HGM Wissensblog

Objekt des Monats Jänner 2019

„Der Urlauber“
Franz von Defregger (1832-1921)

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Öl auf Leinwand, 36,5 x 44,5 cm; signiert: „Defregger“, undatiert. ©HGM

Der österreichisch-bayerischer Genre- und Historienmaler Franz Defregger ist vor allem für seine dramatischen Szenen aus dem Tiroler Volksaufstand von 1809 bekannt, er malte aber auch naturalistische Motive aus dem bäuerlichen Alltagsleben sowie Porträts.

Geboren auf einem Tiroler Bauernhof, wollte er zunächst nach Amerika auswandern, entschied sich aber letzten Endes doch für eine Künstlerlaufbahn. So studierte er ab 1861 an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er ab 1878 auch als Professor der Historienmalerei unterrichtete und so einer der bekanntesten Vertreter der Münchner Schule wurde. Defregger wurde 1883 mit dem Verdienstorden der Bayerischen Krone ausgezeichnet und damit als Ritter von in den Adelsstand erhoben. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste.

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Franz von Defregger (1832-1921) ©Wikipedia

Das vorliegende Gemälde „Der Urlauber“ ist Ende der 1880er Jahre zu datieren. Es wurde in einem Wiener Auktionshaus ersteigert und ist somit das erste Original von der Hand Defreggers in der Gemäldesammlung des HGM. Es handelt sich dabei um eine Ölskizze zu einem größeren Gemälde, welches sich heute in einem Südtiroler Museum befindet. Im Kreis seiner Familie berichtet der Bauerssohn, beurlaubt von seinem Regiment der Tiroler Kaiserjäger, vom Soldatenleben. Diese rührige Szene reiht sich nahtlos in jene bäuerlichen Genreszenen, für die der Maler so berühmt ist. Von dem Gemälde existieren zahlreiche Drucke, die auch für einfache Leute erschwinglich waren und so zum Teil der Tiroler Volkskunst wurden.

Walter Kalina

Walter Kalina

OR Dr. Walter Kalina
Ich bin Kunsthistoriker und Historiker sowie Sammlungsleiter Kunst im Heeresgeschichtlichen Museum. Gemeinsam mit meinen sieben Mitarbeitern bin ich für die Verwaltung aller Objekte mit kunsthistorischem Bezug wie Gemälde, Druckgrafiken, Aquarelle und Handzeichnungen, Skulpturen und Plastiken sowie Miniaturen zuständig. Dies umfasst u. a. Ausstellungswesen, Leihverkehr, Akquisition, Konservierung, Restaurierung und Depotwesen. Weiters bin ich referatsübergreifend auch für die Provenienzforschung im Sinne des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen (BGBl. I, 181/1998) verantwortlich. Darüber hinaus liegen meine Forschungsinteressen in der Kunst- und Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, besonders des Dreißigjährigen Krieges; sowie der Kunst des Ersten Weltkrieges mit dem Schwerpunkt Kriegsmaler im k.u.k. Kriegspressequartier.

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