabei langweilig zu werden.“58

Mit schmeichelnder Kritik wie dieser ausgestattet, erhielt Pawlowitz zahlreiche Porträtaufträge des rumänischen Königshauses (z. B. Kronprinz Karl [1893 – 1953] und dessen
Gemahlin Elena von Griechenland [1896 – 1922]), von Diplomaten, Politikern und Kirchenvertretern. Er interessierte sich aber auch für Motive des Land- und Volkslebens seines Gastlandes. Weitere Ausstellungen in Bukarest folgten, die Tagespresse feierte Pawlowitz weiterhin als erfolgreichen Porträtmaler. Auch einen kurzfristigen Lehrstuhl erhielt Pawlowitz in Rumänien: 1924/25 wirkte er an der rumänischen Akademie für dekorative Künste als Professor für Akt, Kopf und gegenständliches Zeichnen.

1926 kehrte Pawlowitz nach Wien zurück und widmete sich neben seinem „Brotberuf“ als Porträtmaler auch der Landschaftsmalerei mit Motiven aus der Wiener Umgebung. In den Jahren 1928 bis 1933 hielt er sich in Stuttgart und München auf, wo er einen Posten als „1. Künstlerischer Leiter“ in einer Strickwarenfabrik erhielt. In Folge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 übersiedelte Pawlowitz wieder nach Wien, da seine Frau Jüdin war. Aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise erhielt Pawlowitz in dieser Zeit kaum Aufträge oder Arbeitsmöglichkeiten. Als sich der Nationalsozialismus 1938 schließlich auch auf Österreich ausbreitete, trug sich die Familie mit dem Gedanken, nach England zu emigrieren. Diese ambitionierten Pläne wurden jedoch durch den Druck des Vaters von Alexander Pawlowitz zunichtegemacht, da die Mutter schwere Diabetikerin war und diese Krankheit sich als sehr kostspielig erwies. Der Vater wollte offenbar nicht mit seiner kranken Frau alleine zurückbleiben und überredete seinen Sohn, im Land zu bleiben, obwohl die politischen Umstände für dessen jüdische Frau gefährlich hätten werden können und sogar auch die kranke Mutter für eine Emigration nach England war. Pawlowitz beugte sich also dem Druck des Vaters und übersiedelte 1939 mit seiner Familie in ein Atelier am Ziehrerplatz in Wien-Landstraße, musste dort aber aufgrund von Denunzierungen im Haus bald wieder ausziehen. Die Zeit bis 1945 verlebte die Familie in ständiger Angst, hatte aber bis auf die Zwangsräumung des Ateliers am Ziehrerplatz keine weiteren Repressalien zu erleiden. Nach Kriegsende konnte das Atelier wieder bezogen werden.

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In der Atelierwohnung am Ziehrerplatz ©Petra Pawlowitz

In den folgenden Jahren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erholte sich das Alltagsleben der Familie allmählich. Pawlowitz erhielt wieder viele Porträtaufträge, widmete sich aber nach wie vor ländlichen und in weiterer Folge auch religiösen Motiven. Auftraggeber fand er u. a. im Niederösterreichischen Landesmuseum, der Austria Email, dem Museum der Stadt Wien und vielen Privatpersonen aus ganz Österreich. 1954 konnte Pawlowitz, anlässlich seines 70. Geburtstages, wieder eine große Ausstellung eröffnen. Diese fand in den Räumlichkeiten der Wiener Staatsdruckerei statt und wurde vom damaligen Unterrichtsminister Ernst Kolb (1912 – 1978) eröffnet. Zehn Jahre später, am 5. Mai 1964, verstarb Pawlowitz im Alter von 80 Jahren in Wien an einer Krebserkrankung.

1 Ulrich Thieme – Felix Becker (Hg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1932, Bd. 26, S. 323.

2 Heinrich Fuchs, Die österreichischen Maler der Geburtsjahrgänge 1881 – 1900, Wien 1977, Bd. 2, K. 37.

3 Fuchs gibt mit 25. April 1955 auch das Sterbedatum falsch an.

4 Der Morgen (erschienen 1902 bis 1919 in Wien), 02.01.1911.

5 Deutsche Volkszeitung, Juni 1912 [Anm. des Autors: genauere Angaben zu div. Zeitungsartikeln in den vorliegenden Unterlagen nicht erhalten]; Neue Freie Presse, Juni 1912; und Extra-Blatt, Juni 1912.

6 Ernst Bruckmüller – Peter Urbanitsch (Hg.), Ostarrîchi – Österreich 996 – 1996. Menschen, Mythen, Meilensteine. Katalog der Österreichischen Länderausstellung in Neuhofen an der Ybbs und St. Pölten. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums, Horn 1996, Kap. XXIV, S. 736, Objekt-Nr. 10.7.01, S. 361.

7 Ischler Wochenblatt, 31.08.1913.

8 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 12.05.1914.

9 Erst Ende der 1930er Jahre wurde die Kirche gebaut.

10 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 22.05.1914.

11 Vgl. Walter Kalina, Alexander Pock. Militärmalerei als Beruf, Wien 2012, S. 80.

12 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 28.07.1914.

13 Ebd., 27.08.1914.

14 Rudolf Hecht, Heeresergänzung. Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg, Wien 2010, S. 42.

15 Fremden-Blatt, 15.11.1914.

16 Stefan Rest – M. Christian Ortner – Thomas Ilming, Des Kaisers Rock im 1. Weltkrieg. Uniformierung und Ausrüstung der österreichisch- ungarischen Armee von 1914 bis 1918, Wien 2002, S. 12.

17 Schreiben des k. u. k. Kriegsministeriums an Alexander Pawlowitz, Abt. 2/W. Nro. 22975 vom 30. November 1915, Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv, Wien (= KA), Armeeoberkommando (= AOK), Kriegspressequartier (= KPQ), Karton (= K.) 37, fol. 1583.

18 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 28.12.1915.

19 Walter Reichel, „Pressearbeit ist Propagandaarbeit“. Medienverwaltung 1914 – 1918: Das Kriegspressequartier, in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs (= MÖStA), Sonderband 13, Wien 2016, S. 8.

20 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 31.12.1915.

21 KA, AOK, KPQ, Dienstanordnung für das Kriegspressequartier, 14, K. 23, zitiert bei: Reichel, Pressearbeit ist Propagandaarbeit, S. 102.

22 KA, AOK, KPQ, K. 29, fol. 1185; KA, AOK, KPQ, K. 23, E. Nr. 803, Kunstgruppe, E. Nr. 467/1 vom 26. April 1916, zit. bei: Reichel, Pressearbeit ist Propagandaarbeit, S. 102f.

23 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 31.12.1915.

24 Jozo Dzambo, Armis et litteris – Kriegsberichterstattung, Kriegspropaganda und Kriegsdokumentation in der k. u. k. Armee 1914 – 1918, in: Adalbert Stifter Verein (Hg.), Musen an die Front!, Schriftsteller und Künstler im Dienst der k. u. k. Kriegspropaganda 1914 – 1918, München, 2003, Bd. 1, S. 14.

25 Reichel, Pressearbeit ist Propagandaarbeit, S. 140.

26 Erzherzog Franz Karl Salvator von Österreich-Toskana (1893 – 1918).

27 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 20.01.1916.

28 M. Christian Ortner, Die k. u. k. Armee und ihr letzter Krieg, Wien 2013, S. 88.

29 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 24.01.1916.

30 Lieselotte Popelka, Die Musen schwiegen nicht, in: Adalbert Stifter Verein (Hg.), Musen an die Front!, Bd. 1, S. 66.

31 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 29.01.1916.

32 Reichel, Pressearbeit ist Propagandaarbeit, S. 110f.

33 Vorschrift für die bildliche Berichterstattung im Krieg (k. u. k. Armeeoberkommando, E.-Nr. 4992 vom 1. Jänner 1916), zit. in: AdalbertStifter Verein (Hg.), Musen an die Front!, Bd. 2, S. 9.

34 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 30.01.1916.

35 Popelka, Die Musen schwiegen nicht, S. 66.

36 Zit. bei Reichel, Pressearbeit ist Propagandaarbeit, S. 111.

37 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 10.05.1916.

38 Ebd.

39 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 11.05.1916

40 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 12.05.1916.

41 Popelka, Die Musen schwiegen nicht, S. 66.

42 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 26.05.1916.

43 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 05.06.1916.

44 General Nikolai Nikolajewitsch Romanow (1856 – 1929), Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg.

45 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 07.06.1916.

46 Sammlung Pawlowitz, Tagebuch Alexander Pawlowitz, 05.06.1916.

47 Aktenvermerk mit Schreiben Generalmajor Maximilian von Hoen an k. u. k. Kriegstelegraphenzentralleitung

48 Aktenvermerk mit Schreiben Generalmajor Maximilian von Hoen an k. u. k. Kriegstelegraphenzentralleitung vom 22. September 1916, KA, AOK, KPQ.

49 KA, AOK, KPQ, Schreiben Generalmajor Maximilian von Hoen an das Kommando des k. u. k. Garnisonsspitals Nr. 1 vom 18. Jänner 1917, E. Nr. 50.

50 Ebd.

51 KA, AOK, KPQ, Bestätigung Zl. K. Gr. Nr. 620/7 vom 25. Mai 1917.

52 Reichel, Pressearbeit ist Propagandaarbeit, S. 67.

53 Kalina, Alexander Pock, S. 20.

54 KA, AOK, KPQ, Abt. 2/W., No 1907 b, Schreiben k. u. k. Kriegsministerium an AOK/KPQ vom 24. Oktober 1917.

55 Benannt nach Alexander Fjodorowitsch Kerenski (1881 – 1970), russischer Politiker und zeitweise Chef der Übergangsregierung zwischen Februar- und Oktoberrevolution im Jahr 1917.

56 Ortner, Die k. u. k. Armee und ihr letzter Krieg, S. 110.

57 Benannt nach Erzherzog Joseph August von Österreich (1872 – 1962), Kommandant ab 2. Dezember 1916.

58 Hermannstädter Tageszeitung, 24.12.1922.

Walter Kalina

Walter Kalina

OR Dr. Walter Kalina
Ich bin Kunsthistoriker und Historiker sowie Sammlungsleiter Kunst im Heeresgeschichtlichen Museum. Gemeinsam mit meinen sieben Mitarbeitern bin ich für die Verwaltung aller Objekte mit kunsthistorischem Bezug wie Gemälde, Druckgrafiken, Aquarelle und Handzeichnungen, Skulpturen und Plastiken sowie Miniaturen zuständig. Dies umfasst u. a. Ausstellungswesen, Leihverkehr, Akquisition, Konservierung, Restaurierung und Depotwesen. Weiters bin ich referatsübergreifend auch für die Provenienzforschung im Sinne des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen (BGBl. I, 181/1998) verantwortlich. Darüber hinaus liegen meine Forschungsinteressen in der Kunst- und Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, besonders des Dreißigjährigen Krieges; sowie der Kunst des Ersten Weltkrieges mit dem Schwerpunkt Kriegsmaler im k.u.k. Kriegspressequartier.

1 Kommentar

  • Von mir einen ganz herzlichen Dank an Dr. Walter Kalina, der diese teilweise sehr ergreifenden Schilderungen meines Großvaters publik machte und nicht zur vergessen, daß mein Vater Hofrat Dipl.Ing Kurt Pawlowitz all die Vorarbeit geleistet hatte und mir die Möglichkeit so gab, diese Biographie zusammenzustellen. Leider konnte er das nicht mehr erleben.

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