HGM Wissensblog

Objekt des Monats Mai 2020

Szene aus der Schlacht bei Lützen am 16. November 1632:
General Gottfried Heinrich von Pappenheim (1594 – 1632) führt seine Kürassiere in die Schlacht.

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Alexander von Bensa (1820 – 1902); Öl auf Holz, 22 x 37 cm; bez. und signiert rücks.: „Schlacht bei Lützen | de Bensa“, undatiert; Ankauf aus Privatbesitz.

Die Schlacht bei Lützen war eine der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges. Dass es überhaupt dazu kam, war der Angriffslust des Oberbefehlshabers des protestantisch-schwedischen Heeres, König Gustav II. Adolf (1594 – 1632) zu verdanken, der auch in der Schlacht den Tod finden sollte. An sich war es üblich, dass nach Allerheiligen aufgrund der kalten Winter keine größeren Gefechte mehr stattfanden. So schickte auch der Kommandant des katholisch-kaiserlichen Heeres, Albrecht von Wallenstein (1583 – 1634) seinen Unterführer General Pappenheim am 15. November nach Halle, um Winterquartiere vorzubereiten. Diese Schwächung der gegnerischen Armee wurde Gustav II. Adolf zugetragen, sodass dieser nicht in die Winterquartiere, sondern zum Angriff überging. Wallenstein schickte daraufhin einen Boten zu Pappenheim, mit dem Befehl, sofort umzukehren, denn „der feindt marchirt hereinwarths – der herr lasse alles stehen undt liegen undt incaminire sich herzu mitt allem volck [Soldaten] undt stücken [Geschützen] […]“.

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Wallensteins Hilfegesuch an Pappenheim 1632

Pappenheim erkannte den Ernst der Lage, ritt mit seinen Kürassieren die ganze Nacht durch und traf um die Mittagszeit mit 3000 Reitern in einer kritischen Phase auf dem Schlachtfeld bei Lützen ein. Er ging sofort zum Angriff über – ebendiese Szene hat der Historienmaler Alexander Ritter von Bensa rund zweieinhalb Jahrhunderte später auf Holz gemalt. Pappenheim wurde nur wenige Augenblicke nach Beginn der Attacke tödlich verwundet. Seine Blutspuren sind auf dem Eilbrief Wallensteins, den Pappenheim in der Schlacht unter seiner Rüstung getragen hatte und der heute im HGM ausgestellt ist, noch deutlich zu sehen.

Walter Kalina

Walter Kalina

HR Dr. Walter Kalina
Ich bin Kunsthistoriker und Historiker sowie Sammlungsleiter Kunst im Heeresgeschichtlichen Museum. Gemeinsam mit meinen sieben Mitarbeitern bin ich für die Verwaltung aller Objekte mit kunsthistorischem Bezug wie Gemälde, Druckgrafiken, Aquarelle und Handzeichnungen, Skulpturen und Plastiken sowie Miniaturen zuständig. Dies umfasst u. a. Ausstellungswesen, Leihverkehr, Akquisition, Konservierung, Restaurierung und Depotwesen. Weiters bin ich referatsübergreifend auch für die Provenienzforschung im Sinne des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen (BGBl. I, 181/1998) verantwortlich. Darüber hinaus liegen meine Forschungsinteressen in der Kunst- und Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, besonders des Dreißigjährigen Krieges; sowie der Kunst des Ersten Weltkrieges mit dem Schwerpunkt Kriegsmaler im k.u.k. Kriegspressequartier.

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