HGM Wissensblog

Objekt des Monats Juni

Der Bau des Russendenkmals am Wiener Schwarzenbergplatz. Otto Zeiller (1913-1988).

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Aquarell, 22 x 25 cm; Signiert und datiert: "Otto Zeiller 45".
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Otto Zeiller, Selbstporträt, um 1945 (Irmgard Benesch-Zeiller)

Der Wiener Maler, Zeichner und Entwerfer von Briefmarken, Otto Zeiller, wurde am 19. April 1913 als jüngstes von sieben Kindern geboren. In früher Jugend erhielt er bereits Zeichenunterricht. Auf Grund wirtschaftlicher Umstände blieb ihm jedoch ein Kunststudium verwehrt. Die finanziellen Mittel der Familie reichten lediglich zur Ausbildung an der Fachschule für Fotografen. In weiterer Folge arbeitete er als Retuscheur in einem Fotolabor und als Pressefotograf.

Während des Zweiten Weltkriegs als Soldat an der Westfront eingesetzt, erkrankte er an Tuberkulose und wurde schließlich vom Militärdienst freigestellt. 1942 gelang Zeiller die Aufnahme an der Wiener Akademie der Bildenden Künste, wo er die Meisterklassen der Professoren Carl Fahringer (1874-1952) und Sergius Pauser (1896-1970) belegte.

Bei Kriegsende wurde Zeiller im April 1945 noch als Kunststudent (Abschluss 1948) von der Kommandantur der sowjetischen Streitkräfte in Wien gleichsam zwangsrekrutiert und aufgefordert, das landläufig als solches auch bekannte „Russendenkmal“ (offizielle Bezeichnung: „Heldendenkmal der Roten Armee“) in einem Monumentalgemälde mit dem Maßen 3 x 2,5 m zu malen. Dabei entstanden auch Vorarbeiten zu dem Denkmal, als es noch im Bau befindlich und eingerüstet war. Zwei Blätter sind davon noch erhalten: eines davon, eine Zeichnung, befindet sich in Besitz der Grafischen Sammlung Albertina; das zweite Blatt, ein Aquarell, konnte 2017 durch das Heeresgeschichtliche Museum / Militärhistorische Institut aus Privatbesitz angekauft werden.

Walter Kalina

Walter Kalina

OR Dr. Walter Kalina
Ich bin Kunsthistoriker und Historiker sowie Sammlungsleiter Kunst im Heeresgeschichtlichen Museum. Gemeinsam mit meinen sieben Mitarbeitern bin ich für die Verwaltung aller Objekte mit kunsthistorischem Bezug wie Gemälde, Druckgrafiken, Aquarelle und Handzeichnungen, Skulpturen und Plastiken sowie Miniaturen zuständig. Dies umfasst u. a. Ausstellungswesen, Leihverkehr, Akquisition, Konservierung, Restaurierung und Depotwesen. Weiters bin ich referatsübergreifend auch für die Provenienzforschung im Sinne des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen (BGBl. I, 181/1998) verantwortlich. Darüber hinaus liegen meine Forschungsinteressen in der Kunst- und Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, besonders des Dreißigjährigen Krieges; sowie der Kunst des Ersten Weltkrieges mit dem Schwerpunkt Kriegsmaler im k.u.k. Kriegspressequartier.

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