HGM Wissensblog

Objekt des Monats Februar 2017

Tempera Portraits von Andreas Hofer und Joachim Haspinger

1809 kämpfte Andreas Hofer erfolgreich gegen die mit Frankreich verbündeten Bayern in Tirol. Nach der dritten Bergiselschlacht (13. August 1809) gelang es ihm sogar, die Regentschaft über Tirol zu übernehmen. Aus Dankbarkeit ob seines Erfolges ließ Kaiser Franz I. (1768-1835) dem Anführer der Tiroler Freiheitskämpfer neben einem Geldgeschenk von 3.000 Golddukaten auch eine Gnadenkette überreichen, die auf diesem Portrait abgebildet ist.

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Anonym, Portrait Andreas Hofer (1767-1810), Tempera auf Papier, 28,5 x 20 cm Unisigniert, undatiert (um 1809); Bezeichnet unten: „Andreas Hoffer“ (sic!), HGM Inv. Nr. 2010/15/8

Von Hofer, dessen Rezeption zum Nationalhelden sich nicht zuletzt auch durch die Historienbilder Franz Defreggers (1835-1921) erst nach 1848 manifestierte, gibt es nur wenige wirklich zeitgenössische Porträts; ebenso von seinem Mitstreiter, dem Kapuzinerpater Joachim Haspinger. Die beiden Temperagemälde, als Gegenstücke konzipiert, waren im Besitz eines Bediensteten der Kaiserin Karoline Auguste von Bayern (1792-1873), der vierten Ehefrau des Kaisers Franz I. von Österreich. In weiterer Folge konnte ein Wiener Kunsthändler die beiden Portraits erwerben, von dessen Witwe sie durch Ankauf schließlich in die Gemäldesammlung des Heeresgeschichtlichen Museums gelangten.

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Anonym, Portrait Joachim Haspinger (1776-1858), Tempera auf Papier, 28,5 x 20 cm, Unisigniert, undatiert (um 1809); Bezeichnet unten: „Joachim Hoffer“ (sic!), HGM Inv. Nr. 2010/15/9
Walter Kalina

Walter Kalina

OR Dr. Walter Kalina
Ich bin Kunsthistoriker und Historiker sowie Sammlungsleiter Kunst im Heeresgeschichtlichen Museum. Gemeinsam mit meinen sieben Mitarbeitern bin ich für die Verwaltung aller Objekte mit kunsthistorischem Bezug wie Gemälde, Druckgrafiken, Aquarelle und Handzeichnungen, Skulpturen und Plastiken sowie Miniaturen zuständig. Dies umfasst u. a. Ausstellungswesen, Leihverkehr, Akquisition, Konservierung, Restaurierung und Depotwesen. Weiters bin ich referatsübergreifend auch für die Provenienzforschung im Sinne des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen (BGBl. I, 181/1998) verantwortlich. Darüber hinaus liegen meine Forschungsinteressen in der Kunst- und Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, besonders des Dreißigjährigen Krieges; sowie der Kunst des Ersten Weltkrieges mit dem Schwerpunkt Kriegsmaler im k.u.k. Kriegspressequartier.

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