HGM Wissensblog

Objekt des Monats Oktober 2022

Große Ordensschnalle in deutscher Trageweise mit
Goldener Tapferkeitsmedaille Typ 1859

Schenkung

Persönliches Stück des k.u.k. Oblt dRes Dr. Arthur Sadofsky (1. November 1891 – 18. Juli 1955). Er diente im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 im Feldkanonenregiment Nr. 35, zuletzt als Oberleutnant in der Reserve und ist ein außergewöhnlich hoch dekorierter Reserveoffizier. Ihm wurden bereits 1914 die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse (Typ 1866) und die Goldene Tapferkeitsmedaille (Typ 1859) verliehen. Er ist einer der wenigen, der den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse zweimal verliehen bekommen hat. Er verstarb als hochangesehener Unternehmer der Textilbranche in Deutschland.

Insgesamt handelt es sich um eine Große Ordensschnalle zum Tragen an einer deutschen Uniform, in einer typischen Fertigung einer deutschen Firma, die nicht über das Wissen zu den Details und der Reihenfolge österreichischer Orden verfügte. Diese Ordensschnalle ist daher aus mehreren Gründen beachtenswert:

Falsche Reihenfolge und Montage der Dekorationen: Beim Orden der Eisernen Krone fehlen die Schwerter und auch die Spange als Zeichen der zweiten Verleihung. Die beiden Militärverdienstmedaillen sind in falscher Reihenfolge, beim silbernen sind silberne Schwerter aufgelegt, anstatt der goldenen; die Verwundetenmedaille sollte nach dem Karl-Truppenkreuz gereiht sein.

Die beiden Tapferkeitsmedaillen sind alte Restbestände die 1914 noch verliehen wurden. Die Verleihung dieser alten Stücke an OltdRes Sadofsky ist durch Fotos belegt. Auch in anderen Fällen ist die seltene Verleihung von alten Tapferkeitsmedaillen aus Restbeständen bekannt und in der Literatur beschrieben.

Peter Steiner

OR ObstdhmfD Prof Mag. Peter Steiner
Historiker und Milizoffizier, zuständig für Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen, Medaillen, Uniformen und Insignien. Studium der Geschichte, Numismatik und Museumskunde; Ausbildung zum wissenschaftlichen Bibliothekar und Offizier im Bundesheer.
Nach dienstlichen Verwendungen im Pathologisch-anatomischen Bundesmuseum (Narrenturm) und der Österreichischen Nationalbibliothek, bin ich seit Jänner 2016 im Heeresgeschichtlichen Museum tätig. Neben der k.u.k. Armee von 1848-1918, gilt mein persönliches Interesse vor allem der Geschichte des österreichischen Bundesheeres der Ersten und der Zweiten Republik; zahlreiche Publikationen zur Phaleristik (der wissenschaftlichen Ordenskunde) und Militärgeschichte.

2 Kommentare

    • ja von denen gabs genug. ich habe auch solche beispiele. dazu kommt die ansicht, ob die reihung nun deutsch oder dch östereichich erfolgen soll. österreichisch weil ja nur kuk orden getragen werden oder deutsch wei wir ja zum gröfaz gehören.

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