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Soldat(in) Johanna Sophia Kettner (1721-1802)

Eine junge Frau diente jahrelang als vermeintlich männlicher Soldat in der Armee Maria Theresias.

Ein gravierendes Problem für das Militär bildete vor allem die für die Kriegsführung ausreichende Versorgung der stehenden Heere mit Rekruten. Bereits im Zuge der gegen Ende des 17. Jahrhunderts neuerlich ausbrechenden Türkenkriege, die sich bis weit in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts ziehen sollten, kam es immer wieder zu organisatorischen Problemen bei der regelmäßigen Aufbringung und Unterhaltung der kaiserlichen Truppen. Neben den von den Regimentern selbst durch Werbeoffiziere vorgenommenen Rekrutierungen waren es vor allem ständische Kontingente, die dazu vorgesehen waren, die Reihen der kaiserlichen Armee aufzufüllen.1

Allein diese so genannten Landrekrutierungen brachten vielfach nicht die gewünschten Ergebnisse, weil die jeweiligen Grundherrschaften verständlicherweise niemals ihre besten Untertanen zur Verfügung stellten und damit eine ausreichende Versorgung der Armee mit „geeignetem Menschenmaterial“ geradezu zwangläufig nie gegeben sein sollte.2 Eine gezielte Überprüfung der körperlichen Verwendbarkeit der jeweiligen Rekruten erschien damals vielfach überflüssig, weil man praktisch jeden nehmen musste, den man letztendlich bekam.

Sie dürfen nicht ungeschickt, einfältig und talkig sein, sondern müssen ein männliches Gesicht und gute Physiognomie haben.

Quelle: Direction des k. u. k. Kriegs-Archives (Hrsg.) (1898), Geschichte der k. und k. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts. Bearbeitet von Major Alphons Freiherrn von Wrede, Band 1, Wien, 98.

Das Fehlen wirklich systematischer Tauglichkeitsuntersuchungen führte damals zu der wohl eigenartigsten Form weiblichen Soldatentums, das jedoch an sich gar kein Einzelphänomen für die österreichischen Lande und auch nicht unbedingt nur für das 18. Jahrhundert bleiben sollte.3 So wurde der kaiserliche Hofkriegsrat in Wien am 27. Jänner 1748 über die „unmittelbare Entdeckung“ einer jungen Frau im so genannten Hagenbach’schen („Hachenbaschen“) Infanterieregiment4 informiert, das dort als vermeintlich männlicher Soldat jahrelang unerkannt gedient hatte.5 Diese Johann(a) Sophia Kettner [Köttner] (1721-1802)6 war im Jahre 1721 in Titting im Landkreis Eichstätt als Tochter des lokalen Bierbrauers Johann Kettner geboren worden. Ihr weiterer Werdegang schien eigentlich unmittelbar vorherbestimmt, so sollte auch sie sich im Gast- und Brauereigewerbe engagieren und eine dementsprechende Ehe eingehen.

Doch das eher als „burschikos“ geltende Mädchen hatte ganz andere Pläne und war zumindest eigenen Angaben zufolge bereits von Jugend an „von den reitenden Husaren“  fasziniert gewesen.7 Um etwaigen Heiratsplänen des Vaters möglichst zuvorzukommen, führte sie ihr Weg nach dem unmittelbaren Tod der Mutter im Frühjahr 1742 zunächst nach Oberösterreich zu einer Tante, die in der Nähe von Ried eine eigene Wirtschaft betrieb. Anfang August 1742 begab sich die jungen Kettnerin schließlich im Rahmen des großen Portiunkula-Ablasses zur Beichte in den Ort, wofür sie sich aber der von ihrem Bruder überlassenen Kleider bediente.8 Nach dem Besuch der Kirche landete sie schließlich mit drei jungen Männern in einem lokalen Wirtshaus, wo zu diesem Zeitpunkt gerade kaiserliche Soldaten um neue Rekruten für die Armee werben sollten.

Speziell im Kampf um Österreichs Erbe ergaben sich damals in der Zeit zwischen 1740 und 1748 für die Maria-Theresianische Armee massive Rekrutierungsprobleme. Die Werbung neuer Soldaten entwickelte sich daher zunehmend zu einem regelrechten Geschäft. Vor allem in den Wirtshäusern und Gaststuben suchte man verstärkt nach Freiwilligen, die vielfach betrunken und kaum noch mit ausreichend Geld in der Tasche, sich von der „verheißungsvollen“ Aussicht auf das so genannte Handgeld9 verführen und für den Dienst beim Militär anwerben ließen.

Auch Johanna Kettner meldete sich zum Erstaunen ihrer männlichen Begleiter bei den kaiserlichen Werbern, doch verrieten sie die wahre Identität des vermeintlich „männlichen“ Freiwilligen zu keinem Zeitpunkt. Auch ein anschließend noch vorgenommener Besuch bei dem damaligen sogar mit der jungen Frau verwandten Marktrichter in Haag brachte die wahre Identität von „Johann Kettner“ nicht ans Tageslicht. Die Musterung verlief dem Vernehmen nach eher oberflächlich, da auch insbesondere kein Regimentsfeldscher anwesend war und man sich vor allem darum bemühen sollte, letztendlich die vorgegebenen (Rekrutierungs-)Quoten zu erfüllen.10 Schließlich wurde der weibliche Rekrut Kettner mit 23 anderen künftigen Soldaten von Ried nach München durch eine militärische Eskorte begleitet. Dies nicht zuletzt deshalb, da man die Fluchtgefahr bzw. vorzeitige Desertion von den einmal Geworbenen seitens des Militärs durchaus zu Recht stets sehr hoch einschätzte.11 Der Erhalt des Handgeldes war die eine, die lebenslange Verpflichtung zum Militär eine ganz andere Sache. Sahen zwar gerade die unteren Gesellschaftsschichten im Militär eine reale Möglichkeit, aus ihrer tristen Alltagssituation entkommen zu können, wurden andererseits zur Auffüllung der jeweiligen Kontingente oft auch aufgegriffene Bettler, Schmuggler und wegen kleinerer Delikte Verurteilte zum Militärdienst regelrecht gezwungen.12 Eine rasche Verlegung aus dem „Werbegebiet“ selbst und damit auch eine physische Entziehung aus der bislang bekannten Umgebung schien damals für das Militär ein gangbarer Weg, die angehenden Soldaten dauerhaft an das Militär zu binden. Kettner erfuhr ihre eigentliche Ausbildung zunächst bei Kufstein, von wo aus sie schließlich nach einem Jahr zu ihrem Regiment nach Oberitalien abkommandiert wurde.13 Jedoch erkrankte der sie begleitende Feldwebel auf dem Weg dorthin und sie blieb mit ihm zurück. Erst sechs Wochen später nach dessen erfolgter Genesung konnten beide nach Mantua weiterziehen. Dort erhielten sie die Nachricht, dass sämtliche anderen Rekruten inzwischen bereits zu einem anderen Infanterieregiment abkommandiert worden waren. Kettner wurde daraufhin ins Hagenbach’sche Infanterieregiment eingereiht, wo sie die nächsten vier Jahre dienen sollte.

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Portrait von Johanna Sophie Kettner, fecit Matthias Hofbauer, 1793 © HGM. Originaltitel: „Wares Portrit der Iohana Sophia // Köttner. geboren aus Æügstatt. 1721.// Wurde Soldat 1738 dienete seiner maje=//Maria theresia durch 14 jahre bis 1752.//Unter dem Lebl: Regimet hachenbach.//Avansierte wegen dapferhaldung bis zum//feltwebel. Wegen einer erhaldener blesur.//wurde sie als weibsperson enteckt."//Ist gemahlen 1793. in wienn matthias hofbauer pinxit“.

Dabei konnte sich Johanna Sophia Kettner bei den Kämpfen in Oberitalien aufgrund ihres an den Tag gelegten Mutes und ihrer Tapferkeit wiederholt auszeichnen. Dieses als besonders „mannhaft“ beschriebene Verhalten, vor allem in der Schlacht bei Piacenza14 am 16. Juni 1746 sowie beim Treffen von Rottofreddo am 10. August 1746, brachte ihr schließlich ein Jahr später – am 8. Juni 1747 – auch die Beförderung zum Korporal ein.

Die Kämpfe gingen an ihr selbst jedoch nicht ganz spurlos vorbei. Sie hatte entsprechende „Blessuren am Arm und am Kopf“ davongetragen und als das Regiment in Cas(a)l Maggiore Quartier nahm, ergriff sie plötzlich ein derart „hitziges Fieber“, dass sie ins Krankenrevier gebracht werden musste, wo sie schließlich ins Delirium fiel. Erst hier am Krankenbett sollte der Regimentsfeldscher das wahre Geschlecht des Korporals Kettner erkennen und dies umgehend seinen Vorgesetzten melden.

(…) als dass alle Soldaten von solcher Herzhaftigkeit wären, wie dieses junge Weibsbild ist.

Autor: Oberst Freiherr von Wallis - Quelle: zitiert bei: Hager Rudolf (2001), "Natürliche Lust zum militari". Korporal Johanna Sophia Kettner im Hagenbachschen Regiment. In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 49. Jg., Nr.3/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, S. 2.

Eine an den Präsidenten des Hofkriegsrates, Feldmarschall Johann Josef Philipp Graf von Harrach zu Rohrau (1678-1764), gerichtete Eingabe führte in Wien zu einiger Verwirrung. Der weibliche Soldat Kettner wurde umgehend nach Wien zur Befragung beordert, kehrte noch einmal zum Regiment zurück, von wo aus die nunmehr „entlarvte“ Johanna schließlich den Antrag auf Entlassung aus dem Militärdienst stellte. Dieser wurde mit dem Ansuchen um eine entsprechende Unterhaltszahlung von Graf Harrach befürwortend weitergeleitet, worauf ihr eine monatliche „Gnadengabe“ von acht Gulden genehmigt wurde.15

Mit knapp 26 Jahren aus dem Militärdienst entlassen, soll sich Kettner auch in den späteren Jahren ihres Lebens – wie es in zeitgenössischen Berichten überliefert wurde – in der Gesellschaft weitestgehend „unangepasst“ gezeigt haben. Wiederholt sei sie in ihrer alten Uniform bei Dorffesten erschienen, bevor sie schließlich mit knapp 84 Jahren unverheiratet im Eucharischen Spital zu Eichstätt verstarb.16

Die tatsächlichen Motive für Frauen, zum damaligen Zeitpunkt Männerkleidung zu tragen und somit in eine völlig andere „Identität“ zu schlüpfen, waren durchaus unterschiedlich. Es barg jedoch auf jeden Fall ein besonderes Risiko, da diese männliche Verkleidung gemäß den seinerzeit vorherrschenden gesellschaftlichen Vorstellungen einen grundsätzlichen Verstoß gegen die damals gültige „göttliche Ordnung“ darstellte und dementsprechend auch verfolgt und verurteilt wurde.17

Eine Frau soll nicht die Ausrüstung eines Mannes tragen, und ein Mann soll kein Frauenkleid anziehen, denn jeder, der das tut, ist dem HERRN, Deinem Gott, ein Greuel

Quelle: Auszug aus dem Alte Testament, 5. Buch Moses, Deuteronomium, Vers 22, 5; Die Hervorhebung ist vom Originaltext übernommen.

Gerade der Kleidung maß man eine hohe Bedeutung als überaus wichtiges kulturelles Kennzeichnungsmerkmal der Geschlechter zu. Doch trotz des strikten Verbots eigneten sich Frauen wiederholt Männerkleidung an bzw. wurden sie mit dieser aus Gründen des persönlichen Schutzes – etwa bei längeren Reisen – ausgestattet, um dadurch in eine wenn auch nur für kurze Zeit männliche Rolle schlüpfen zu können. Auch wenn sich zahlreiche Einzelschicksale verkleideter „Amazonen“, die mitunter für längere Zeit, d.h. sogar mehrere Jahre, in der männlichen Gesellschaft untertauchten, überliefert haben, bleibt ihre genaue Zahl aufgrund fehlender schriftlicher Belege und ausreichender Bestätigungen letztlich ungewiss und kaum wirklich abschätzbar.18

 

 

 

1 Direction des k. u. k. Kriegs-Archives (Hrsg.) (1898), Geschichte der k. und k. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts. Bearbeitet von Major Alphons Freiherrn von Wrede, Band 1, Wien, 95f.

2 Hochedlinger, Michael (1999), Vom Ritterheer zur allgemeinen Wehrpflicht (II). Der Weg vom Konskriptions- und Werbbezirkssystem bis zum Wehrgesetz von 1868, In: TD, 1/1999, 22, Scheutz, Martin (2001), Alltag und Kriminalität. Disziplinierungsversuche im steirisch-österreichischen Grenzgebiet im 18. Jahrhundert (= Habil. Schrift Universität Wien 2000), Wien-München, 321.

3 Dekker Rudolf und Pol, Lotte van de, (1990), Frauen in Männerkleidern. Weibliche Trans-vestiten und ihre Geschichte, Berlin.

4 Von 1748 bis zu seinem Tod am 7. Dezember 1756 stand Generalfeldwachtmeister und 1752 zum  Feldmarschallleutnant ernannte Jakob Ignaz Freiherr von Hagenbach (1699-1756) als Inhaber dem Regiment vor. Seit dem Jahre 1769 wurde das Regiment unter der Nummer 22 in der k.k. Armee geführt. Direction des k. u. k. Kriegs-Archives (Hrsg.) (1898), Geschichte der k. und k. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts. Bearbeitet von Major Alphons Freiherrn von Wrede, Band 1, Wien, S. 270f. und Schmidt-Brentano, Antonio (2006), Kaiserliche und k.k. Generale (1618-1815), Wien, 39.

5 Hager, Rudolf (2001), „Natürliche Lust zum militari“ Korporal Johanna Sophia Kettner im Hagenbachschen Regiment, In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 49.Jg, Nr. 3/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1f. und 49.Jg, Nr.4/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1.

Reisinger, Klaus [Nikolaus] (2001), Frauen und Militär in der Neuzeit. Francesca Scanagatta: Die militärische Karriere einer Frau im ausgehenden 18. Jahrhundert. In: Das achtzehnte Jahrhundert und Österreich. Jahrbuch der öster-reichischen Gesellschaft zur Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts (Hrsg.), 16. Band, Wien, 60f.

Frauen und Militär ÖStA / KA, HKR, Akt J.S. Kettner 1748, Februar, Nr. 40 Expedit und ÖStA / KA, HKR, Akt J.S. Kettner 1748, August, Nr. 384, Expedit

Neben verschiedenen Jahreszahlen sind auch verschiedene Schreibweisen ihres Namens überliefert bzw. in den jeweiligen Quellen genannt, so u.a.a. Anna Sophia, Johanna Sophia und Maria Sophia.  „Köttner“ war die eher mundartliche Aussprache des Familiennamens „Kettner“. Des weiteren sind zu ihrer Biographie mehrere Zeitungsartikel zu erwähnen, die jedoch im einzelnen für diese Studie nicht mehr ausgehoben werden konnten, u.a. „Eichstätter lntelligenzblatt“ (1802), „Bayerland“ (1891) sowie „Eichstätter Kurier“ vom 25. Juli 1898 „Ein Mädchen als Korporal“ von H. Schnetzer.  Noé, Günther (1986), „Amazonen“ in der österreichischen Geschichte, In: Institut für Österreichkunde (Hrsg.), Österreich in Geschichte und Literatur, 30. Jahrgang, 6. Heft, 350, 356f. und Stricker, Wilhelm (1868), Die Amazonen in Sage und Geschichte, In: Virchow, Rudolf und Holtzendorff, Freiherr von (Hrsg.) (1868/69), Sammlung gemeinschverständlicher wissenschaftlicher Vorträge, Berlin, 449.

Hager, Rudolf (2001), „Natürliche Lust zum militari“ Korporal Johanna Sophia Kettner im Hagenbachschen Regiment, In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 49.Jg, Nr. 3/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1f. und 49.Jg, Nr.4/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1.

Dieser war seinerseits in das in Linz beheimatete Kapuzinerkloster eingetreten.

9 Diese erste Löhnung der Soldaten, ursprünglich auch als „Laufgeld“ bezeichnet, war bereits zu Zei-ten des Dreißigjährigen Krieges eingeführt worden. Die Höhe des Handgeldes war jedoch immer wieder preislichen Schwankungen unterworfen und richtete sich zunächst primär nach den physi-schen Eigenschaften der künftigen Soldaten. Bei Annahme des Geldes war man gleichzeitig dazu an-gehalten, mit dem ersten „Sold“ auch selbst für die Kosten der neuen Kleidung sowie der Bewaff-nung aufzukommen.Direction des k. u. k. Kriegs-Archives (Hrsg.) (1898), Geschichte der k. und k. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts. Bearbeitet von Major Alphons Freiherrn von Wrede, Band 1, Wien, 95ff.

10 Während die Quellen von einer „nicht scharfen“ Untersuchung sprechen, findet sich in der Sekundärliteratur vielfach auch die Legende, dass Kettner bei der Visitierung über Tische und Bänke gesprungen sei und der verantwortliche Feldscher daraufhin von einer eingehenderen Untersuchung abgesehen haben soll. Hager, Rudolf (2001), „Natürliche Lust zum militari“ Korporal Johanna Sophia Kettner im Hagenbachschen Regiment, In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 49.Jg, Nr. 3/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1f. und 49.Jg, Nr.4/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1.

11 Direction des k. u. k. Kriegs-Archives (Hrsg.) (1898), Geschichte der k. und k. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts. Bearbeitet von Major Alphons Freiherrn von Wrede, Band 1, Wien, 100f und Sikora, Michael (1998), Das 18. Jahrhundert. Die Zeit der Deserteure, In: Bröckling, Ulrich und Sikora, Michael (Hrsg.) (1998), Armeen und ihre Deserteure. Vernachlässigte Kapitel einer Militärgeschichte der Neuzeit, Göttingen, 91.

12 Scheutz hat im Zuge seiner Habilitationsschrift das Phänomen der Zwangsrekrutierung zwar primär im Zusammenhang mit den Erkenntnissen aus den Gerichtsakten der Gerichte Scheibbs und Gaming untersucht, doch können diese Erkenntnisse durchaus als pars pro toto auf die allgemeine Situation und damalige Vorgehensweise bei der Rekrutierung umgelegt werden. Scheutz (2001), Alltag und Kriminalität, 315-347, Hochedlinger, Michael (1998), Vom Ritterheer zur allge-meinen Wehrpflicht (I). Die Wehrformen vom Spätmittelalter bis zu den Anfängen des Stehenden Heeres, In: TD, 6/1998, 496 und Kroener, Bernhard R. (2000), Militär in der Gesellschaft. Aspekte einer neuen Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, In: Kühne Thomas und Ziemann, Benjamin (Hrsg.) (2000), Was ist Militärgeschichte ?, Paderborn-München-Wien-Zürich, 293.

13 Für die in Italien eingesetzten Regimenter bildete zum damaligen Zeitpunkt Reutte jenen Grenzort bis wohin die Rekruten von den jeweiligen Transport-Kommanden begleitet wurden. Direction des k. u. k. Kriegs-Archives (Hrsg.) (1898), Geschichte der k. und k. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts. Bearbeitet von Major Alphons Freiherrn von Wrede, Band 1, Wien, 101.

14 Diese Schlacht zwischen den österreichischen und französisch-spanischen Truppen endete mit einem Erfolg der kaiserlichen Truppen unter dem Kommando von Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein. Die Verluste bei den Österreichern waren dennoch so hoch, dass sie sich schließlich auf das rechte Po-Ufer zurückzogen. Browning, Reed (1993), The War of the Austrian Succession, New York.

15  Noé, Günther (1986), „Amazonen“ in der österreichischen Geschichte, In: Institut für Österreichkunde (Hrsg.), Österreich in Geschichte und Literatur, 30. Jahrgang, 6. Heft, 357 und Stricker, Wilhelm (1868), Die Amazonen in Sage und Geschichte, In: Virchow, Rudolf und Holtzendorff, Freiherr von (Hrsg.) (1868/69), Sammlung gemeinschverständlicher wissenschaftlicher Vorträge, Berlin, 449.

16 Sie selbst war wiederholt Tauf- bzw. Firmpatin und nahm schließlich auch den Sohn einer gewissen Barbara Hofbauer an Kindesstatt an, wobei sie diesem möglicherweise sorgar eigenen Neffe namens Franz Josef Kettner (1753-1819) auch ein Theologiestudium ermöglichte. Hager, Rudolf (2001), „Natürliche Lust zum militari“ Korporal Johanna Sophia Kettner im Hagenbachschen Regiment, In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 49.Jg, Nr. 3/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1f. und 49.Jg, Nr.4/2001, Beilage zum Eichstätter Kurier, 1.

17 Dekker Rudolf und Pol, Lotte van de, (1990), Frauen in Männerkleidern. Weibliche Trans-vestiten und ihre Geschichte, Berlin, 43ff. Krimmer, Elisabeth (1998), Offizier und Amazone: Frauen in Männerkleidung in der Deutschen Literatur um 1800, Diss. phil. Universität Massachusetts Amherst, 4ff.

18 Die ersten dokumentierten Fälle von in Männerkleidung lebenden Frauen rühren aus den Nieder-landen um 1550, Deutschland um 1544, Frankreich um 1535, England aus 1642. Schultz, Alwin (1903) Das häusliche Leben der europäischen Kulturvölker vom Mittelalter bis zur zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, München-Berlin, 154.

 

Christoph Hatschek

Christoph Hatschek

Vizedirektor HR Mag. Dr. Christoph Hatschek
Ich bin seit 1998 am Heeresgeschichtlichen Museum in Wien tätig, und nehme aktuell als Referats- und Sammlungsleiter „Uniformen, Orden- und Ehrenzeichen, Ausrüstung sowie Insignien“ in weiterer Folge als Leiter der Abteilung für Sammlungen und Ausstellungen des Museums und schließlich als Vize-Direktor (seit 2015) gleichermaßen eine „Dreierfunktion“ wahr.

Gerade für die durchaus immer wieder intensive Vorbereitung von Ausstellungen, gilt es sich stets neuen Themen zu widmen und für diese entsprechend zu recherchieren. Interviews, Vorträge und Präsentationen zu militärhistorischen Themen runden das Arbeitsspektrum ab, wobei mein persönliches Interessensgebiet insbesondere im Bereich der Forschung zur historischen Entwicklung der Soldatinnen bei den Streitkräften sowie aktuell zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres der Zweiten Republik liegt.

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